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| 19:42 Uhr

Ermittlungen zur Ursache des Feuers weiter im Gange
Nach dem Brand in Lübben sind jetzt Gutachter im Haus

 Blick in die völlig verkohlte Dachgeschosswohnung, in der in der Nacht zu Freitag Flammen loderten und ein Mensch starb.
Blick in die völlig verkohlte Dachgeschosswohnung, in der in der Nacht zu Freitag Flammen loderten und ein Mensch starb. FOTO: Stadt Lübben
Lübben. Das Feuer ist gelöscht und alle Mieter sind untergebracht. Offen ist, wann das Haus an der Schillerstraße wieder bezogen werden kann. Von Ingvil Schirling

Die gute Nachricht vorweg: Alle betroffenen Mieter der Schillerstraßen-Aufgänge 11, 12 und 14 sind derzeit gut untergebracht. Damit hat die Lübbener Wohnungsbaugesellschaft LWG die Lage nach dem Brand in der Nacht zu Freitag weitgehend im Griff. Am Montagmittag erreichten die Versicherungs-Gutachter den Ort des Geschehens und nahmen dort die Situation in Augenschein. Vom Ergebnis ihres Besuchs wird vieles Weitere abhängen.

In der Nacht zu Freitag war in der Dachgeschosswohnung der Schillerstraße 12 ein Feuer ausgebrochen. Der Mieter konnte nur noch tot geborgen werden. 34 Personen mussten evakuiert werden und wurden in der Caféteria der Spreewaldklinik aufgefangen.

„Evakuiert haben wir in der Nacht auch die Bewohner der benachbarten Häuser 11 und 13“, informiert Frank Freyer. Er ist vergangenes Jahr Hartmut Kohlmann als Geschäftsführer der LWG nachgefolgt und seit August in dieser Position. Die Mieter der beiden Nachbarhäuser konnten ihre Wohnungen noch am Freitag wieder beziehen.

Anders die des Aufgangs 12. Acht Wohnungen sind beschädigt, eine davon stand leer. Zwei Parteien wurden schon am Freitag in einer Pension untergebracht. Die weiteren kamen vorübergehend bei Familienangehörigen unter. Drei haben sich nun gemeldet und angezeigt, dass das keine Lösung für längere Zeit sein kann. Für sie wird aktuell nach einer Unterbringung voraussichtlich in einer Pension gesucht, weitere Schritte werden vorbereitet.

Ein Toter bei Wohnhausbrand in Lübben FOTO: stadtverwaltung Lübben

Die LWG verfügt derzeit Frank Freyer zufolge nicht über ausreichend Leerstand, um die Betroffenen in anderen Wohnungen passend unterbringen zu können. Ziel sei es, dass die Familien ihre vier Wände in der Schillerstraße wieder beziehen können. „Dort fühlen sie sich ja wohl“, sagt er.

Gleich am Freitag wurden denn auch die Ärmel hochgekrempelt, um das Haus wieder bewohnbar zu machen. Dank der Feuerwehr, die sehr schnell da gewesen sei und umsichtig gehandelt habe, sei rein von den Feuerschäden her tatsächlich nur die Dachgeschosswohnung betroffen, schätzt LWG-Geschäftsführer Frank Freyer ein.

Vom Löschwasser allerdings bekam ein deutlich größerer Bereich etwas ab. Ein Trocknungsunternehmen hat direkt am Freitag die Arbeit aufgenommen.

Welche Versicherung wofür einspringt, ist derzeit völlig unklar.  Auch die Schadenssumme kann noch nicht annähernd überblickt werden, denn zur Erneuerung des Daches werden noch viele Nebenarbeiten bis hin zum Tapezieren kommen. Noch ist nicht klar, ob Feuchtigkeit in die Elektrik eingedrungen ist – davon hängt unter anderem ab, wann in den Wohnungen wieder ferngesehen oder Kaffee gekocht werden kann.

Der letzte derartige Brand, an den man sich bei der LWG erinnern kann, liegt 20, wenn nicht gar 25 Jahre zurück, sagt Frank Freyer weiter. Die Brandursache ist nach wie vor unbekannt, die Ermittlungen müssen abgewartet werden.