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Musikalischer Festtag in Lübben

Eine der fünf Bühnen stand auf dem Gelände der Jugendfreizeiteinrichtung "die insel". Die Fête de la Musique hat am Mittwochabend erstmals in Lübben stattgefunden.
Eine der fünf Bühnen stand auf dem Gelände der Jugendfreizeiteinrichtung "die insel". Die Fête de la Musique hat am Mittwochabend erstmals in Lübben stattgefunden. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Sie haben sich musikalisch unterhalten lassen. An verschiedenen Orten wurde musiziert. Fête de la Musique nennt sich die Veranstaltung. Sie findet seit 35 Jahren statt, und immer am 21. Juni, dem kalendarischen Sommeranfang. Lübben war erstmals dabei. Andreas Staindl / asd1

Michael (Mollo) Lehmann hatte das Programm für die Spreewaldstadt zusammengestellt. Besucher konnten zwischen fünf Bühnen pendeln. "Prima, dass wir dabei sein dürfen", sagt Elvira Roth aus Sachsen. "Das ist ein schöner Abschluss unseres heutigen Urlaubstags im Spreewald." So wie sie und ihre Familie wurden auch andere Touristen von der Veranstaltung überrascht. "Ich habe mich gewundert, dass an verschiedenen Orten in der Stadt musiziert wird", sagt Werner Meyer aus Mecklenburg-Vorpommern. "Die Idee ist aber super."

Dana Tschöpe von der Jugendfreizeiteinrichtung "die insel" in Lübben gehört zu den Initiatoren der Veranstaltung. "Wir hatten schon lange eine offene Bühne geplant, um Musikern unserer Region eine Plattform zu bieten", erzählt die Sozialarbeiterin. "Gemeinsam mit Mollo haben wir diese Idee umgesetzt." Die Jugendfreizeiteinrichtung war eine der fünf Standorte, an denen am Mittwochabend musiziert wurde.

Anfangs flackerte das Besucherinteresse noch auf Sparflamme - wie an den anderen Auftrittsorten übrigens auch. Nur wenige Gäste lauschten während der ersten zwei Stunden der Musik. Doch je später der Abend wurde, umso mehr Besucher fanden sich ein. Das meiste Publikum gab es auf dem Gelände der Jugendfreizeiteinrichtung in der Wassergasse. Verschiedene Musiker etwa aus Lübben, Luckau und Schönwalde (Unterspreewald) präsentierten sich dort auf der großen Bühne. Auch Pauline Rose hatte ihren Auftritt. Die Zehntklässlerin aus Schönwalde singt und begleitet sich selbst mit ihrer Gitarre. "Öffentliche Auftritte machen mir viel Spaß", sagt sie.

Die Kinoklause war ein weiterer Auftrittsort der Fête de la Musique. Dort waren vor allem folkige und jazzige Klänge zu hören. Nur ein paar hundert Meter weiter präsentierte sich der Nachwuchs der Musikschule Miertsch. Hier saßen die Zuhörer im Schatten bei einem kühlen Getränk. Einige blieben länger, andere nur für ein oder zwei Lieder.

Klar, es gab ja noch weitere Bühnen. Etwa an den "Zwei Birken" in der Nähe des Restaurants "Gärtnerhaus". DJ Dietmar Komorowski und Liedermacher Olaf Petersen haben das Publikum dort unterhalten. Sie bekamen Unterstützung von Zuhörern, die spontan mitmachten. Die Besucher hatten viel Spaß daran. Einige wollten eigentlich nur ihr Auto vom benachbarten Parkplatz holen, lauschten dann aber der Musik. Genau wie die Gäste auf dem Marktplatz. Am Restaurant "La Casa" legten DJs auf. Die Musik lockte eher junges Publikum.

Ein musikalischer Festtag war die Fête de la Musique allemal. Kommen, zuhören und gehen nach Lust und Laune. Verschiedene Musiker auf fünf Bühnen. Musik verschiedener Stilrichtungen. Die Veranstaltung hat das kulturelle Leben in der Spreewaldstadt bereichert. Eine Fortsetzung wäre eine gute Idee.

Lübben war die erste Stadt im Süden Brandenburgs die sich am Straßenmusikfestival zur Sommersonnenwende beteiligt hat. 540 Städte weltweit, davon allein 300 in Europa und 50 in Deutschland, machen schon mit. Und überall wird es von Bürgern der jeweiligen Städte gestaltet. Profis und Amateure können sich präsentieren. Für die Besucher ist die Veranstaltung kostenlos. Eine Kombination, die jetzt auch in Lübben gezündet hat.