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Musikalische Reise mit dem Duo/Trio Jacofon

Vor dem beeindruckenden Schulenburg-Epitaph hat das deutsch-polnische Trio Jacofon ("Jatzofon") ein Konzert in der Landkirche Lieberose gegeben. Es spielten Sören Gundermann (Piano, Gitarre, Arrangements), Thomas Strauch (Kontrabass, Perkussion) und Jacek Faldyna (Saxofon, Klarinette).
Vor dem beeindruckenden Schulenburg-Epitaph hat das deutsch-polnische Trio Jacofon ("Jatzofon") ein Konzert in der Landkirche Lieberose gegeben. Es spielten Sören Gundermann (Piano, Gitarre, Arrangements), Thomas Strauch (Kontrabass, Perkussion) und Jacek Faldyna (Saxofon, Klarinette). FOTO: I. Hoberg
Lieberose. Auf der Spätsommertour links und rechts der Oder hat das deutsch-polnische Trio Jacofon(Jatzofon) kurzfristig ein Konzert in der Landkirche Lieberose gegeben. Pfarrerin Susanne Brusch hatte die Idee dazu gehabt. Ingrid Hoberg

"Ich kenne die Frankfurter Musikszene gut und habe diese tollen Musiker schon gehört", kündigte sie das Trio an.

Allerdings mussten zunächst Sören Gundermann und Thomas Strauch allein die musikalische Reise antreten, die sie gemeinsam mit den Zuhörern durch Amerika, den Orient, Osteuropa und Afrika führte. Saxofonist und Klarinettist Jacek Faldyna steckte irgendwo im deutsch-polnischen Straßengewirr im Stau. Doch Gundermann und Strauch machten auch als Duo ihre Sache überzeugend. Mit Jazzstandards, beispielsweise von Herbie Hancock und Thelonious Monk, Filmmusiken ("Casablanca", "Der dritte Mann"), internationalen Volksliedern und Eigenkompositionen nahmen sie nach ausverkauften Konzerten in Slubice und Glienicke die rund 60 Konzertbesucher für sich ein. Nicht nur Lieberoser waren gekommen, auch Musikfreunde aus der Region interessierten sich für die kreativ bearbeiteten Stücke mit viel Platz für Jazzimprovisation. Unter den Zuhörern war Regina Hilber aus Wien, seit Kurzem Burgschreiberin zu Beeskow.

Seit drei Jahren sind die jungen Musiker aus der Frankfurter Szene gemeinsam unterwegs. Sören Gundermann erzählte von seiner besonderen Beziehung zu Lieberose. "Ich bin in Beeskow geboren. Und als jetzt meine Mutter hörte, dass wir mit der Band nach Lieberose fahren, erinnerte sie sich an ihre Zeit im Internat der Berufsschule. Im Schloss soll es ja spuken?", fragte er.

Dass ihn polnische Volkslieder wie das vom "Roten Äpfelchen" zu Bearbeitungen wie das "Verrückte Äpfelchen" inspirieren, liegt sicher auch an seinem Studium der polnischen Sprache und Literatur. Im letzten Drittel des Konzerts brachte dann Jacek Faldyna dann Saxofon- und Klarinettenklänge ein.

Mit ihrem Applaus erbaten sich die Lieberoser Konzertbesucher noch eine Zugabe - und Sören Gundermann kündigte die nächsten Konzerte in der Region an. So ist das Trio am 3. Dezember im Jazzclub Fürstenwalde zu hören. Als Gast wird Hermann Naehring (Percussionist, Arrangeur, Komponist) dabei sein. Das Duo Gundermann-Strauch wird am 15. Dezember in der Alten Försterei Briescht (Tauche) Weihnachtslieder jazzig interpretieren.