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Museumsnacht in Lübben
Spannende Nacht im Museum

Das Schattentheater von Bettina Beyer gab Einblicke in Luthers Leben. Das Spiel war einer der Höhepunkte der Museumsnacht am Samstag in Lübben.
Das Schattentheater von Bettina Beyer gab Einblicke in Luthers Leben. Das Spiel war einer der Höhepunkte der Museumsnacht am Samstag in Lübben. FOTO: Andreas Staindl / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Lübben . Besucher erfahren in Lübben Wissenswertes aus dem Leben Martin Luthers. Von Andreas Staindl

Die Museumsnacht am Samstag in Lübben ist richtig gut gelungen. Spannung, Unterhaltung, kulinarischer Genuss, die Besucher kamen auf ihre Kosten. Und sie sind Martin Luther ein Stück näher gekommen: durch Texte und Spiel, aber auch kulinarisch. Die Museumsmitarbeiter und Mitglieder des Fördervereins des Stadt-und Regionalmuseums hatten ein wirklich attraktives Programm zusammengestellt.

„Wir wollen mit spannenden Angeboten auf uns aufmerksam machen“, sagt Museumsmitarbeiterin Corinna Junker. Das Programm war so gestrickt, dass alle Generationen bestens unterhalten wurden. Familien mit Kindern, Erwachsene, Senioren, die zwölfte Auflage der Museumsnacht in Lübben war für jeden Besucher voller Erlebnisse. „Wir sind durch die beleuchtete Fassade auf die Veranstaltung aufmerksam geworden“, erzählt Elena Lange, die mit ihrer Familie ein paar Tage Urlaub im Spreewald macht. Der Schlossturm wurde beleuchtet, so dass sich das Bild der Fassade immer wieder veränderte.

Ein Hingucker war die Beleuchtung auf jeden Fall, auch für Passanten auf der Straße. Wer durch die Illumination neugierig geworden war und das Schloss betrat, wurde dort mit Luther-Keksen und Reformations-Brötchen begrüßt. Corinna Junker hatte die Kekse gebacken: „Dafür gibt es spezielle Formen.“ Ob solches und ähnliches Gebäck zu Luthers Lieblingsspeisen gehörten und ob der Reformator Kekse überhaupt gemocht hatte, ist nicht schriftlich überliefert, wie die Museumsmitarbeiterin sagt.

Was von  Luthers Essgewohnheiten dennoch bekannt ist, konnten die Besucher auf großen Blättern nachlesen, die während der Museumsnacht an den Wänden des Wappensaals befestigt worden waren. Dort war auch zu lesen, wie gut Katharina von Bora kochte. Die ehemalige Nonne und spätere Ehefrau des Reformators sorgte mit schmackhaften Speisen für das leibliche Wohlergehen ihres Manns. Sie verwöhnte ihren Gatten regelrecht kulinarisch. Die Besucher Samstagnacht bekamen einen Einblick in die Küche und Rezepte der Katharina von Bora. Und sie konnten so die Zeit der Reformation auch schmecken.

Die lombardische Suppe war eine der Leckereien, die angeboten wurden. Marga Morgenstern probierte die Suppe und fand sie „lecker“. Lübbens wohl bekannteste Stadtführerin und Botschafterin des Spreewalds ließ es sich nicht nehmen, die Museumsnacht zu besuchen.

Auszuprobieren und zu sehen gab es genug. Beispielsweise das Schattentheater. Bettina Beyer stellte mit ihren Figuren gekonnt Szenen aus Martin Luthers Leben nach. Der Museumspädagogin des Kreismuseums in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) gelang es, die Zuschauer zu begeistern, und das über alle Generationen hinweg. „Sie hat das richtig gut gemacht“, sagt Nancy Beule. Und auch Martin Wille würdigte die Leistung von Bettina Beyer. „Erstaunlich, was sie visuell und  mit Worten rübergebracht und damit einen guten Einblick in Luthers Leben ermöglicht hat“, sagte er.

Die Besucher waren jedoch nicht nur Zuschauer. Sie durften auch selbst Schattentheaterfiguren anfertigen. Vor allem der Nachwuchs machte davon gern Gebrauch. Wer wollte, konnte zudem an Lübbens größter Ofenkachel mitarbeiten. Ein Blatt auf eine historische Kachel legen, das Muster des Originals pausen und ausmalen. Fertig ist eine Ofenkachel. Viele dieser Exemplare ergeben Lübbens größte Ofenkachel. Wer mehr wissen wollte, hörte sich den Vortrag von Ralf Gebuhr „Reformation auf Ofenkacheln“ an.

Mit Böhms Hot Four-Jazz aus Cottbus wurde zum Abschluss auch musikalisch etwas geboten. Thomas Fischer und Jens Kurrar hatten die Besucher zum Anfang auf die Museumsnacht eingestimmt. Das Bläserduo aus Lübben musizierte erst auf dem Turm, und später auf Wunsch von Besuchern im Wappensaal.

Geschichte unterhaltsam erleben, das war möglich während der Museumnacht. Die städtische  Einrichtung setzte mit der Veranstaltung auch ihre museumspädagogische Arbeit fort. Schüler der Liuba-Grundschule Lübben nutzen bereits regelmäßig die Angebote, wie Corinna Junker erklärt. „Wir wollen weiter mit attraktiven Veranstaltungen auf unsere Arbeit  aufmerksam machen“, betont sie. Mit der Museumsnacht am Samstag ist das gelungen.