Nach einigem Hin und Her und langen Beratungen ist es seit Mittwoch, 18. Dezember, amtlich: Die Museen im Landkreis Dahme-Spreewald – und zwar generell alle – erhalten Schützenhilfe aus dem Kreishaushalt. Ein Team aus drei Fachleuten mit Sitz in Lübben soll ihre pädagogische Arbeit unterstützen. „Museumspädagogischer Dienst“ heißt das offiziell, was die Kreistagsabgeordneten am späten Nachmittag einstimmig auf den Weg brachten.

Der Grundsatzbeschluss dazu war Ende Februar gefallen, in teilweise strittigen Diskussionen und einigem Hin und Her über die Frage, wo und wie dieses Team organisiert werden soll. Die kurze, aber tiefgehende letzte Debatte von der Abstimmung zeigte auf, worum es eigentlich ging: den wunden Punkt.

Museen in Lübben und Luckau haben viel Arbeit aber wenig Personal

Den Finger in diese Wunde legten Lothar Treder-Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) und Karin Weber (Die Linke), beide aus der südlichen Dahme-Spreewald-Region. „Ein Museumspädagogischer Dienst kann viel bewirken, und es ging uns ja darum, dass die Museen belebt werden“, leitete Lothar Treder-Schmidt aus Zieckau bei Luckau ein.

Angesichts der jetzt beschlossenen erweiterten Neufassung der entsprechenden Richtlinie „bleibt für unsere Fraktion ein Wermutstropfen“. Damals sei es auch darum gegangen, dass insbesondere die „großen Museen“ im Landkreis „sehr viel Arbeit haben und unter Personalmangel leiden“, nahm er Bezug auf das Stadt- und Regionalmuseum in Lübben und das Niederlausitz-Museum in Luckau.

Insofern sei die Unterstützung durch den Landkreis „ein schöner und wichtiger Schritt, der aber nicht ganz so in die Vollen geht, wie wir es gerne hätten. Fakt ist, dass sie personell unterbesetzt sind und bleiben.“

Den Einwand, dass die Museen im Landkreis in Trägerschaft der Städte sind und diese dann auch zuständig für eine gute personelle Ausstattung wären, baute Treder-Schmidt in seine Stellungnahme gleich ein: „Das sind sie nicht ganz freiwillig geworden“, zeigte er aus seiner Sicht auch Verantwortung beim Landkreis auf. „Irgendwann müssen sie doch losziehen und die Ideen des neuen Teams umsetzen.“ Dann würden sie wieder an ihre personellen Grenzen stoßen. Insofern sei die Kreis-Unterstützung nur ein erster, wenn auch wichtiger Schritt.

Für ihr Personal sind die Kommunen zuständig

Vor dem Hintergrund der klammen Ausstattung der Museen – was allerdings in der Zuständigkeit der Städte Lübben, Luckau oder Königs Wusterhausen als Träger liegt – war zwischenzeitlich diskutiert worden, die drei Personen den einzelnen Museen zuzuordnen. Dass die Entscheidung nun anders gefallen ist, erklärte und favorisierte Karin Weber aus Schönwalde.

„Wenn die drei Stellen an die großen Museen vergeben worden wären, besteht aus unserer Sicht die Gefahr, dass die Fachleute die prekäre Personal-Situation sehen und sich dann verpflichtet fühlen würden, dort anzupacken.“

Damit sprach sie den wunden Punkt direkt an. „Deshalb favorisieren wir ausdrücklich diese Lösung.“ Denn die „prekäre Personalsituation“ an sich ist Sache der Kommunen.

Mit dem einstimmigen Beschluss kann die neue Richtlinie schon zum Jahreswechsel in Kraft treten. Auch die Suche nach den drei Fachleuten kann beginnen. Der „museumspädagogische Dienst“ soll mit Sitz in Lübben überörtlich tätig werden und umfasst eine wissenschaftlich orientierte, eine pädagogische und eine künstlerische Stelle.

Finanziert werden die drei Personen über einen Topf mit 200 000 Euro inklusive der Sachkosten. Ziel ist es, innovative Ansätze in den Museen zu fördern und einen Museumsverbund in Dahme-Spreewald aufzubauen.