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Muschicks Roseninsel
Handarbeit auf der  Roseninsel

Vor zehn Jahren ist auf Muschicks Roseninsel in Lübben die Paul-Gerhardt-Rose gepflanzt worden. Pfarrer Olaf Beier setzte damals den Stock in den Boden. Ferdinand Muschick hatte alles bestens vorbereitet.
Vor zehn Jahren ist auf Muschicks Roseninsel in Lübben die Paul-Gerhardt-Rose gepflanzt worden. Pfarrer Olaf Beier setzte damals den Stock in den Boden. Ferdinand Muschick hatte alles bestens vorbereitet. FOTO: Magnus Brunkhorst
Lübben. Prominente werden in Lübben zum Gärtner und setzen lebendes Zeugnis ihres Besuchs in den Boden. Ferdinand Muschick blickt auf das ereignisreiche Jahr 2008 zurück

Auch wenn sich der Winter gerade erst verabschiedet, ist es jetzt Zeit für den Gärtner, die neue Blühsaison mit dem ersten Pflegeschnitt vorzubereiten.Ferdinand Muschick hat auf seiner Roseninsel besonders viel zu tun, denn dort stehen mehr als 70 Edelrosenstöcke, die von Prominenten aus Kultur, Sport und Politik eigenhändig gepflanzt worden sind. Und jede Rose hat ein Namenschild, das Auskunft gibt, wer der Einladung gefolgt und tätig geworden ist.

Was im Jahr 2002 mit der Wolfgang-Schmidt-Rose begann, entwickelte sich über die Jahre weiter. Für Ferdinand Muschick sind die Rosenpflanzungen zu einer Herzensangelegenheit geworden, die seine Heimatstadt über die Region hinaus bekannter macht. In diesem Jahr blickt er besonders auf das ereignisreiche Jahr 2008 zurück. Vor zehn Jahren machte Sänger und Moderator Maxi Arland am 23. Februar den Anfang. Am 12. März wurde an den evangelisch-lutherischen Theologen und bedeutenden Kirchenlieddichter Paul Gerhardt (12. März 1607 bis 27. Mai 1676) erinnert. „Pfarrer Beier, leider plötzlich im vergangenen Jahr verstorben, hat die Paul-Gerhardt-Rose gepflanzt“, erinnert sich Ferdinand Muschick.

Der Görlitzer Bischof Dr. Konrad Zdarsa, seit 23. Oktober 2010 Bischof von Augsburg, pflanzte seine Rose am 30. März. Die Marshall & Alexander-Rose bekam einen Platz auf der Insel. Politiker, Musiker und Sportler folgten. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck war am 4. April in Lübben als Rosengärtner tätig. Gemeinsam mit Landrat Stephan Loge pflanzte jeder seine Rose. Nach der Sopranistin Renate Holm am 22. April ging es sportlich weiter. „Die erste Frau der Welt, die die zwei Meter übersprang, Hochsprung-Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin - Rosemarie Ackermann - pflanzte am 17. Mai vor zehn Jahren die Ackermann-Rose“, erzählt Ferdinand Muschick.

Darauf ist er stolz, ebenso wie auf Prof. Karin Büttner-Janz. In Lübben-Hartmannsdorf aufgewachsen, machte sie zu DDR-Zeiten als Turnerin Furore. Sie ist die einzige deutsche Doppel-Olympiasiegerin und eine international geachtete Ärztin, eine Spezialistin für Wirbelsäulenerkrankungen. Sie pflanzte an 31. Mai ihre Rose. Boxtrainer-Legende Ulli Wegner, wie einige andere der Prominenten auf Muschicks Insel auch Bundesverdienstkreuzträger, war am 23. August zu Gast, ebenso Andy Moore.

Politiker Jörg Schönbohm, damals Innenminister des Landes Brandenburg, griff am 31. August zum Spaten, um seine Rose zu pflanzen. Seit 20. September 2008 gibt es die Ricky-King-Rose in Lübben.

Auch von Gästen aus der polnischen Partnerstadt Wolsztyn sind Rosen zu entdecken. Für den 17. September 2006 steht Bürgermeister Andrzej Rogozinski in der Chronik. Landrat Ryszard Kurp setzte seine Rose am 21. Septebmer 2008. Die „Rose ohne Grenzen“ ist dann am 20. September 2009 von der Bürgermeistern der Partnerstädte Wolsztyn, Neunkirchen und Lübben gepflanzt worden.

Die letzte Rose des Jahres 2008 war die des Dresdner Kreuzchors. Ob Heino- oder Leichhardt-Rose, gepflanzt vom australischen Botschafter Peter Tesch, ob Ludwig Güttler, Mary Roos oder Siegmund Jähn, es ist eine beeindruckende Liste zusammengekommen. Und darauf ist Ferdinand Muschick besonders stolz: Die Prominenten haben alle selbst zu den Arbeitshandschuhen, zum Spaten und zur Wasserkanne gegriffen.

Ergriffen waren sie dann, wenn sie die Zeremonie mit Jagdhornbläsern, weißen Tauben und der Kaffeetafel mit dem Platz auf dem Sofa mitmachen konnten. „Auf der Roseninsel haben sich schon einige ein lebendes Denkmal gesetzt - und es werden weitere folgen“, macht Ferdinand Muschick schon neugierig.

Am Ende gibt es für alle ein Erinnerungsfoto am Wandbild, das die Lübbener Künstlerin Sybille Grunert vor 20 Jahren schuf. „Es ist mit 120 Quadratmetern das größte Wandbild der Region“, unterstreicht Ferdinand Muschick.