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Mittelstand zeigt seine Leistungskraft

Unterhaltsames Programm: Die Straupitzer Trachtengruppe holte sich bei der Annemarie-Polka Tänzer aus dem Publikum.
Unterhaltsames Programm: Die Straupitzer Trachtengruppe holte sich bei der Annemarie-Polka Tänzer aus dem Publikum. FOTO: Birgit Keilbach/bkh
Luckau. Die Niederlausitzer Leistungsschau hat sich in ihrer 21. Auflage am Wochenende erneut als Besuchermagnet erwiesen. Tausende Besucher strömten auf das Gelände im Luckauer Gewerbegebiet Ost. Rund 200 Unternehmen präsentierten dort ihre Angebote. Birgit Keilbach / bkh

Im 25. Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung spiegle die 21. Niederlausitzer Leistungsschau eindrucksvoll die wirtschaftliche Entwicklung der Region in diesem Zeitraum wider, sagte Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Viele der hier ausstellenden Unternehmer hätten nach der Wende den mutigen Schritt in die Selbständigkeit gewagt und könnten demnächst auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Ihr erfolgreiches Wirken trage wesentlich dazu bei, dass die Region die niedrigste Arbeitslosenquote im Süden Brandenburgs habe, würdigte der Verwaltungschef die Leistungen. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, sollte die Zuwanderung als Chance genutzt werden. "Wir können unter ihnen die Fachkräfte finden und damit jenen Menschen helfen, die auf der Flucht sind", betonte Gerald Lehmann.

Schirmherrin Jana Schimke (CDU) kritisierte die Sicht der Wirtschaftsförderung, die wirtschaftliche Stärke des Landkreises Dahme-Spreewald würde sich nur auf den Norden konzentrieren. "Nein, auch der Mittelstand im Süden verdient Beachtung, er zeigt auch hier Stärke und Leistungskraft", hob die Bundestagsabgeordnete hervor. Genau das spiegle die Luckauer Messe jährlich wider, nahm Vizelandrat Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) den Faden auf. Wichtiger Faktor sei der vielfältige Wirtschaftsraum Spreewald mit starker Landwirtschaft und der Verarbeitung ihrer Produkte.

Das vielfältige wirtschaftliche Spektrum konnten die Messebesucher beim Rundgang eindrucksvoll wahrnehmen. Beispielsweise in und an der RVS-Halle, wo sich unter anderen die in Luckauer Firmen Glas- und Industriereinigung Zimmermann, die Lausitzer Klärtechnik (LKT), Metallbau Müller sowie die BHG Handelszentren GmbH präsentierten. Auch die in der Nissanstraße ansässigen Firmen hielten Messeofferten bereit. "Wir sind von Anfang an dabei", blickte Manfred Terno von der gleichnamigen Druckerei zurück. "Heute geben wir Einblick in das Spektrum von Werbeartikeln, die Kunden bei uns anfertigen lassen können", sagte Tochter Andrea, die jetzt die Firma führt. Zollstöcke mit Luckau-Motiven, bedruckte Beutel, Flaschenöffner, Mousepads, Tassen und mehr zählten dazu.

Beim Spreewaldschuster Wolfgang Kasparick erhielten Besucher fachkundige Beratung inklusive elektronischer Fußdruckmessung. Der Lübbener gründete sein Unternehmen vor 16 Jahren als Einzelunternehmer. Heute zählt es 19 Mitarbeiter, darunter ein Azubi. Viele seiner Fachkräfte hat er in den Jahren selbst ausgebildet. "Alle drei Orthopädieschuhmacher-Meister, die heute die Filialen in Lübben, Lübbenau und Fürstenwalde leiten, sind eigener Nachwuchs", sagte Wolfgang Kasparick. Der Beruf habe Zukunft, denn der Bedarf an orthopädischen Hilfsmitteln nehme mit der alternden Bevölkerung zu.

Bei den Stadt- und Überlandwerken Luckau-Lübbenau konnten die Besucher wieder auf Rädern einen Rabatt für die Stromrechnung erstrampeln. Rund 70 Kunden nutzten die Gelegenheit am Samstag. Als Neuheit präsentierte das Unternehmen einen "smart-home"-Koffer. "Damit lassen sich viele Geräte im Haus über Funk steuern, wie Heizung, Licht oder Rolläden. Auch Rauchmelder und ein Wasserstandsanzeiger für den Keller sind integriert", erläuterte Energieberater Torsten Handritschk.

Kaminöfen, Küchenherde, Kachelöfen und Kamine hatte Ofenbaumeister Lutz Lehmann aus Lübben aufgebaut. "In den 1990er Jahren waren Kamine sehr gefragt. Heute geht der Trend wieder zum Kachelofen", beschreibt er die Entwicklung. Der Messeauftritt wirke längerfristig. "Die Besucher schauen sich das Angebot hier an und kommen dann zu uns, wenn sie Bedarf haben", resümierte der Lübbener Handwerker.