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| 02:32 Uhr

Mitnetz Strom investiert in Ausbau der 110-kV-Leitung im Spreewald

Zwei Kräne sind auf dem Gelände von Spreewald-Konserven Feldmann in Lübben für die Montagearbeiten am vorderen alten und dem dahinter stehenden neuen Strommast aufgebaut worden.
Zwei Kräne sind auf dem Gelände von Spreewald-Konserven Feldmann in Lübben für die Montagearbeiten am vorderen alten und dem dahinter stehenden neuen Strommast aufgebaut worden. FOTO: Ingrid Hoberg
Lübben. 40 neue Masten werden für die neue 110-kV-Leitung zwischen Ragow und Lübben gesetzt – die letzten in der Nähe des Lübbener Bahnhofs. Auf dem Gelände der Firma Spreewald-Konserven Feldmann stehen zwei große Kräne für die Mastmontage. Ingrid Hoberg

Ein böiger Wind jagt an diesem Novembertag über die Baustelle. Für die Freileitungsbauer von Eqos-Energie Deutschland geht am gestrigen Dienstag die Arbeit dennoch nach Plan weiter. "Wir haben Windgeschwindigkeiten von vier bis sechs Metern, bis zwölf Meter pro Sekunde können wir arbeiten", sagt Montageleiter Frank Butters. Mit 16 Mann ist die Firma auf der Baustelle im Einsatz.

Seit sieben Uhr wird mit zwei großen Kränen an der Montage des 38. Mastes gearbeitet. Ab Mittag hat das Technische Hilfswerk mit dem Aufbau von Helium-Leuchtkugeln begonnen. So können der trübe Novembertag erhellt und die Arbeitszeit bis gegen 18 Uhr genutzt werden, wie der Montageleiter sagt.

Mast 38 steht nahe der Bahnstrecke. "Deshalb wurde ein 43 Meter langes und 16 Meter breites Bahngerüst gestellt, damit es während der Bauzeit keine Einschränkungen für den Zugverkehr gibt", erklärt Jürgen Truschkewitz von Mitnetz. Nur beim Stellen des Gerüsts habe es vergangene Woche am Sonntag von 2 bis 3.30 Uhr eine Pause geben müssen. Es wurden Netze und Seile gespannt, dazu musste die Oberleitung der Bahn abgeschaltet werden. Dass es möglichst zu keiner Beeinträchtigung der Stromversorgung für die Stadt Lübben kommt, ist eine Herausforderung für alle am Bau Beteiligten. Jürgen Truschkewitz hofft, dass es bis zum Abschluss der Arbeiten ohne Störungen vorangeht.

Die neue Leitung wird auf der vorhandenen Trasse oder parallel dazu gebaut. Lübben wird im Ein-Betrieb-System mit Energie versorgt, Ausfälle soll es nicht geben. Deshalb muss auf der Baustelle jeder Arbeitsgang vorab besonders abgesichert werden. "Unter Schwarzschaltung arbeitet es sich zwar einfacher", sagt Montageleiter Butters. Die Stromversorgung über diese Trasse kann aber nicht abgeschaltet werden. Vier Windparks werden dann bei laufendem Betrieb umgeklemmt. Nur sechs Stunden Zeit bleiben im Fall der Fälle, um die Versorgung wieder herzustellen, so Jürgen Truschkewitz.

Sicherheit ist später auch beim Betrieb der Leitung oberstes Gebot. Die Masten 37 und 38 stehen in der Einflugschneise für Hubschrauber, die die Spreewaldklinik anfliegen und Notfallpatienten transportieren. Bei der Planung der Trasse gab es Forderungen der Luftfahrtbehörde, die umgesetzt werden. Sechs orange-weiße Flugwarnkugeln werden angebracht. Dann ist die Einflugschneise bei Tag und Nacht gut sichtbar und kann vom Radar erfasst werden. "Die Phasen sind so dünn, dass sie bei Nebel auch am Tage nicht ohne Beleuchtung gesehen werden können", sagt Frank Butters.

Jürgen Truschkewitz ist mit dem Bauablauf zufrieden. Zum einen mit den Baufirmen, aber auch mit der Unterstützung, die von öffentlich-rechtlichen wie auch privaten Grundstückseigentümern gegeben wurde. So gab es auf dem Gelände der Spreewald-Konserve großes Entgegenkommen, als die schwierigen Gründungsarbeiten liefen. "Bis 10. Dezember sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein", sagt er. Dann erfolgt die Normalschaltung.

Zum Thema:
Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (Mitnetz Strom) errichtet die neue 110-kV-Freileitung zwischen Ragow und Lübben. Rund 9,3 Kilometer lang ist die neue Trasse, die zum Teil auf der vorhandenen oder parallel dazu gebaut wird. Mit den bauvorbereitenden Arbeiten wie dem Schlagen einer Schneise war Ende Februar begonnen worden. Der Abschluss des Ersatzneubaus ist für Ende des Jahres geplant, so das Netzunternehmen. Insgesamt werden rund sechs Millionen Euro bei diesem Vorhaben zum Ausbau des Netzes investiert. Mit den neuen Hochtemperaturseilen kann eine größere Leistung aus den umliegenden vier Windparks zum Umspannwerk Ragow transportiert und ins Netz geliefert werden.