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Mit Zange das Oktoberfestbier gerettet

Mit der Zange läuft das Bier. Manfred Zierus (r.) hatte die rettende Idee. Der Vereinschef Waldemar Lehmann (Mitte) freut sich.
Mit der Zange läuft das Bier. Manfred Zierus (r.) hatte die rettende Idee. Der Vereinschef Waldemar Lehmann (Mitte) freut sich. FOTO: A. Staindl/asd1
Waldow. Das 9.Oktoberfest hat am Samstag auf der Wies'n in Waldow (Unterspreewald) stattgefunden. Der Waldower Fastnachtsverein (WFV) lud ein. Das Festzelt war schon am Nachmittag gut gefüllt. Andreas Staindl / asd1

Der Fassanstich in Waldow bleibt ein Abenteuer. So wie meist in den vergangenen Jahren gab es auch diesmal eine Überraschung. Dabei brauchte Vereinschef Waldemar Lehmann gerade ein Mal mit dem Hammer zuzuschlagen, und der Zapfhahn saß. Doch der folgende Sicherheitsschlag war dann zu viel. Peng! Der Plasteverschluss am Hahn brach ab. Was nun?

Zahlreiche Gäste standen schon Schlange, um ihre Gläser mit Oktoberfestbier füllen zu lassen. Waldemar Lehmann ließ sich nicht beirren, nahm es mit Humor. Er stimmte kurzerhand ein Lied an: "Wir tragen unser Schicksal mit Geduld …" Die Festgemeinde sang lauthals mit.

Lange brauchte sie nicht zu singen. Manfred Zierus hatte inzwischen eine Zange geholt. Damit konnte er den Hahn öffnen und schließen. Der Fassanstich war gerettet, das Oktoberfestbier konnte endlich fließen. Und der Vereinschef verkündete: "O' zapft is." In Waldow wird Bier mit der Zange ausgeschenkt - das gibt es auch nicht überall.

Der Fassanstich im Ortsteil der Gemeinde Schönwald ist nicht nur jedes Jahr aufs Neue ein Abenteuer, er ist auch anstrengend - zumindest für Sandra (24) und Claudia Liepack (26). Die Schwestern aus Waldow begleiteten Waldemar Lehmann zum zweiten Mal während des Einmarschs in das Festzelt. Sie trugen in jeder Hand ein großes Bierglas. Und so ein Glas, gefüllt mit Bier, das wiegt. "Da braucht man schon kräftige Muskeln, um die Gläser einen längeren Zeitraum in der Hand zu halten", sagt Sandra Liepack. "So stark sind wir nicht."

Vielleicht übernimmt ja der Vereinschef diese Aufgabe im nächsten Jahr. Zumindest widersprach er den Schwestern nicht, als sie ihm dies vorschlugen. 2017 ist ein Jubiläumsjahr. Der WFV feiert dann seinen zehnten Geburtstag. "Es wird ein großes Fest im Sommer geben", kündigt Waldemar Lehmann an. Er ist mit der bisherigen Entwicklung des Vereins sehr zufrieden: "Man kennt uns inzwischen landesweit."

Zwei Mal schon war der WFV bei Brandenburgs Ministerpräsident eingeladen. Während des Zugs der fröhlichen Leute in Cottbus und dem Kahnkorso in Lübben ist der Fastnachtsverein inzwischen nicht mehr wegzudenken. Vor allem die original Waldower Fastnachtspfannkuchen haben den Verein bekannt gemacht. Diesmal gab es leckeren Kuchen. "Das halbe Dorf hat gebacken", erklärte der Vorsitzende.

Er ist nicht nur dankbar für die Unterstützung der Vereinsmitglieder und Einwohner, sondern auch stolz auf das Oktoberfest: "Der Erfolg gibt uns recht. Jedes Jahr kommen mehr Besucher." Diesmal waren besonders viele Dirndl und Lederhosen zu sehen. Und die Gäste kamen längst nicht nur aus Waldow selbst, sondern etwa auch aus dem Amt Lieberose-Oberspreewald. "Mit dem Fastnachtsverein in Straupitz verbindet uns inzwischen eine Freundschaft", erzählt Waldemar Lehmann. "Wir besuchen uns gegenseitig, feiern gemeinsam."

Das Oktoberfest am Samstag auf der Wies'n in Waldow war einer der Höhepunkte im Vereinsleben des WFV. Der Adventsmarkt und die Fastnacht werfen schon ihre Schatten voraus.