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| 01:31 Uhr

Mit Praxislernen den passenden Beruf finden

Lübben. Erstmals hat an der Spreewald-Schule in Lübben eine Berufsbörse für Neunt- und Zehntklässler stattgefunden. Mit ihr fügte die Schule in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur den vielfältigen Angeboten zur Berufsvorbereitung einen weiteren Mosaikstein hinzu. Messbare Erfolge zeigt das seit drei Jahren laufende Projekt „Praxislernen“. Von Birgit Keilbach

„Zehn Lehrverträge sind zwischen Zehntklässlern und Betrieben bereits während des Praktikums im Februar unterschrieben worden“, sagt Elke Klatt, Jahrgangsleiterin für die zehnten Klassen. Weitere stünden bevor. Die konsequente Berufsorientierung ab der achten Klasse trage zudem dazu bei, dass die Schüler bewusster und zielstrebiger an ihre Berufswahl heran gingen. „Das spüren wir auch an den Reaktionen aus den Betrieben, die in der Schule angerufen haben und die gute Arbeit der Schüler lobten.“ Einige davon stellten sich auf der Berufsbörse in der Aula der Spreewaldschule vor.

Berufswahlpass erstellt

Das Projekt Praxislernen startete im Schuljahr 2007/2008 an der Spreewald-Schule. In der achten Klasse erstellten alle Schüler einen Berufswahlpass und absolvierten im Technologie- und Berufsbildungszentrum in Wildau ein einwöchiges Praktikum. Zu Beginn des neunten Schuljahres folgte im Oktober eine Projektwoche mit Betriebsbesuchen und Bewerbungstrainings (die RUNDSCHAU berichtete). „Zweimal sieben Wochen lang waren die Mädchen und Jungen jeweils einen Tag in einem Betrieb ihrer Wahl zum Praxislernen“, informiert Elke Klatt.

Seinen Wunschberuf Landwirt hat Luca Gefäller aus Krausnick auf diese Weise gefunden. Am Montag unterschrieb er den Lehrvertrag mit der Agrargenossenschaft Unterspreewald in Dürrenhofe. Praktika habe er zuvor beim Metallbaubetrieb in Krausnick und in einem Seniorenheim in Schlepzig absolviert, erzählt der Zehntklässler. „Der Metallbau lag mir nicht so, und im Seniorenheim habe ich gemerkt, dass ich einen Beruf brauche, bei dem ich anpacken kann“, bilanziert er. Das Praktikum in der Agrargenossenschaft habe ihn schließlich zur Berufswahl geführt. „Ich bin draußen und habe mit Tieren zu tun, das hat mir von Anfang an gefallen“, sagt der Zehntklässler. Auf dem Gurkenflieger liegen und Unkraut zupfen „war nicht so toll, aber es war eine gute Erfahrung. Ich habe jetzt viel mehr Respekt vor den Leuten, die das jeden Tag machen“, sagt Luca Gefäller.

Aufgrund der Praktika habe sie ihren künftigen Lehrling gut kennen gelernt, ergänzt Gudrun Muckwar, in der Agrargenossenschaft zuständig für die Landwirte-Ausbildung. „Nach der 9. Klasse war er bei uns zum Probearbeiten. Das ist eine Voraussetzung für den Lehrvertrag.“ Wer sich später entscheide, müsse diese Voraussetzung nach der 10. Klasse nachholen und könne erst dann eine Lehrstelle erhalten.

Diesen Weg wird Julia Metzing vielleicht gehen, die sich während der Berufsbörse bei Gudrun Muckwar nach der Ausbildung erkundigt. „Tierwirtin will ich werden und später in einer Tierarztpraxis arbeiten“, sagt sie. Praktika im Seniorenheim, in einem Steuerbüro und einer Tierarztpraxis hätten ihr bei der Orientierung geholfen.

Gute Erfahrungen

Tischlermeister Herbert Nimtz in Wittmannsdorf (Märkische Heide) betreute einen Schülerpraktikanten über drei Jahre. „Ich habe eine deutliche Entwicklung festgestellt“, resümiert der Handwerksmeister. Auch die Erfahraungen von Claudia Karl vom Strandcafé in Lübben mit Schülerpraktikantinnen sind positiv: „Zwei Mädchen waren Ende Juni bei uns. Sie hatten Interesse für die Gastronomie und haben sich bei allen Arbeiten gut eingebracht.“