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| 13:51 Uhr

Wegeführung soll besser werden
Mit Leitsystem durch Lübben

Lübben. Büro erarbeitet Maßnahmen zur bessere Orientierung für Fußgänger und Radfahrer. Es soll lange und kurze Wege ins Zentrum sowie Tafeln mit Hinweisen geben. Von Ingvil Schirling

„Wo ist hier eigentlich die Innenstadt?“ Wer vom Bahnhof aus zu Fuß oder mit dem Rad ins Zentrum will und ortsunkundig ist, stellt sich diese Frage berechtigt. Der Einstieg über das Bahnhofsumfeld in den Hain ist unübersichtlich. Ortsunkundige fragen sich zwangsläufig, wo es genau langgeht, und wie lange es bis zum Ziel zu Fuß oder per Fahrrad wohl dauern mag. Dies ist aber nur einer von mehreren neu-
ralgischen Punkten.

Vor diesem Hintergrund hat sich das Büro Subatzus und Bringmann aus Großräschen mit einem Wegeleitsystem für Lübben beschäftigt. Dessen aktueller Stand wurde kürzlich im Bauausschuss vorgestellt und die Gestaltung der Schilder grob andiskutiert.

Astrid Subatzus brachte zunächst die Probleme auf den Punkt: Es gebe keinen Stadtplan im handlichen Format, vor allem aber „keine klare Orientierungsmöglichkeit für Bahnreisende“, zählte sie auf. Die Schilder sind – das zeigte eine Übersichtscollage – recht verschieden und nicht aus einem Guss. Zudem fehlen die Zeitangaben. Der Ortsunkundige kann nur schwer einschätzen, ob er zu Fuß durch den Hain zehn oder 20 Minuten beispielsweise bis zur Paul-Gerhardt-Kirche in der City braucht. Er findet zudem keine eindeutige Route vor, die ihn schnell, verständlich und sicher leiten würde. Völlig brach liegt eine Einbindung oder Erläuterung der Spreewaldlandschaft mit ihren Facetten – wo doch genau dies eine der großen Besonderheiten, also ein Alleinstellungsmerkmal Lübbens sei, arbeitete sie weiter heraus.

Auf dieser Basis hatte das Büro für Landschaftsarchitektur Ziele formuliert. Logischerweise soll das Wegeleitsystem die Orientierung verbessern. Dabei könnten Brücken eine wesentliche Rolle spielen. Heraus kam das Ansinnen, für die Verbindungen von den Haupt-Ankunftspunkten zum Zentrum kurze und lange Wege auszuschildern, diese an Knotenpunkten mit Stadtplänen auszustatten, mit Zeitangaben zu versehen und dem Besucher so die Möglichkeit zu geben, zwischen der schnellen Route und der längeren mit Informationen zur Stadt zu wählen.

Die acht Haupt-Ankunftspunkte sind neben dem Bahnhof der große Parkplatz sowie der Campingplatz am Burglehn und die Endpunkte der touristischen Radwanderrouten wie  etwa der E10 am Vogelschutzgehölz. Dazu kommt ein Anschluss von Lübben-Nord.

Auf Anregung der Abgeordneten soll der neue, im Entstehen begriffene Parkplatz vor allem für Busse am Abzweig Cottbuser Straße zum Burglehn ebenso mit einbezogen werden.

So könnte beispielsweise ein kurzer Weg vom Bahnhof direkt durch den Hain zur Postmeilensäule und über die Breite Straße ins Zentrum geführt werden. Der längere böge im Hain über die Paul-Gerhardt-Straße in die Logenstraße ab, führe ein kurzes Stück entlang der B 87, dann am Schlangengraben zur Touristinfo, schließlich über die Schlossinsel ins Zentrum.

In der Innenstadt sollen die Routen verbunden und damit gleichzeitig verdichtet werden, sodass ein Netz aus kleineren Rundwegen entlang der reizvollen Seiten der Stadt entsteht, beispielsweise ein kleine und eine große Wasserroute, eine im Stadtzentrum und eine, die von dort aus die Schlossinsel mit einbindet.

Diese Wegeführungen sind Vorschläge, die in einem nächsten Schritt mit dem Tourismusverein, der TKS, Abgeordneten sowie weiteren Akteuren abgestimmt werden sollen. Herauskristallisieren soll sich dann auch, aus welchem Material die Beschilderungen sein könnten. Für die Hinweistafeln stellte Astrid Subatzus eine ganze Reihe von Möglichkeiten vor. Im Bauausschuss konzentrierte sich die Diskussion auf drei Varianten: Cortenstahl, Aluminium oder Edelstahl. Als Leitargumente für die Entscheidung arbeitete Astrid Subatzus gemeinsam mit Stadtplanerin Karin Jacobsen die Witterungsbeständigkeit, Vandalismusschutz und Flexibiliät heraus. Damit ist die Möglichkeit gemeint, Informationen nachtragen oder verändern zu können, möglichst ohne großen Aufwand.

Ein wichtiger Arbeitsschritt ist außerdem die Digitalisierung des Leitsystems. Es soll möglich sein, über die Hinweisschilder zu digital aufbereiteten Informationen zu Lübbens Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten zu kommen.