ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:06 Uhr

Neue Ausstellung
Mit Fontane durch die wendische Walachei

 Wandern mit Fontane, wenn auch nur gedanklich und auf einem Laufband. Die neue Ausstellung im Museum Schloss Lübben macht es möglich.
Wandern mit Fontane, wenn auch nur gedanklich und auf einem Laufband. Die neue Ausstellung im Museum Schloss Lübben macht es möglich. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Neue Sonderausstellung im Museum Schloss Lübben eröffnet. Von Andreas Staindl

Na das ist doch mal ein Angebot. Mit Theodor Fontane durch den Wald wandern. Wer das machen und sich mit dem Schriftsteller zumindest gedanklich verbunden fühlen möchte, hat dazu Gelegenheit im Museum Schloss Lübben. Dort wurde die Sonderausstellung „Durch die wendische Walachei“ am Donnerstagabend eröffnet. Sie zeigt Lübben in der Zeit Fontanes. Der soll, so ist es überliefert, am 7. August 1859 mit der Postkutsche in der heutigen Kreisstadt im Spreewald angekommen sein. Für ihn war das die „Walachei“ und weit weg von Berlin, von woher er kam.

Auch wenn er nur eine kurze Rast in Lübben eingelegt hatte, war er offenbar begeistert. Vom vielen Grün und den blühenden Oleanderbäumen, „die in ihrer Pracht und Fülle die Berliner Kugelakazien noch hässlicher aussehen lassen“, wie Lars Kolan (SPD) an Fontanes Einschätzung erinnerte.

Lübbens Bürgermeister nimmt das zum Anlass, die Bürger der Kreisstadt zu einer Aktion aufzurufen. Sie sollen einen Oleander inklusive eines Zitats von Fontane am 7. August sichtbar vor ihr Haus stellen und damit an den berühmten Schriftsteller erinnern, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiern würde. Ein Foto der Aktion kann an die Pressestelle der Stadt Lübben geschickt werden, wo die Ergebnisse gesammelt und weiterverbreitet werden.

Oleander findet sich auch in der Schau im Museum. Lübbens Verwaltungschef freute sich schon vor der Eröffnung der Sonderausstellung. „Es ist jedes Mal wie ein Geschenk. Man weiß nie, was drin ist, hat aber große Lust, es auszupacken. Ich komme mir immer wie ein kleiner Junge zu Weihnachten vor.“

Lars Kolan würdigte das Team um die Museumschefin Corinna Junker, „das es geschafft hat, überraschende Einsichten über Fontane zu ermöglichen. Die Sonderausstellungen im Museum sind inzwischen zum Markenzeichen unserer Stadt geworden.“ Der Weg, große Effekte mit wenig Mitteln zu erzeugen, soll auch nach der Umgestaltung weitergegangenen werden. Auch jetzt ist es nicht die Fülle an Exponaten die an Fontane erinnern, sondern der interessante Bogen, der zu Lübben gezogen wird. Der ist wenig aufdringlich, doch überaus spannend.

„Wir zeigen, wie sich Lübben in der Zeit Fontanes und danach entwickelt hat“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Marianne Wenzel. Der Tourismus etwa nimmt einen wichtigen Platz ein. „Er boomt in Lübben“, sagt Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD). „Auch die Stadtentwicklung ist auf einem sehr guten Weg. Von Lübben als Walachei würde heute niemand mehr sprechen.“ Sie würdigt die Macher der Sonderausstellung, „die damit Geschichten der Region erzählen“.

Corinna Junker hatte die neue Schau gewohnt unterhaltsam eröffnet. Die Museumschefin präsentierte nicht nur Verse von Fontane und anderen Schriftstellern, sondern machte auch Lust auf die Ausstellung im Museum. Diese ist bis zum 3. November im Museum Schloss Lübben zu sehen. Infos unter www.museum-luebben.de im Internet.

Und wer mit Fontane fiktiv durch die Mark Brandenburg wandern möchte, steigt einfach auf das Laufband, das so vor einem großen Foto eines Walds platziert wurde, dass sich ein Gefühl einstellt, als spaziere man tatsächlich durch die Natur – gedanklich Seite an Seite mit Theodor Fontane.

 Wandern mit Fontane, wenn auch nur gedanklich und auf einem Laufband. Die neue Ausstellung im Museum Schloss Lübben macht es möglich.
Wandern mit Fontane, wenn auch nur gedanklich und auf einem Laufband. Die neue Ausstellung im Museum Schloss Lübben macht es möglich. FOTO: Andreas Staindl