Von Ingrid Hoberg

Frühlingshaft-frisch ist die Luft – gerade richtig, um nach der Winterpause das Schloss Lieberose durchzulüften. Acht Mitglieder des Fördervereins Lieberose und Unterstützer haben sich am Sonntag um 9 Uhr morgens auf dem Schlosshof getroffen. Sie wollen mit vereinten Kräften die Saison 2019 vorbereiten, denn am 7. April findet die erste Führung statt.

Mit Besen, Schippen und Staubsauger ausgerüstet, beseitigen sie im Erdgeschoss und in der oberen Etage Hinterlassenschaften des Winters. Spinnweben, Staub und einiger Müll müssen weg. Zum dritten Mal sind Gisela Buchwald und Guido Medert dabei. Vor drei Jahren aus der Hauptstadt nach Lieberose gezogen, ist das Ehepaar seitdem jedes Jahr wieder gern bei den Arbeitseinsätzen dabei. „Es ist wichtig, sich zu helfen. Das fördert auch den Zusammenhalt“, sagt Guido Medert. Michael Metzner ist ebenfalls regelmäßig bei den Aktionen dabei.

Zum ersten Mal ist Christine Kleinod aus Trebitz zum Putzen ins Lieberoser Schloss gekommen. Gemeinsam mit anderen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Trebitz war sie in der Vergangenheit als Aufsicht beim Rohkunstbau-Festival im Einsatz und hat so das herrschaftliche Haus kennengelernt. „Ich fühle mich dem Schloss verbunden“, sagt sie.

Heinz-Gerd Hesse, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins,  und Dieter Krause sind in der oberen Etage mit Staubsauger und Besen dabei, den Staub im ehemaligen Ankleidezimmer der Gräfin zu bekämpfen. Neben der prächtigen Stuckdecke, die die Blicke der Besucher nach oben lenkt, ist der grüne Kachelofen ein Blickfang. „Es wäre ja schön, wenn noch geklärt werden könnte, aus welcher Werkstatt die Ofenkacheln stammen“, sagt Dieter Krause.

Während beim Arbeitseinsatz vor zwei Jahren Schutt beseitigt werden musste und noch mehr Leute im Einsatz waren, sind diesmal die Arbeiten schneller als gedacht erledigt. Es bleibt für  Christoph Dahlitz sogar Zeit, Stiefmütterchen in die Schale auf dem Innenhof zu pflanzen. Für den frühlingshaften Blumenschmuck in den Kästen am Eingang hatte bereits die Schlossgärtnerei gesorgt.

Wenn in diesem Jahr schon vor Ostern, am 7. April um 14 Uhr, die erste Führung 2019 stattfindet, dann werden die Schlossführer bestens präpariert sein. Wie Christoph Dahlitz sagt, haben sich die „Doppel-Gespanne“ spezialisiert. Zum einen wurden neue Erkenntnisse der Schlossgeschichte aufbereitet und eingearbeitet. Und jeder bringt auch besondere Kenntnisse ein. So ist Annemarie Gottschald dafür bekannt, dass sie Zeitzeugen-Berichte aus der Grafen-Familie parat hat. Stefanie Reinke kann Interessantes zur Baugeschichte und Architektur vermitteln. So lohne es sich auch für diejenigen, die schon im Schloss waren, wiederzukommen und Neues zu erfahren, teilt sie mit. Gern werden Erinnerungen von Besuchern, die das Haus aus Internats- und Berufsschulzeit kennen, in die Geschichtsaufarbeitung eingebunden.  Gesucht werden auch Objekte aus dem Schloss.

„Wir sind gespannt, wie die Nachfrage bei den Schlossführungen in diesem Jahr ist“, sagt Heinz-Gerd Hesse. Rund 500 Besucher sind 2018 begrüßt worden.

Höhepunkte im Jahr 2019 werden für den Förderverein Lieberose im Sommer die Ausstellung „500 Jahre Schulenburg auf Lieberose“ und das Begleitprogramm sein. Darüber hinaus gibt es weitere Veranstaltungen wie das Country-Konzert mit „Take it easy“ am 27. April im Bürgerzentrum Darre. Schon zuvor findet am 13. April der nächste Arbeitseinsatz des Fördervereins Lieberose zur Wiederherstellung der Bismarckhöhe statt.