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Mit dem Pfarrer übers Springseil

Wow! Der Straupitzer Pfarrer Christoph Hanke und Rope-Skipper-Trainer Gerd Mörl springen gemeinsam übers Seil - ein wunderbarer und sehr charmanter Ausdruck der vielfältigen Freude am Erntedank. Das Fest begingen die Straupitzer mit einem breit gefächerten Programm und einem Gottesdienst am Wochenende.
Wow! Der Straupitzer Pfarrer Christoph Hanke und Rope-Skipper-Trainer Gerd Mörl springen gemeinsam übers Seil - ein wunderbarer und sehr charmanter Ausdruck der vielfältigen Freude am Erntedank. Das Fest begingen die Straupitzer mit einem breit gefächerten Programm und einem Gottesdienst am Wochenende. FOTO: Jürgen Harnath/jhh1
Straupitz. Zum elften Mal haben die Gemeinde Straupitz und der Fremdenverkehrsverein des Spreewaldortes am Wochenende zur Feier des Erntedanks eingeladen. Kühle Temperaturen und Nieselregen hielten die Besucher nicht davon ab, den Weg zum Festgelände neben der Schinkelkirche zu suchen. Jürgen Harnath / jhh1

Begonnen hatte der Tag mit dem traditionellen Erntedank-Gottesdienst und dem Einmarsch der Spreewälderinnen in ihrer Kirchgangstracht - ein Fest für die Augen. Auch die "alte Spreewäld'sche" Marga Morgenstern ließ es sich nicht nehmen, in ihrem Heimatort daran teilzunehmen.

Danach ging es für viele Straupitzer und Gäste direkt zum Festgelände auf den benachbarten Dorfplatz. Hier sorgten die "Spreewälder Jungs" für die richtige musikalische Einstimmung. Zahlreiche Stände luden zum Schauen, Stöbern, aber auch zum Mitmachen ein.

So zum Beispiel am Stand der Straupitzer Holländermühle. Dort konnte man unter sachkundiger Anleitung von Leinölfee Yvonne Schulz mittels Muskelkraft selbst einmal Leinöl pressen. Die Handpresse brachte einige Herren der Schöpfung trotz der niedrigen Temperaturen ins Schwitzen.

Großer Andrang herrschte ebenso beim Schaudreschen. Hier zeigten Norbert Bonhage und seine Mitstreiter vom Fremdenverkehrsverein mit alten Maschinen, wie anstrengend die Getreideernte in früheren Jahren war. "Auf diese Weise wurde mit nicht ganz so alten Maschinen noch bis in die 1980er-Jahre in Straupitz Getreide gedroschen", erklärte Norbert Bonhage.

Selbstverständlich war zum Straupitzer Erntedankfest einmal mehr ein Wettbewerb der Landwirte aus der Region um die schwersten Früchte ausgerufen worden. Besonders die Kürbisse sorgten für Furore bei den Besuchern, und so manches Handy wurde für ein Foto der "dicken Dinger" gezückt. Jens Albrecht aus Jänschwalde gestand ein: "Ich habe zwar auch einen kleinen Garten und Kürbisse. Aber über zehn oder fünfzehn Kilo habe ich es bisher nicht geschafft. Da werde ich wohl noch lernen müssen", sagte er schmunzelnd.

Einen rechten Koloss hatte Wolfgang Görzig aus Butzen nach Straupitz gekarrt. Drei kräftige Männer waren notwendig, um die 93 Kilogramm unter der leuchtenden Schale auf die Waage zu wuchten.

Gärtnermeister Werner Staritz zog beim Fest Bilanz über das vergangene Gartenjahr. Er hatte die Schulgarten-AG der Straupitzer Houwald-Grundschule übernommen und mit den Kindern das jahrelang brach liegende Gelände zum Leben erweckt. Ein reich gefüllter Wagen war Beweis der gärtnerischen Erfolge.

Zu den kulturellen Höhepunkten des Erntedankfestes gehörten neben den Auftritten der Straupitzer Trachtengruppe zweifellos die "Rope Skipper" um Übungsleiter Gerd Mörl. Die Jüngsten sorgten für wahre Beifallsstürme. Der Straupitzer Pfarrer Christoph Hanke bewies Humor und Können, als er gemeinsam mit Gerd Mörl selbst über das Seil sprang.

Zum Abschluss des Erntedankfestes spielte Manuel Meier mit seiner steirischen Harmonika zum Tanz auf.