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| 01:07 Uhr

Mit Blaulicht und Tatütata zum Jubiläum

Ein Umzug durfte zum Jubiläum der Reichwalder Feuerwehr nicht fehlen. Mit der Handdruckspritze aus Schlepzig gab er Einblick in historische Löschtechnik.
Ein Umzug durfte zum Jubiläum der Reichwalder Feuerwehr nicht fehlen. Mit der Handdruckspritze aus Schlepzig gab er Einblick in historische Löschtechnik. FOTO: Foto: F. Ratajczak
Reichwalde.. Am Samstag fuhren Feuerwehren mit Blaulicht und Tatütata durch Reichwalde. Doch die Beteiligten blieben gelassen. Ein Ernstfall lag nicht vor, vielmehr ein freudiges Ereignis. Die Freiwillige Feuerwehr Reichwalde feierte am Samstag ihren 70. Geburtstag. Von Andreas Staindl

Mit einem großen Festumzug vom Jugendclub zum Spritzenhaus wurde das Jubiläum eingeleitet. An der Spitze marschierten die Bläser, dahinter das „Fußvolk“ verschiedener Wehren. Den Abschluss bildete der Fuhrpark der Floriansjünger, eine Kombination aus historischen Fahrzeugen und moderner Einsatztechnik.
Schlepzig war mit der alten Handdruckspritze dabei. Gezogen wurde sie nicht von Pferden, sondern zwei Kameraden in historischen Uniformen mit Pickelhauben auf dem Kopf. Auch alte Schlauchwagen waren zu sehen.
„Reichwalde kann stolz auf die Entwicklung seiner Feuerwehr sein“ , sagte Manfred Mietusch in seinen Grußworten. Für den Bürgermeister der Gemeinde Bersteland bilden „der Ort und die Feuerwehr eine Einheit“ . Vielleicht war ja das Fass Freibier auch als kleines Dankeschön zu verstehen. Die Reichwalder leben offensichtlich ganz intensiv mit ihrer Feuerwehr.
„Fast jede Familie im Ort hat ein Stück Chronik mitgeschrieben“ , sagte Ingeborg Freigang. Die Kämmerin überbrachte die Grüße des Amtes Unterspreewald. „Die Freiwillige Feuerwehr Reichwalde ist zur tragenden Säule im öffentlichen Leben geworden.“ Mehr als eine Million Euro habe das Amt seit der Wende in neue Gerätehäuser oder deren Umbau investiert, auch in Reichwalde. „Wir sind froh, dass wir ein solch schmuckes Domizil haben“ , gestand Holmer Hanschick. Der Ortswehrführer verwies dabei besonders auf die optimalen Bedingungen in der kalten Jahreszeit.
Er freute sich am Samstag auch darüber, „dass alle eingeladenen Wehren unserer Einladung zur Jubiläumsfeier gefolgt sind“ . Die Frauen-Mannschaften erwähnte er besonders. Zum 70. Geburtstag präsentierten sich sechs Frauen-Mannschaften.
Eine davon war aus dem benachbarten Schiebsdorf angereist. Auch sie stellte sich dem leicht veränderten Löschangriff nass. „Ein solcher Wettbewerb ist eine gute Gelegenheit, die Abläufe zu üben“ , sagte Katrin Werche. „Ein paar Jahre hat unsere Frauen-Truppe in Schiebsdorf geruht, jetzt haben wir sie wieder aktiviert.“ Auch der Nachwuchs des Ortes festigte beim Reichwalder Jubiläum sein Können.
Daniela Schulze, Koordinatorin der mobilen Jugendarbeit im Unterspreewald, zeltete mit jugendlichen Floriansjüngern direkt am Festplatz.
Gratulanten kamen auch von weit her. Seit zehn Jahren besteht zwischen einer Wehr in Schleswig-Holstein und der in Reichwalde eine Partnerschaft.
Paul Hamster konnte noch ganz andere Geschichten erzählen. Der Rentner engagiert sich seit mehr als 50 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr. 15 Jahre lang stand er an der Spitze der Reichwalder Wehr, war 20 Jahre lang auch Gruppenführer. Heute ist er Ehrenmitglied und noch immer zur Stelle, wenn seine Hilfe benötigt wird. „Das Jubiläum lasse ich mir doch nicht entgehen“ , sagte er. In seinem Herzen brenne noch immer das Feuer der Leidenschaft für die Feuerwehr.
Längst hat er auch seine Nachkommen damit infiziert. „Selbst meine Urenkel sind inzwischen aktiv dabei“ , erzählte er stolz. Er erinnerte sich, „dass Löscheinsätze früher eine richtige Schinderei waren“ . Mit der heutigen Ausrüstung sei vieles leichter.

Info zum Thema Amtsbrandmeister geht
 Quasi seinen Abschied, zumindest als Amtsbrandmeister, gab Willy Drannaschk am Samstag in Reichwalde. Zum 1. Juli wurde der Schönwalder zum Kreisbrandmeister ernannt. „Ich hoffe, dass Reichwalde und der neue Amtsbrandmeister wie bisher gut zusammenarbeiten“ , wünschte sich Willy Drannaschk.