| 18:15 Uhr

Preisverleihung
„Mir war nicht bewusst, welchen Schatz wir hier haben“

Sorbischer/Wendischer Sprachwettbewerb FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Preise des sorbisch/wendischen Sprachwettbewerbs in Lübben verliehen.

  Sie sind alle Gewinner - und sie werden es bleiben. 18 Städte, Gemeinden und ein Amt hatten sich im Rahmen des Landeswettbewerbs „Sprachenfreundliche Kommune – die sorbische Sprache lebt“ beworben, und alle 18 Einreicher haben am Freitag einen Preis bekommen.

Aufgeteilt in zwei Kategorien für Orte in oder am Rand des sorbisch/wendischen Siedlungsgebiets, waren die ersten, zweiten und dritten Ränge noch angereichert durch Sonder- und Kreativpreise. Unterm Strich entstand in der dreistündigen Festveranstaltung im Lübbener Haus Burglehn so ein Bild von der Vielfalt der Sprachenpflege und der Diversität der Ideen, mit der Brauchtum überall in der Lausitz gelebt wird. Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski (CDU) brachte aus ganz persönlicher Sicht das Ergebnis auf den Punkt: „Es war mir nicht bewusst, welchen Schatz wir hier haben.“

Landtagsabgeordnete, Domowina-Vertreter, Kulturschaffende, Bürgermeister und viele mehr genossen eine durchgängig großartige Stimmung im Haus Burglehn. Gleich als Auftakt brachte die Lutki-Tanzgruppe der Kita Spreewald die Gäste in Schwung. Für alle Preisträger gab es anhaltendes Klatschen - vor allem auch für die Stadt Lübben. Sie hatte sich 2016 nach intensiver Debatte und anfänglicher Ablehnung zum sorbisch-wendischen Siedlungsgebiet bekannt. Wie ernst das gemeint ist, machte das Bekenntnis auch zu diesem Wettbewerb deutlich: Bürgermeister Lars Kolan, gekleidet in eine weiße Jacke in Gehrock-Schnitt mit rotem Innenfutter, hatte die Würdigungen mit zwei weiteren Preisen aufgestockt. Lübben selbst erhielt im Rahmen des Wettbewerbs einen Sonderpreis.

Den ersten Platz in der Kategorie für die Gemeinden im Kern des Siedlungsgebiets belegt Dissen-Striesow bei Vetschau, gefolgt von Jänschwalde. Den dritten Platz teilen sich das Amt Burg und die Stadt Cottbus. In dieser Kategorie erhielt zudem der Kolkwitzer Ortsteil Gulben den Kreativpreis. Ein Sonderpreis ging an Drachhausen bei Cottbus, Motivationspreise an Tauer, Heinersbrück OT Grötsch sowie die Gemeinde Teichland.

In der Kategorie zwei für Gemeinden am Rande des Siedlungsgebiets wurde Drebkau für das 20-jährige Engagement der Stadt auf diesem Gebiet mit einem ersten Preis gewürdigt. Zweite Sieger wurden Spremberg und Vetschau. Einen Förderpreis erhielt die Stadt Welzow, der Sonderpreis in dieser Kategorie ging nach Lübben. Diese vergab ihren Sonderpreis wiederum an die Gemeinde Byhleguhre/Byhlen. Motivationspreise in der zweiten Kategorie erhielten Bloischdorf in der Gemeinde Felixsee, Horno als Ortsteil von Forst und Wiesengrund mit den Ortsteilen Gosda und Trebendorf.

Dieter Dombrowski machte in seiner Rede darauf aufmerksam, dass „es jetzt auf Nachhaltigkeit ankommt, darauf, das Engagement am Laufen zu halten um einer Stagnation entgegen zu wirken.“ Die sorbisch/wendische Sprache brauche Unterstützung von Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft zum Schutz gegen Diskriminierung und Abwertung. Sie brauche aber auch ein „Gegenüber“ als Partner, der aktiv ist.

Die Stadt Lübben/Spreewald erhielt den Sonderpreis des Wettbewerbs. Bürgermeister Lars Kolan (r.) nahm ihn aus den Händen von Jan Budar, Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, entgegen.
Die Stadt Lübben/Spreewald erhielt den Sonderpreis des Wettbewerbs. Bürgermeister Lars Kolan (r.) nahm ihn aus den Händen von Jan Budar, Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, entgegen. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Für ausgezeichnete Stimmung während der Veranstaltung sorgten die Gesangseinlagen des Spreewald-Frauenchors aus Lübben sowie eingangs das kleine Programm der Lutki-Tanzgruppe aus der Lübbener Spreewald-Kita.
Für ausgezeichnete Stimmung während der Veranstaltung sorgten die Gesangseinlagen des Spreewald-Frauenchors aus Lübben sowie eingangs das kleine Programm der Lutki-Tanzgruppe aus der Lübbener Spreewald-Kita. FOTO: Ingvil Schirling
Sorbischer/Wendischer Sprachwettbewerb FOTO: Ingvil Schirling