ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:12 Uhr

Zünftig und rustikal
Meterweise Wurst und Schwere Stämme in Butzen

Spannung herrschte, als Sebastian Möller (am Traktor) die vier schweren Eichenstämme mithilfe einer Kranwaage auswog.
Spannung herrschte, als Sebastian Möller (am Traktor) die vier schweren Eichenstämme mithilfe einer Kranwaage auswog. FOTO: Andreas Zöllner
Butzen. Spiele, Musik und Tanz lockten viele Gäste zum Dorfest. Von Andreas Zöllner

Mit dem Dorffest begingen die Butzener am Samstag ihren jährlichen kulturellen Höhepunkt. Erneut lockten Spiele, Blasmusik und Tanz zahlreiche Besucher auf den Dorfplatz. Am Nachmittag schwoften die Frauen der Trachtengruppe aus Straupitz zu Spreewälder Klängen über die Tanzfläche und luden nicht nur zum Klatschen und Schunkeln ein: Den männlichen Tanzpart sollten, zur Überraschung und Belustigung vieler, die Butzener selbst übernehmen. Und so wurden einige Butzener Herren kurzerhand in Arbeitstracht, Strohhut und Holzpantoffeln gekleidet und von den Trachtenfrauen um Sylvia Orbanz in den Heuschobertanz eingewiesen, der den Teilnehmern, wie der Liedtext versprach, „ins Blut und in die Beine“ ging.

Quer verteilt auf dem Dorfplatz erwarteten die Gäste spannende Spiele und Wettbewerbe. Vor allem Köpfchen und ein Quäntchen Glück waren dieses Jahr an zwei Schätzständen gefragt. Ramona Mietk animierte dazu, das Gewicht von drei Meter Knacker schätzen zu lassen. Beim Schätzstand der Butzener Feuerwehr ging es dagegen rustikaler zu. Hier sollte das Gewicht von vier massiven Eichenstämmen ermittelt werden. „Wir haben zum Auswiegen extra eine Kranwaage besorgt. Später werden die Stämme dann mit einem Traktor angehoben und ausgewogen“, erklärte Sebastian Möller, der das Gewicht der Stämme, wie jeder andere, selbst nicht kannte und damit gänzlich unvoreingenommen war und sich keinen Tipp entlocken ließ. „520 Kilo“, tippte Gabor Kriegel. „Viel zu wenig! Du sollst das Gewicht von allen vieren schätzen“, konterte Frank Kokel ungläubig und meinte zu wissen: „Das spielt sich irgendwo im Bereich von einer Tonne ab.“ Doch Gabor Kriegel ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und beharrte auf seinem Tipp. Und er bewies, dass er sich mit Holz auskennt. Letztlich tippte er nur zehn Kilo daneben und viele Tipper staunten nicht schlecht, als der Traktor die Stämme anhob und die Wage bei nur 530 kg stehen blieb.

Einen waschechten „Skandal“ erlebten die Gäste dann hautnah bei der Siegerehrung. Hilmar Möller und Matthias Albrecht hatten die ersten Plätze beim Kegeln belegt und ihre Preise bereits entgegengenommen, als der dritte Platz ausgerufen wurde. Doch zur Überraschung des aufmerksamen Wolfgang Görzig, der an diesem Nachmittag Mal um Mal um den Sieg an der Kegelbahn wetteiferte und bereits den Weg auf das Siegerpodest antreten wollte, wurde sein Name nicht genannt, sondern der von Marcel Klauk. Görzig drohte scherzhaft mit „juristischen Schritten“ und legte sogleich Protest beim Dorfclub ein, dessen Verantwortliche das Ergebnis überprüften. Und in der Tat: Um ein Haar hätte man den Butzener um den verdienten zweiten Platz gebracht. „Ich nehme die Rohrzange, die Matthias erst bekommen hat“, verkündete Wolfgang Görzig nun freundschaftlich augenzwinkernd obgleich wohl noch immer im Wettkampfmodus.

Am Abend tanzten die Butzener auf dem Dorfplatz unter der Birke zur Musik der River Band in die Nacht. Ortsvorsteher Hilmar Möller war zufrieden mit der Veranstaltung und gab einen Ausblick: „Nächstes Jahr wird Butzen 725 Jahre alt. Unter diesem Stern wird auch das Dorffest stehen und es wird einige Höhepunkte geben“, versprach Hilmar Möller.