| 01:07 Uhr

Melanie wagt Premierensprung über die Schanze

Speichrow.. Am Schwielochsee wurde am Wochenende guter Sport geboten. Zum dritten Mal fanden dort die Landesmeisterschaften Berlin-Brandenburgs im Wasserski statt. 30 Teilnehmer aus vier Vereinen gingen an den Start. Foto: Andreas Staindl


„Landesmeisterschaften sind immer eine Chance für die zweite Reihe und den Nachwuchs“ , erklärt Annett Haschock. Sie sitzt im Präsidium des Landesverbandes und ist Übungsleiterin des Motor yacht- und Wasserskiclubs Schwielochsee (MYWSC). In vier Disziplinen - Slalom, Trick, Sprung und Kombination - wurden die Landesmeister ermittelt. „Wir sind einer der kleinsten Sportverbände im Landessportbund Brandenburg (LSB) und dennoch recht erfolgreich“ , betont Stefan Wörpel, Präsident des Berlin-Brandenburger Wasserskiverbandes. In zwölf Vereinen würden etwa 250 Sportler organisiert Wasserski betreiben.
Deutschlandweit könne man auf Erfolge verweisen. Auch International machen Brandenburger Wasserskisportler von sich reden. Die 13-jährige Melanie Haschock zählt dazu. Die junge Cottbuserin steht im Nationalkader und startet demnächst bei der Jugend-Europameisterschaft. Seit sechs Jahren steht sie auf den Brettern. Am Samstag wagte sich Melanie an eine Premiere. „Mutti, ich springe“ , sagte sie trocken und überraschte mit dieser Ankündigung die Mama.

Schon in frühen Jahren
„Wasserski kann man schon vor Schuleintritt betreiben. Beim Slalom und Trick werden die Grundlagen gelegt. Sprünge folgen dann, wenn sich der Sportler dazu in der Lage sieht und körperlich reif dafür ist“ , erklärt Annett Haschock. Ihre Tochter ist es seit Samstag. Auch wenn sie vor dem ersten Sprung blass war und die Stimme zitterte: „Doch wenn ich den Pokal in der Kombi-Wertung will, muss ich springen.“
Dicht gedrängt standen Freunde und andere Teilnehmer am Wasser und drückten ihr die Daumen. Vier Sprünge absolviert jeder Starter. Der beste Sprung kommt in die Wertung. Seit Samstag steht dort auch der Name von Melanie Haschock, die ihren dritten Sprung fast sicher stand, den vierten sauber aufs Wasser setzte. Jubel am Strand und die erhobene Faust der jungen Sportlerin. Von Mama gab es ein Küsschen.
Tobias Janke wird sich so seine eigenen Gedanken gemacht haben. Der Siebenjährige war der jüngste Teilnehmer bei den Landesmeisterschaften und hat den Premierensprung noch vor sich. „Wir fördern die Entwicklung talentierter Kader und legen großen Wert auf gut ausgebildete Trainer“ , betont Stefan Wörpel. Doch auch der Freizeitbereich werde unterstützt. Für den Präsidenten „ist Wasserski deshalb so interessant, weil es ein Sport in der Natur ist und für mich attraktiver als Hallensportarten“ . Zudem sei die Kombination von Geschwindigkeit und Wasser „äußerst reizvoll. Über das Wasser zu sausen, ist einfach ein irres Gefühl“ , beschreibt Wörpel. Dabei würden Geschwindigkeiten bis zu 70 Stundenkilometer erreicht.

Zusätzliche Herausforderung
Der Schwielochsee sei eine zusätzliche Herausforderung, da er sehr windanfällig sei. „Wasserski ist ein Familiensport und eine echte Alternative zum Abhängen“ , sagt Annett Haschock. „Wir suchen junge Familien, die sich dafür begeistern können. Schon ab drei, vier Jahren können Kinder mit diesem Sport beginnen.“ Platz für Wohnwagen sei am Schwielochsee vorhanden. Rund 230 Mitglieder zähle der MYWSC. „Ausrüstung zum Probieren und Reinschnuppern ist vorhanden“ , verspricht die Übungsleiterin. Kontakt gibt es unter 0355/72 21 07 oder 0172/35 11 95 3. (as)