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| 15:45 Uhr

Kommentar
Pünktlichkeit ist kein Privileg

Steven Wiesner
Steven Wiesner FOTO: LR / Sebastian Schubert
Es ist nicht die bloße Tatsache, dass mal ein Zug zu spät kommt oder komplett ausfällt. Das kann passieren. Es sind eher die Häufigkeit und mitunter auch die Selbstverständlichkeit, die so manchen Fahrgast frustriert zurücklassen.

In dem Moment, wo Passagiere wie Frau Jentsch Geld bezahlen und zu Kunden werden, sind Pünktlichkeit und Verlässlichkeit kein Privileg mehr, sondern eine Dienstleistung. Und rein vom Gefühl her kommen Bahngesellschaften diesem Anspruch zu oft nicht nach. Na klar, jeder Mensch sollte so viel Verständnis und Geduld mitbringen, um sich von einem verspäteten Zug oder einem vollen Waggon nicht den ganzen Tag versauen zu lassen. Dennoch darf der ÖPNV diejenigen, die ihre Benzinschleudern und Luftvergaser in der Garage stehen lassen und einen Beitrag leisten für eine bessere Umwelt, nicht noch bestrafen, indem er ihnen mitunter kleine Nachmittags-Odysseen aufzwingt.