Am Donnerstagabend beschlossen die Stadtverordneten in öffentlicher Sitzung, vier Prozent auf die Kapitaleinlage (292 000 Euro auf rund 7,3 Millionen Euro Kapitaleinlage) abzugreifen. Damit verblieben vom Bilanzgewinn in Höhe von 355 000 Euro der SÜW rund 63 000 Euro, um sie der Rücklage zuzuführen.
In der Sitzung regte sich zunächst Widerstand, hatte der Aufsichtsrat doch lediglich eine Zuwendung von drei Prozent für die Stadtfinanzen bewilligen wollen.
Bürgermeister Lothar Bretterbauer bekundete deshalb, dass „zwei Herzen in meiner Brust“ schlügen. Einerseits sei er Mitglied des Aufsichtsrates und habe für drei Prozent im Interesse der Gesellschaft votiert, jetzt aber sei er als Bürgermeister den städtischen Interessen verpflichtet. Und die brauchten nun einmal jeden Euro. „Wir sind finanziell nicht in so guter Situation“ , beschrieb er die gegenwärtige Lage. Seine unterschiedlichen Voten seien aber nicht „schizophren“ .
SÜW-Geschäftsführer Reiner Franzka hätte es auch besser gefunden, wenn die Stadt sich gemäßigt und mit drei Prozent oder knapp 220 000 Euro begnügt hätte. Allerdings, sagte er vor den Stadtverordneten, seien „vier Prozent nicht existenzbedrohend“ . Die ausgestreckte Hand nahmen die Abgeordneten mehrheitlich gern an. Allerdings gab es acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. (km)