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Mehr Diebstähle, weniger Einbrüche

Die Zahl der Einbrüche in Dahme-Spreewald ist zwar zurückgegangen. Die Aufklärungsrate bleibt allerdings niedrig.
Die Zahl der Einbrüche in Dahme-Spreewald ist zwar zurückgegangen. Die Aufklärungsrate bleibt allerdings niedrig. FOTO: Fotolia
Königs Wusterhausen. Die Zahl der angezeigten Straftaten ist im Landkreis Dahme-Sprewald weiter steigend. Das geht aus der Kriminalstatistik 2014 hervor, die die Polizeidirektion Süd am Donnerstag vorgestellt hat. Oliver Fischer

Insgesamt wurden zwischen Januar und Dezember des vorigen Jahres 14 732 Fälle erfasst. Das sind rund 250 mehr als im Jahr 2013. Etwa 40 Prozent davon sind Diebstähle. Rechnet man den Anteil der Polizeiinspektion Flughafen heraus, wo Diebstahl eine eher untergeordnete Rolle spielt, ist es sogar die Hälfte.

Zugenommen haben Fahrraddiebstähle und Einbrüche in Autos. So stieg die Zahl der gestohlenen Fahrräder von 876 auf 1031. Fahrraddiebstahl sei derzeit der Trend in der Region, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald, Alexander Karius. Die Polizei hat für die Verfolgung der teilweise in Banden operierenden Täter inzwischen eigens eine Ermittlungskommission eingesetzt.

Leicht abgenommen hat dagegen die Zahl der Wohnungseinbrüche. Im Vorjahr wurden 333 Einbrüche gemeldet, das sind zehn weniger als im Jahr 2013, aber immer noch doppelt so viele wie 2011. Für den leichten Rückgang macht Alexander Karius unter anderem die Aufklärungsarbeit der Polizei in Eichwalde, Zeuthen, Schulzendorf und Wildau verantwortlich. Diese vier Kommunen waren 2012 zur Schwerpunktregion erklärt worden. In der Folge habe die Polizei dort eine hohe Präsenz gezeigt, Flyer verteilt und die Bewohner ermuntert, sich bei der Polizei zu melden, wenn sie etwas Verdächtiges bemerken.

Nach drei Jahren zeige diese Arbeit nun Ergebnisse, sagt Karius. Tatsächlich sind die Einbrüche in den genannten Kommunen um 40 bis 70 Prozent zurückgegangen. Dafür haben die Einbrecher allerdings verstärkt in Königs Wusterhausen in Schönefeld zugeschlagen, wo die Präventionsarbeit nicht in diesem Maße angeboten wurde. "Es wird auch schwierig, künftig diese Präsenz in der Fläche zu gewährleisten. Selbst wenn wir zehn mal so viele Polizisten wären, könnten wir nicht überall sein", sagt Karius.

Auffälliges melden

Hilfreich wäre es deshalb, wenn Nachbarn oder Betroffene möglichst sofort die Polizei rufen, wenn sie Auffälliges bemerken. Karius: "Damit tun sich die Leute aber schwer. Und wenn wir erst vier Stunden nach dem Diebstahl vor Ort sind, haben wir wenige Ansatzpunkte, um den Täter noch zu ermitteln."

Geringe Aufklärung

Die Aufklärungsquote ist deshalb auch ein Problem. Gerade 9,3 Prozent der Wohnungseinbrüche wurden im vorigen Jahr aufgeklärt. Vor zehn Jahren schwankten die Quoten noch zwischen 25und 46 Prozent. Auch auf die gesamte Kriminalität gesehen ist die Aufklärungsquote rückläufig. Die Gründe dafür seien vielfältig, sagt Karius. Zum einen habe die Zahl der Kripobeamten abgenommen. "Und weniger schaffen nicht mehr." Zum anderen hätten sich die Täter auch weiterentwickelt. Und der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen ist in den letzten zehn Jahren von 16 Prozent auf 30 Prozent gestiegen.

Asylbewerber seien aber so gut wie nie unter den Tatverdächtigen. In Bestensee etwa sei die Diebstahlquote seit Eröffnung der Unterkunft in Pätz zwar um 37 Prozent gestiegen. Gestohlen wurden aber vor allem Autos und Fahrräder. Heimbewohner waren nie involviert.

Zum Thema:
14 732 Kriminalfälle wurden im Jahr 2013 erfasst. Die Aufklärungsquote lag bei 52,6 Prozent. Ein Jahr zuvor waren 14 486 Kriminalfälle bearbeitet worden, aufgeklärt wurden 55,1 Prozent.Schwerpunktregionen sind Königs Wusterhausen (3347 Straftaten), die Flughafenregion um Schönefeld (3175) und die Kreisstadt Lübben (1761). Relativ wenig Straftaten werden in den Gemeinden Heideblick (122), Märkische Heide (191) und Schulzendorf (225) verübt.Am stärksten gestiegen ist die Zahl der Diebstähle (758 mehr als im Vorjahr). Stark zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Betrugsfälle (minus 661)Gewalttaten gab es 207. Aufgeklärt wurden davon rund 79 Prozent. Im Zusammenhang mit Rauschgift wurden 600 Straftaten erfasst.