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Mehr als nur Schwimmunterricht

In Klein Leuthen haben die Kinder nicht nur das Schwimmen geübt, sonder unter anderem auch Tipis bemalt.
In Klein Leuthen haben die Kinder nicht nur das Schwimmen geübt, sonder unter anderem auch Tipis bemalt. FOTO: Isabell Kockot/ikt1
Klein Leuthen. Anreisetag im Ferien- und Freizeitzentrum. Eltern aus den Gemeinden Märkische Heide, Unterspreewald, Schwielochsee und der Stadt Lübben bringen ihre Kinder mit Sack und Pack in das Feriendorf. ikt1

Viele schwelgen alsbald in Erinnerungen an die eigene Kindheit. "Die Eltern erzählen uns, dass sie früher selbst in den Ferien hier im Schwimmlager waren", erzählt Ingrid Mertke vom FFZ Klein Leuthen.

Toll sei es, wenn hier Kinder auch heute noch eine schöne Zeit verbringen und das Schwimmen erlernen können, so Mertke. Die Kinder fühlen sich wohl, toben barfuß, kegeln, spielen Tischtennis, tanzen am Abend und basteln stundenlang kleine Kunstwerke.

Tagsüber steht Schwimmen auf dem Programm. Vier Schwimmlehrer gehen mit kleinen Gruppen zur Badestelle an den Klein Leuthener Dorfstrand. Es wird nach Flaschen getaucht, mit Schwimmbrettern die richtige Beinhaltung geübt oder mit Köpper vom Steg ins Wasser gesprungen. Von den sieben- bis elfjährigen Jungen und Mädchen haben schon einige das Seepferdchen, andere müssen erst die Scheu vor dem kühlen Nass überwinden. Am Ende der Woche aber hat jeder der rund 25 Teilnehmer Fortschritte gemacht und springt gerne ins Wasser.

Zusätzlich waren einige Eltern mit ihren Kindern tagsüber zu Gast im Camp. "In der ersten Klasse sollten die Kinder schon sein und keine Scheu davor haben, hier zu übernachten", sagt Ingrid Mertke. Zur Not gebe es "Heimwehbonbons".

Aber eigentlich ist so viel los im Camp, dass für Heimweh gar kein Platz bleibt. "Am Dienstag war das Wasser schweinekalt", berichtet Ella Schneider aus Groß Leuthen. "Da durften wir uns aussuchen, ob wir am Nachmittag noch mal zum See gehen oder ob wir zum Campingplatz nach Groß Leuthen wandern." Die Siebenjährige habe sich für die Wanderung entschieden. "Auf dem Campingplatz durften wir nämlich auch shoppen gehen", erzählt sie freudestrahlend. Besuch aus dem anderen Lager im Ort, welches ebenfalls vom FFZ unterhalten wird, kündigte sich am Mittwoch an. Ebenfalls für eine Woche hatte sich dort der Lübbener Kinderhilfsverein für Tschernobyl einquartiert. Rund 30 Kinder und 15 Erwachsene kamen der Einladung nach. Die Hüpfburg wurde geentert und gegrillt. "Die Kinder hatte keine Berührungsängste", bemerkte Ingrid Mertke.

Auch als die Wassergöttin Neptuna den Schwimmeleven einen Besuch abstattete, zeigten sie sich furchtlos. "Die meisten wussten nicht, was auf sie zukommt", berichtet Nele Schröder. "Da hatten wir es als Häscher sehr leicht." Als das Taufprozedere mit einer ordentlichen Portion Sahne im Gesicht und das Trinken des göttlichen Gebräus seinen Lauf nahmen, verzogen doch einige Täuflinge die Gesichter. "Spätestens als sie eine ordentliche Portion schleimiger Grütze über den Kopf bekamen, hätten sie sich sicherlich gewünscht, sie wären weggerannt", mutmaßt die 13-Jährige Groß Leuthenerin. Mit zehn Jahren hat sie das erste Mal das goldene Schwimmabzeichen hier im See abgelegt. Nächstes Ziel ist der Rettungsschwimmer.

Der Freitag stand im Zeichen der Apachen. Tipis wurden bunt angemalt. Mit Federn am Kopf übten sich einige im Umgang mit Pfeil und Bogen. Das Schwimmlager glich einem Indianerdorf.