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| 17:58 Uhr

Kreisausschuss
Mediziner-Stipendium aus LDS nimmt weitere Hürde

Lübben/Luckau. Fraktionen signalisieren im Kreisausschuss Zustimmung. Umsetzung könnte noch dieses Jahr beginnen.

Mit einem Stipendienprogramm für angehende Mediziner will die Kreisverwaltung Dahme-Spreewald etwas gegen den grassierenden Ärztemangel tun. Im Kreisausschuss ist am Mittwoch die konkrete Umsetzung dazu beraten worden. Von den Abgeordneten wurde auf breiter Front Zustimmung signalisiert. Einigen geht die Idee nicht weit genug.

Geplant ist, über eine Studienbeihilfe Medizinstudenten mit 500 Euro monatlich zu unterstützen, und zwar nach der ersten wichtigen Prüfung, nach deren Bestehen der Abschluss recht wahrscheinlich ist, und dann über eine Dauer von maximal vier Jahren und drei Monaten. Geht der Student oder die Studentin in Elternzeit, kann um ein Jahr verlängert werden.

Damit geht der Landkreis erst einmal in Vorleistung. Die Gegenleistung ist, dass der junge Arzt nach Studienabschluss und Approbation umgekehrt mindestens vier Jahre lang im Landkreis arbeitet – entweder in einer Praxis, in einer Klinik oder im Gesundheitsamt. Dabei hofft die Verwaltung auf einen „Klebeeffekt“: Wer einmal in Dahme-Spreewald längere Zeit lebt und arbeitet, soll möglichst bleiben. So will man mittel- bis langfristig etwas dafür tun, dem Ärztemangel zu begegnen, der auch daran liegt, dass es unter Jungmedizinern eine gewisse Zurückhaltung gibt, aufs Land zu ziehen.

Daran knüpfte Lothar Treder-Schmidt an. Als stellvertretender Vorsitzender von SPD/Grüne im Kreistag signalisierte er zwar Zustimmung seiner Fraktion, doch die Gründe für den Ärztemangel seien vielfältiger, und somit löse die Richtlinie für die Studienbeihilfe das komplexe Problem der medizinischen Versorgung nicht. Ihre Steuerungsfunktion sei zu gering. „Die vier Jahre drückt man auf der linken Pobacke weg und geht dann dahin, wo die fetteren Töpfe sind“, sagte er wörtlich. Er kritisierte weiter, dass es keine Differenzierung zwischen dem ländlichen Dahme-Spreewald und dem „Berliner Verdichtungsraum“ gebe (also dem nördlichen Teil). „Ich bin nicht sicher, ob die Kassenärztliche Vereinigung da gegensteuern wird. Da sollte man nachbessern.“

 Michael Kuttner (CDU/Bauern/FDP) sagte, er teile einige von Treder-Schmidts Bedenken. Die Rechtsprechung lasse eine längere Bindung als die vier Jahre allerdings nicht zu. Kuttner warb dafür, die Richtlinie auf den Weg zu bringen und gegebenenfalls nachzubessern. „Es ist wichtig, dass wir erstmal in die Puschen kommen.“

Sein Fraktionskollege Michael Wolter fügte hinzu, dass die Richtlinie Ärzten, die nicht als „Einzelkämpfer“ aufs Land wollen, ja auch die Möglichkeit gebe, ihren Teil der Vereinbarung im Krankenhaus oder im Gesundheitsamt zu erfüllen, wo sie ebenfalls dringend gebraucht werden. „Da haben wir einen großen Spielraum. Wir jammern alle über den Ärztemangel“, fuhr er fort, statt damit anzufangen, selbst etwas für die Ansiedlung von Ärzten zu tun.

Von der Fraktion Die Linke signalisierte Robert Seelig ebenfalls Zustimmung. Er hält die vier Jahre für realistisch und sagte: „Es ist ja auch schonmal eine gewisse Versorgung, wenn sie auch nur für vier Jahre da sind, besonders für den Süden.“ Auch für Hannelore Gabriel (UBL/Wir für KW) „sind die vier Jahre akzeptabel.“

Einstimmig wurde die Vorlage denn auch zur Zustimmung im Kreistag empfohlen. Er wird am 5. Juli ab 16 Uhr an der Lübbener Reutergasse beraten. Die Richtlinie steht dann zur endgültigen Entscheidung auf der Tagesordnung. Die notwendigen Haushaltsmittel sind bereits eingestellt, um – die Zustimmung der Abgeordneten vorausgesetzt – die ersten Stipendien noch dieses Jahr auszuschreiben und wenn möglich bereits auszureichen.