ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:41 Uhr

Marktkauf verdoppelt seine Größe

Deutlich vergrößern will sich ab 2019 der Einkaufsmarkt an der Lübbener Postbautenstraße. Der Baumarkt werde seinen Vertrag in dem Gebäude nicht verlängern, hieß es im Bauausschuss. Marktkauf soll nach aktuellem Stand in zwei Jahren auf der Gesamtfläche präsent sein.
Deutlich vergrößern will sich ab 2019 der Einkaufsmarkt an der Lübbener Postbautenstraße. Der Baumarkt werde seinen Vertrag in dem Gebäude nicht verlängern, hieß es im Bauausschuss. Marktkauf soll nach aktuellem Stand in zwei Jahren auf der Gesamtfläche präsent sein. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Als Einkaufsmöglichkeit ist Marktkauf in Lübben beliebt. Lange Schlangen an den Kassen, vor allem zum Wochenende hin, zeugen davon. Diese Position will das Unternehmen in zwei Jahren nochmals deutlich ausbauen. Im Bauausschuss sind am Donnerstag die Weichen für eine Verdopplung der Verkaufsfläche gestellt worden. Ingvil Schirling

Äußerlich soll sich kaum etwas ändern. Parkplatz und Gebäudeansicht bleiben weitgehend erhalten, hieß es bei der Projektvorstellung vor den Abgeordneten. Der Eingangsbereich soll neu gestaltet und an der südlichen Gebäudefassade eine zusätzliche Lieferzone errichtet werden. Doch innen wird alles anders.

Ausgangspunkt der Pläne ist, dass der Baumarkt Toom, der zur Miete in dem Gebäude sitzt, seinen Vertrag offenbar nicht verlängert. Dieser laufe 2019 aus, sagten Stadtplanerin Karin Jacobsen sowie Stephan Lisper vom Immobilienservice von Edeka Hannover-Minden, zu dem Marktkauf gehört. "Der Baumarkt wird nach Ablauf seines Mietvertrags den Standort verlassen", heißt es auch in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung. Das Unternehmen selbst antwortete auf LR-Nachfrage nur kurz: "Es ist nicht geplant, den Toom-Baumarkt in Lübben zu schließen." Ob er an einen anderen Standort zieht, blieb offen.

Wie dem auch sei: Planungstechnisch stellten Verwaltung und Bauausschussabgeordnete am Donnerstag die Weichen für eine deutliche Erweiterung von Marktkauf. Für den Bereich soll ein Angebots-Bebauungsplan erstellt werden, der relativ flexible Grenzen setzt. Hintergrund ist, dass "der Einzelhandel seit Jahren einer deutlichen Dynamik unterliegt und dem Standort Postbautenstraße im städtischen Zentren- und Einzelhandelskonzept eine wichtige, auch künftig zu erhaltende Rolle im Einzelhandelsgefüge der Stadt zugewiesen wird", heißt es in der Begründung der Stadtverwaltung.

Das bisher geltende Planungsrecht beschränkt demnach die Marktgröße auf maximal 2500 Quadratmeter. "Der Verbrauchermarkt ist mit dieser Größe nicht mehr marktadäquat aufgestellt und kann sich aufgrund dieser Beschränkung nicht erweitern", ist die Schlussfolgerung.

Stadtplanerin Karin Jacobsen will unabhängig von der Markterweiterung die Verkehrssituation verbessern. Die Postbautenstraße ist aus ihrer Sicht zu schmal für den Verkehr, der dort herrscht, und weist weder Geh- noch Radweg auf. Künftig soll sie, "ihrer Funktion als Sammelstraße entsprechend, auf eine zukünftige Gesamtbreite von insgesamt 12,25 Metern erweitert werden. Es soll ausreichend Raum für den Fuß- und Radverkehr und die Entwässerungsmulden geschaffen werden. Gegenwärtig ist die Straßenverkehrsfläche nur rund 10 Meter breit", heißt es aus der Stadtverwaltung weiter.

Marktkauf selbst war mit Leiter Frank Hänsch und Stephan Lisper von der Edeka-Gruppe mit dabei, um die Planungen vorzustellen. "Unser Markt ist einfach nicht mehr zeitgemäß, und wir möchten uns ganz neu aufstellen", begründeten sie die Veränderung. "Wir wollen für die nächsten 20, 30 Jahre als Verbrauchermarkt mit unserem gesamten Sortiment vernünftig aufgestellt sein."

Genutzt werden soll dann maximal 5900 Quadratmeter Verkaufsfläche. Das gesamte Gelände des neuen Bebauungsplans ist 2,9 Hektar groß.

Von den Bauausschussmitgliedern hakte Dietmar Mogschan (CDU/Grüne) nach, ob und, wenn ja, wie lange der Markt während des Umbaus geschlossen bleiben müsste. "Wir werden eine Schließungsphase haben", antwortete Stephan Lisper von Edeka, die sich durchaus auf ein, zwei Monate erstrecken könne. Eher skeptisch zeigte er sich zum aktuellen Zeitpunkt gegenüber der Idee, den Verkauf in einem Zelt aufrecht zu erhalten.: "Da haben wir schon schlechte Erfahrungen gemacht."

Die Bauausschussmitglieder unterstützten das Vorhaben einstimmig. Am 26. Januar entscheiden darüber die Stadtverordneten.

Die Situation des Einzelhandels wird die Redaktion der Lübbener Rundschau in den kommenden Ausgaben zu einem ihrer Schwerpunkt-Themen machen. Der nächste Beitrag ist zum städtischen Zentren- und Einzelhandelskonzept geplant.