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| 16:36 Uhr

Lübben
Als Quereinsteiger zum Gastronom

Manfred Bartel hat das Café Ambiente in Lübben übernommen.
Manfred Bartel hat das Café Ambiente in Lübben übernommen. FOTO: LR / Ingrid Hoberg
Lübben. Manfred Bartel betreibt seit einem Jahr das Café Ambiente in Lübben. Das richtige Personal zu bekommen und zu halten, ist eine entscheidende Frage in der Branche. Von Ingrid Hoberg

Herrliches Sommerwetter – Besucher strömen in den Spreewald und auch nach Lübben. Das Pfingstwochenende und dazu noch das Konzert mit Max Giesinger auf der Schlossinsel. „Wir sind geradezu überrannt worden“, sagt Manfred Bartel.  Doch so geht es nicht das ganze Jahr über zu – nicht im Café Ambiente und auch nicht bei anderen Gastronomen in der Stadt. Mehr als 20 Lokalitäten sind auf der Internetseite von Lübben aufgelistet.

Mit Sonnenplätzen vor dem Haus an der Reutergasse/Am Gericht und seinem Garten im Innenhof wird das Café, das zuvor schon eine bekannte Adresse in Lübben war, nun seit Juni 2017 von Manfred Bartel geführt.  „Dieses Jahr war für mich die Praxisschule. Da habe ich Geld für einen Lehrgang gespart“, sagt er. Der 61-Jährige, der 20 Jahre lang auf der Insel Rügen gelebt hat, dann in Berlin tätig war,  ist ein Quereinsteiger. Er war und ist für eine Versicherung tätig. „Mein zweites Standbein“, sagt er. Und so erklärt sich auch das Axa-Schild im ehemaligen Handarbeitsladen. Dort hat Manfred Bartel Platz für seine Büroarbeiten und kann schnell zwischen beiden Geschäftsbereichen wechseln.

Eigentlich hatte er andere Gastronomie-Pläne, doch im Leben gibt es unvorhersehbare Wendungen.  Und nun ist es das Ambiente, mit dem er die Gasthausbranche in Lübben bereichert.  Das erste Jahr war ein Lehrjahr in vielerlei Hinsicht. Nicht nur an seinen eigenen Kenntnissen hat er gearbeitet. „Wir hatten im Winter nicht geschlossen. Das war ein Test. Im nächsten Winter soll das Café auch geöffnet bleiben, allerdings zu anderen Öffnungszeiten“, erklärt er. Und er möchte gern auch Kultur wagen – mit Veranstaltungen in den Abendstunden.  Da sei er noch auf der Suche.

Manfred Bartel freut sich, dass Stammgäste dem Café treu geblieben sind. „Manche haben den Wechsel gar nicht bemerkt“, sagt er mit einem Schmunzeln. Melanie Pietsch kennen viele, sie ist jetzt als Restaurantleiterin tätig. „Von ihr habe ich viel in der Praxis gelernt“, sagt er.  Darüber hinaus werde er Lehrgänge bei der Dehoga, bei der IHK und anderen belegen.

Gegenwärtig arbeitet Manfred Bartel mit drei Arbeitskräften und weiteren Aushilfen. Er ist froh, diesen Stamm zu haben, hat aber auch erfahren, wie schwer es ist, in der Gastronomie Personal zu finden. Wie andere gastliche Häuser in Lübben, hatte er ein Schild im Fenster, dass Unterstützung gesucht werde. Mit seinem Team kann er sich nun darauf konzentrieren, an der Speisekarte zu arbeiten. „Wir wollen den Stammgästen Gewohntes weiterhin bieten, wollen unsere Speisekarte aber neu sortieren“, sagt Manfred Bartel. Die beliebten selbstgemachten Limonaden gibt es in der Saison weiterhin. Doch auch Menüs wie beispielsweise zu Ostern und Pfingsten sollen noch besser etabliert werden.

Während er Pläne für das Café entwickelt, fragt er sich aber auch, wie Lübben die Zeit mit der Baustelle Ernst-von-Houwald-Damm/B87 zwischen Schlossinsel und Schloss übersteht, die nach dem Spreewaldfest eingerichtet wird. „Im vergangenen Jahr habe ich während des Spreewaldfests bis zu 35 Minuten gebraucht, um durch den Kreisverkehr zu kommen. Fußgänger sind in beide Richtungen ungehindert, ohne Einweisung, unterwegs gewesen“, erinnert er sich. So sei der Verkehrsfluss  in beiden Richtungen blockiert worden. Sollte das der Vorgeschmack auf die Bauzeit sein? Das Büro Degat hat eine Planung vorgestellt, die Baustraßen beinhaltet, um den Verkehrsfluss bei laufenden Arbeiten aufrechtzuerhalten. Besucher der Stadt müssen so gelenkt werden, dass sie die Innenstadt, Geschäfte, gastronomische Einrichtungen, Firmen und Behörden weiterhin erreichen. Mit gemeinsamen Marketing-Aktivitäten soll erreicht werden, dass Lübben für Gäste interessant bleibt. Das ist lebensnotwendig für die City.