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Märkische Heide startet durch im neuen Jahr

Das 10. Kinderfest der Gemeinde Märkische Heide zog im Juli 2016 viele Besucher an. Zum Landgut Pretschen pilgerten Familien aus der ganzen Region. In Kuschkow hat sich der Weihnachtsmarkt als Besuchermagnet etabliert, auf dem sich wieder die Ortsteile präsentierten.
Das 10. Kinderfest der Gemeinde Märkische Heide zog im Juli 2016 viele Besucher an. Zum Landgut Pretschen pilgerten Familien aus der ganzen Region. In Kuschkow hat sich der Weihnachtsmarkt als Besuchermagnet etabliert, auf dem sich wieder die Ortsteile präsentierten. FOTO: asd1
Groß Leuthen. Die Gemeinde Märkische Heide startet mit einem ausgeglichenen Haushalt ins Jahr 2017. Neben Investitionen in die Infrastruktur ermöglicht dies auch die Übernahme von freiwilligen Aufgaben, beispielsweise zur Unterstützung des beliebten Kinderfests, das auf dem Landgut Pretschen einen idealen Platz gefunden hat. Dahinter steht ebenso ehrenamtliches Engagement, unter anderem vom Verein Mroscina. Ingrid Hoberg

"Unser Haushalt für 2017 ist ausgeglichen und noch zum Ende des vergangenen Jahres, am 12. Dezember, von der Gemeindevertretung beschlossen worden", sagt Bürgermeisterin Annett Lehmann (Pro Märkische Heide). Im Januar-Amtsblatt ist der Beschluss veröffentlicht und damit in Kraft. "Das ist ein guter Start ins neue Jahr, damit können wir arbeiten", betont sie die solide Grundlage für die Arbeit in der Kommune. Der Finanzhaushalt weise rund 6,3 Millionen Euro Einnahmen aus, dem stehen 7,2 Millionen Auszahlungen gegenüber. "Letztmalig kann die Differenz aus den Rücklagen abgearbeitet werden", so die Bürgermeisterin. Für den Haushalt 2018 werde dies bedeuten, das Ausgaben reduziert oder Erträge durch höhere Einnahmen erzielt werden. Dazu müssen dann politische Entscheidungen getroffen werden.

In diesem Jahr hat sich die Gemeinde Märkische Heide zwei große Projekte vorgenommen - den Ersatzneubau der Kita in Biebersdorf und das neue Feuerwehrgerätehaus in Wittmannsdorf. "Die Haushaltsansätze haben wir gemacht und Fördermittel werden entsprechen der Planungsunterlagen beantragt", erklärt Annett Lehmann. Für die Kita, die an der Krugauer Straße in Richtung Groß Leuthener Weg gebaut werden soll, läuft noch ein naturschutzrechtliches Verfahren. Das Baugebiet befinde sich am Rand eines Bereichs, in dem Zauneidechsen vorkommen. "Im Frühjahr ist das Berichtsjahr zu Ende", sagt sie - zuversichtlich, dass gebaut werden kann. Für den Ersatzneubau der Kita hatte die Gemeindevertretung einen Grundsatzbeschluss gefasst. Für das alte Gebäude wird ein Nutzungskonzept erarbeitet, der Ortsbeirat soll in die Diskussion einbezogen werden, da das Haus in kommunaler Hand bleibt.

Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen ist in der Gemeinde vorhanden, die Einwohnerzahl habe sich um die 4000er Marke eingepegelt. "Mit der Tendenz nach oben", so die Bürgermeisterin. 2016 habe es eine positive Entwicklung durch den Zuzug unter anderem aus dem Berliner Raum gegeben. Manches "Liebhaberstück" aus dem kommunalen Bestand sei an einen neuen Eigentümer gegangen. Es gab auch Wünsche zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben. "Selbst kurz vor Weihnachten hatten wir noch Anfragen, doch die Kommune hat keine Hallen mehr", sagt Annett Lehmann. "Auf dem Grundstücksmarkt ist das Tal wohl durchschritten."

In diesem Zusammenhang sieht die Bürgermeisterin auch die Diskussion und Stellungnahme zum Entwurf des Landesentwicklungsplanes Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, zu dem die Kommunen im Süden des Landes sich negativ geäußert haben. "Da sind Klagen ohne Ende zu erwarten", sagt sie. Die Entwicklung sei nur auf den städtischen, nicht auf den ländlichen Raum ausgerichtet. "Wir haben Land und können es nicht verwerten." Dieser Planungsentwurf gehört für Annett Lehmann zu den Flops des Jahres 2016 - ebenso wie das Prozedere zur Feststellung der Zugehörigkeit zum Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. "Wir haben ein Jahr in der Gemeinde und in den Ortsteilen beraten - und dann wird unsere Stellungnahme ignoriert", stellt sie fest und ergänzt: "Die Ortsvorsteher sind sauer." Die Gemeinde habe einen Brief an das Kulturministerium geschrieben, um darauf aufmerksam zu machen. Vier Orte hatten der Zuordnung zugestimmt, 13 nicht. Unverständlich sei auch, dass die Märkische Heide zugeordnet worden sei, die Gemeinde Unterspreewald aber nicht.

Zu den Flops des vergangenen Jahres gehört für die Bürgermeisterin das Aus für die Arztpraxis in Groß Leuthen ohne Nachfolge, die Schließung des Einkaufsmarkts und der Weggang der Raiffeisenbank, auch wenn es in Neu Lübbenau eine erweiterte Filiale gibt. "Das wirkt sich alles auf die Gewerbebetriebe im Ort aus", betont Annett Lehmann.

Im Rückblick auf 2016 gibt es aber auch Tops. Dazu gehört die Ausstattung und Arbeit der Feuerwehr. So hat die Wittmannsdorfer Wehr ein neues Fahrzeug übernommen. Die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Wehr sowie zwischen der aktiven Einsatztruppe und der Jugendfeuerwehr habe sich verbessert. "Es finden jetzt monatlich gemeinsame Beratungen hier im Hause statt", sagt die Bürgermeisterin. Bekannter soll die Arbeit der Feuerwehr mit einem Kalender gemacht werden, der für das 2018 geplant ist. "Die Wehren spielen einen wichtigen gesellschaftlichen Part", betont sie. Ein toller Erfolg sei auch die erfolgreiche Ausrichtung des Kreispokallaufs der Feuerwehren gewesen.

Ein Thema, das Ende 2016 für viel Diskussionsstoff gesorgt hat, sind die Vorgaben der Landesregierung zur Kreisgebietsreform. Die Gemeinde Märkische Heide lehnt die bisher veröffentlichten Pläne ab und wird dazu in der nächsten Gemeindevertretersitzung einen Beschluss fassen.