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| 16:12 Uhr

Ehrung
„Dann bin ich zur Stelle“

Im linken Teil des Bildes stehen diejenigen, die in Märkische Heide für ihr Engagement in der Pflege, auch im Familienkreis, gewürdigt wurden. Rechts die Mitglieder des Seniorenbeirats, der sein 25-jähriges Bestehen feierte. Sie alle tragen zum vielfältigen gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde bei.
Im linken Teil des Bildes stehen diejenigen, die in Märkische Heide für ihr Engagement in der Pflege, auch im Familienkreis, gewürdigt wurden. Rechts die Mitglieder des Seniorenbeirats, der sein 25-jähriges Bestehen feierte. Sie alle tragen zum vielfältigen gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde bei. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Kuschkow. Märkische Heide würdigt ehrenamtliche Pflegekräfte und feiert 25 Jahre Seniorenbeirat. Die Veranstaltung zeigt die Vielfalt gesellschaftlichen Engagements. Von Ingvil Schirling

Mit einer ausgesprochen stimmungsvollen Veranstaltung haben die Gemeinde Märkische Heide und ihr Seniorenbeirat kürzlich eine ganze Reihe von Menschen geehrt, die andere Menschen pflegen, ihnen helfen und sie unterstützen. Gleichzeitig wurde das 25-jährige Bestehen des Seniorenbeirats gefeiert. Fazit: Der Nachmittag wurde zu einem vielfarbigen Kaleidoskop ehrenamtlichen Engagements.

Im schönen Saal des Gasthauses „Zum grünen Baum“ in Kuschkow hatte die Gemeinde fein eindecken lassen. Ein Ofen mit im Feuer knisternden Scheiten und eine große Leinwand mit Bildern aus der Gemeinde und von Ausflügen und Feierlichkeiten des Seniorenbeirats umrahmten die Bühne, auf die Wilfried Krause nacheinander diejenigen rief, die sich seit Jahren pflegerisch und ehrenamtlich engagieren. Sie waren von den Ortsteilen vorgeschlagen worden.

Das Schöne daran: Zu jeder Persönlichkeit fielen ihm und Bürgermeisterin Annett Lehmann besondere Worte ein. „Klein, aber oho – und lustig!“, „sehr aktiv und immer zuverlässig“, „Mitbegründerin der Märkischen Hupfdohlen“, „Frontfrau des Sportclubs“ – mit jedem und jeder Geehrten fügte sich ein weiterer Mosaikstein in das Bild eines Zusammenlebens, in dem man füreinander da ist.

Die geehrte Sigrid Leberecht ergriff als eine der wenigen selbst das Wort und gab einen berührenden Einblick in die Art und Weise, wie man auf dem Dorf aufeinander achtet. „Der Günter hat drei Hühner, und das ist unser Zeichen“, sagte sie. Gemeint ist Günter Burr, den sie regelmäßig unterstützt. „Wenn Günter die Hühner rauslässt, weiß ich: Es geht ihm gut. Sind sie noch drin, bin ich zur Stelle.“

Solche Geschichten, aber auch der Hinweis, dass gerne mal gefeiert werde, waren wichtig. Denn durchzogen war der Nachmittag von einem dünnen roten Faden der Melancholie. Wiederholt wies Wilfried Krause darauf hin, dass der ein oder andere leider nicht mehr so viel leisten kann, aus gesundheitlichen Gründen das bisherige Engagement einschränken muss. Er oder sie wurde in Abwesenheit gewürdigt.

Aus Hohenbrück wurde Gerhard Weber geehrt, aus Neu Schadow Peter Ostwald und Christine Hennig, aus Schuhlen Waltraut Freund und aus Wiese Marion und Werner Menzlow. Die Dürrenhofer Andrea Maas, Marianne Lindt, Marion Mietk und Manuela Kutzscher zählten zu den Geehrten ebenso wie die Biebersdorfer Veronika Borch, Adelheid Stegk oder Waltraud Knopp und Margurita Lehmann aus Gröditsch. Die Leibchelerin Susan Tschiersch war dabei, die Groß Leuthenerin Ursula Pöhla, aus Klein Leine Ingrid Rettig, aus Pretschen Vera Stehr und Maria Redlich.

Ob Mann oder Mutter, Tochter, Ehefrau oder alleinstehende Nachbarn unterstützt werden – die Bandbreite war groß. Weil Annett Lehmann und Wilfried Krause jeden persönlich kennen, kam nebenbei zur Sprache, was die Gewürdigten „sonst noch so“ machen und wie sie zum aktiven Dorfleben beitragen.

Aufgerufen worden waren die Seniorenbeauftragten in den einzelnen Orten, Menschen zu benennen, die sich im Alltag um die Pflege hilfsbedürftiger Personen und Familienangehöriger kümmern oder auch in der Seniorenarbeit sehr aktiv sind. Zum würdevollen Nachmittag trug neben der Kita Kuschkow mit ihrem Programm auch Sozialdezernent Carsten Saß (CDU) vom Landkreis Dahme-Spreewald mit seinem Begrüßungsworten bei, der sich für die Veranstaltung viel Zeit nahm.

Passend zum 25. Geburtstag des Seniorenbeirats der Märkischen Heide sind im Landkreis gerade die seniorenpolitischen Leitlinien überarbeitet worden, die für die Arbeit der Beiräte Handlungsempfehlungen geben und am Mittwoch im Kreistag zum Beschluss standen.

Der Seniorenbeirat um Wilfried Krause kann jedenfalls auf einen guten Zusammenhalt stolz sein. Gewürdigt wurde neben anderen Mitgliedern auch seine „rechte Hand“ Heidi Weber, die laut Annett Lehmann die „gute Seele“ sei, „damit er alle Termine hinkriegt“, neckte sie Wilfried Weber. „Andersherum funktioniert das aber auch“, gab dieser zurück, und wurde wenig später ebenso geehrt: „Wilfried mischt sich schon ein, dass muss man mal sagen“, sagte die Bürgermeisterin vor allem mit Blick auf Haushalts-Beratungen. „Da wird um jeden Euro für die Seniorenarbeit gerungen, und Wilfried Krause scheut sich auch nicht, mal was Schwieriges rüberzubringen im Sinne der Senioren.“

Auf ihr nächstes Treffen müssen die Älteren der Märkischen Heide nicht lange warten. Am 12. Oktober ist Senioren-Kirmes in der Gaststätte Döring in Pretschen. Ab 15 Uhr beginnt das Kaffeetrinken, der Seniorenbeirat singt – allein das sei ein Grund hinzugehen, sagte Annett Lehmann – und die Hupfdohlen sind mit ihrem Zwerchfell-herausfordernden Programm ebenfalls angekündigt.