"Erste Märchen- und Hofweihnacht" - das machte neugierig. Zahlreiche Leute waren im Dorf unterwegs. Ein Bild, das man sonst nur im Sommer kennt. Doch der idyllische Ort im Unterspreewald war am Wochenende einen Besuch wert. "Dass hier in der warmen Jahreszeit viel Betrieb ist und allerhand geboten wird, kannte ich von früheren Besuchen", erzählt der Berliner Eberhard Klose. "Doch dass es jetzt auch im Winter ein tolles Angebot hier gibt - das begeistert mich."

Die Anregung zur Märchen- und Hofweihnacht kam vom Betreiber-Quartett des Hafens in Schlepzig. "Wir wollten einfach mal etwas Neues ausprobieren", sagt die Kahnfährfrau Yvonne Huber. "Schön, dass so viele Leute mitgemacht haben. Das wird unsere Gemeinschaft im Dorf weiter stärken." Die beteiligten Akteure hatten sich große Mühe gegeben. Der große Hafen verwandelte sich in eine Winterlandschaft, wobei Stroh den fehlenden Schnee ersetzte. Dort lockte ein kleiner Markt, Kuschelkahnfahrten waren möglich, der Weihnachtsmann schaute vorbei.

Auch auf dem Hof von Heike Schiela wurden die Besucher herzlich empfangen. Das gesamte Gelände war liebevoll dekoriert, beispielsweise mit Märchenfiguren. Kulinarisch gab es die eine oder andere Überraschung, Präsente konnten gekauft oder kreiert werden. Kerzentauchen war eines der Angebote.

Heike Schiela hatte sich fleißige Helferinnen zur Unterstützung geholt, etwa ihre Sportfrauen aus Hartmannsdorf und Schlepzig. "Die Vorbereitungen und Durchführung haben viel Mühe gemacht", erzählt sie. "Doch es hat sich gelohnt. Die Veranstaltung ist eine Bereicherung für unser Dorf."

An verschiedenen Stellen im Ort konnten Kinder und Erwachsene den Märchenerzählern lauschen. Christiane Schmidt war eine der davon "Wenn viele Leute einen kleinen Beitrag leisten, wird die Märchen- und Hofweihnacht ein Erfolg", sagte sie.

Sie las ihre Geschichten am offenen Feuer in richtig uriger Atmosphäre. "Ich wollte die Besucher einladen, mal durch zu schnaufen, kurz inne zu halten." Die Einladung wurde dankend angenommen.

Ilona Krätsch aus Cottbus wechselte sich mit ihrer Freundin Christiane Schmidt ab, unterhielt die Gäste mit ihrem Saxofon. "Ich bin es gewohnt, mich einzubringen", sagt sie.

Die Märchen- und Hofweihnacht war für alle Beteiligten Neuland. "Ich hatte keinen genauen Vorstellungen von der Veranstaltung", sagt Michael Künzel. "Jetzt bin ich überrascht, dass sie so gut ankommt und so viele Gäste angelockt hat." Der Chef des Gasthofs "Zum Unterspreewald" hatte sich kulinarisch einiges einfallen lassen, etwa Wildgerichte angeboten. "Schmeckt super lecker", sagte der Randberliner Bernd Köhler. Michael Künzel war von der Resonanz auf die Märchen- und Hofweihnacht begeistert. "Das kann etwas ganz Großes werden." Das sehen Andrea und Torsten Schiela ähnlich. Sie hatten ihren nordischen Hof "Spreeidyll" geöffnet: "Die Idee gefällt uns, deshalb machen wir mit. Es macht uns großen Spaß, gemeinsam mit Anderen etwas auf die Beine zu stellen."

Von ihrer Initiative profitiert auch die Jugendfeuerwehr des Orts. "Wir haben die Schlepziger gebeten, kleine Geschenke für eine Tombola zu packen", erzählt Andrea Schiela. "Der Erlös kommt der Jugendfeuerwehr zugute." Die Aktion kam gut an, es gab zahlreiche Geschenke. Die Nachwuchsfeuerwehrleute selbst backten Waffeln für die Besucher. Viele von ihnen pilgerten von Hof zu Hof. Hier einen Glühwein, dort etwas Herzhaftes oder Süßes für den Gaumen. Dazu attraktive Unterhaltung und die eine oder andere Überraschung.

Elf Höfe und Einrichtungen beteiligten sich an der Premiere, darunter die Naturwacht, das Brauhaus, Bauernmuseum, Blumenstübchen, die Spreewald Destillerie und die Mühle. Musiker waren im ganzen Ort zu hören. Ein Shuttle-Verkehr per Kahn oder Kutsche wurde gern genutzt.

Wintertourismus spannend verpackt - eine Idee, die sehr gut ankam.