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Männer – muss man(n) mehr sagen?

Männer, wie sie sich gern sehen oder gern gesehen werden wollen.
Männer, wie sie sich gern sehen oder gern gesehen werden wollen. FOTO: Matthias Härtig
Lübbenau. Na klar, die Fußball-Weltmeisterschaft läuft, und trotz einiger weiblicher Fans ist sie vor allem eines: eine Domäne der Männer. Logisch, dass sich das Sommertheater der Bunten Bühne in Lübbenau mit "Männern" beschäftigt – mit Fußball aber nur am Rande. Jan Gloßmann

Die Männer sind dran dieses Jahr. Das sagt Matthias Härtig, der Ideengeber, Autor, Regisseur von "Männer". Das Sommerstück der Bunten Bühne gebe den Herrschaften "Gelegenheit, die Sau raus zu lassen. Und wenn, dann das volle Programm." Das offizielle Plakat verspricht da nicht zu viel. Zumindest so viel Nähe zum Fußball, um den es "an sich nicht" geht, darf denn doch sein: Es wird ein körperbetontes Spiel auf der Bühne am Gleis 9 {+3}/{-4} - Kenner wissen damit, dass das Sommertheater erneut im früheren Markt am Bahnübergang Berliner Straße gespielt wird (und nicht in der Bunten Bühne).

Härtig geht es um den Wandel, den die Region durchgemacht hat und noch immer durchmacht. Auf der Bühne werden zwei alte Metallspinde stehen, Helme. Es waren mal die Kraftwerker, stolz, stark, nahezu unbesiegbar. Heute sind sie Dauergast der Job-Agenturen. "Dazu kommt das Älterwerden, wie geht man damit um?" fragt (sich) Härtig. Oft ist es heute so, dass die Frauen arbeiten und das Geld für die Familie nach Hause bringen - oder eben in den Stripclub schaffen. Härtig: "Es gibt den Wechsel der Geschlechterrollen und den Wechsel der Klischees."

Sommertheater wäre nicht Sommertheater, wenn das alles nicht vor allem "ein Mordsspaß" wäre. Es gebe "totkomische" Szenen, versprechen der Regisseur und die Plakate.

Kombiniert wird das Sommertheater - Premiere ist am 28. Juni - durch eine Ausstellung im Foyer der Halle über das Kraftwerk Lübbenau. Die Arbeitsgruppe Zeitgeschichte der Lübbenaubrücke steuert Erkenntnisse bei und ein Modell des einstigen Riesen, in dem mal Tausende beschäftigt waren. Anhand des Modells könne man einiges wiederfinden, was in Gedanken vielleicht schon verschütt gegangen ist, oder man bekomme einen Eindruck vom Kraftwerk. Gern würde Härtig auch Filmschnipsel oder alte Werbetrailer zeigen, die vielleicht noch in privaten oder anderen Archiven schlummern.

Noch ist offen, ob das diesjährige Sommertheater das letzte in der ehemaligen Kaufhalle sein wird. Das hängt einerseits mit dem Aufwand für die Vorbereitungen zusammen, anderseits mit dem Fortgang der städtischen Pläne zur Umgestaltung des Stadions, zu dem das Gelände mittlerweile gehört. Mit dabei sein werden neben vielen bekannten Gesichtern aus den vergangenen Stücken auch Mitglieder des Theater-Kids-Clubs sowie des Jugendklubs der Bunten Bühne. Daran sei zu erkennen, dass es sich beim Sommerstück trotz mancher Schlüpfrigkeit nicht um ein P 18-Stück handele, so der Regisseur.

Wirtschaftliche Grundlage des einzigartigen Unternehmens bilden die Förderungen durch das Potsdamer Kulturministerium sowie durch die Stadt Lübbenau. Hinzu kommen Zuwendungen diverser privater Sponsoren und nicht zuletzt die Eintritt zahlenden Gäste - zwischen 800 und 1000 verzeichnet die Bühne pro Sommer. Zugleich läuft das, wenn auch etwas eingeschränkte, Programm im Haupthaus im Kulturzentrum Gleis 3 weiter, versichert Härtig. Ein Mammutvorhaben, das nur richtige Männer bewältigen - wenn sie die richtigen Frauen an ihrer Seite wissen.

Premiere ist am 28. Juni (19.30 Uhr). Am 29. Juni und zum Abschluss am 24. August gibt es Nachmittagsvorstellungen um 16 Uhr. Die Termine: Samstag, 28. Juni (19.30 Uhr) Premiere, 29. Juni, 16 Uhr, weiter am 8., 11., 18, 19., 25. und 29. Juli sowie 1., 8., 12., 15., 19. und 22. August (jeweils 19.30 Uhr).

Der Kartenvorverkauf läuft in der Bunten Bühne, in der Tourist-Information sowie dem Spreewiesel-Center. Karten-Telefon 03542 8896699 oder im Internet unter der Adresse www.buntebühnelübbenau.de