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| 16:18 Uhr

Schulfest in Lieberose
Luftballons lassen Wünsche schweben

 Zum Schulfest waren am Freitag viele Menschen, die mit der Lieberose Schule in Verbindung stehen, erschienen.
Zum Schulfest waren am Freitag viele Menschen, die mit der Lieberose Schule in Verbindung stehen, erschienen. FOTO: Jörg Kühl
Lieberose. Vor 110 Jahren wurde die Schule in Lieberose eingeweiht. Daran erinnerte ein buntes Fest.

(MOZ) Auf Kommando steigen mehrere Dutzend bunter Ballons, gefüllt mit Helium, in die Luft. An jedem Ballon baumelt eine Karte mit einem individuellen handschriftlich verfassten Wunsch an die Schule.

Auch sonst hatten sich die Schüler, Lehrer und Eltern einiges einfallen lassen, um dem 110-jährigen Jubiläum der Schule ein attraktives Programm zu verpassen. In einer szenischen Darbietung wurde „Schule vor 110 Jahren“ dargestellt. Die zahlreichen Zuschauer lernten, dass jeder Schultag mit einem Gebet und einem Zählappell begann. Und dass es in den Dorfschulen wohl herzlich, aber auch zackig zuging.

Etwas entspannter dann die Darbietungen „Die Traumschule“ und „Zauberflöte“. Daran hatten viele Spaß. Wie bei einem Schuljubiläum nicht anders zu erwarten, trafen sich auch viele „Ehemalige“ wieder: Schüler und Lehrer. Rolf Brunn etwa ließ es sich nicht nehmen, in „seiner“ Schule, in der er von 1965 bis 1990 Bio und Chemie unterrichtete, vorbeizuschauen. In einem Klassenzimmer war eine aufwendig gestaltete Ausstellung zur Geschichte der Schulen ganz allgemein und zur Geschichte der Lieberoser Bildungseinrichtung insbesondere, aufgebaut. Zu sehen waren originale Lehrmaterialien: Schulbücher, Hefte, Zeugnisse, Karten und botanische Zeichnungen. Ganz interessiert beugte sich Brigitte Jakobitz über die Vitrinen. Die Lieberoserin hatte in der Schule von 1961 bis 2000 als Lehrerin gearbeitet.

Auch ehemalige Schüler schnupperten in ihre alte Penne. So wie Tabea Müller aus Blasdorf, die aus innerer Verbundenheit mithalf, das Glücksrad zu bedienen. Auch Chelsea Reypa hatte die Schule besucht. „Es ist fast alles wie früher, nur Details sind neu, zum Beispiel die Rollstuhlrampe“, so die junge Lieberoserin. Der Förderverein der Schule briet Würste, die Feuerwehr verschaffte mit der Kübelspritze Abkühlung, es spielte die Schulband aus Goyatz.

Schulleiterin Adelheid Schauer hatte schon am Vortag bei einer Festveranstaltung in der Darre Aspekte der Schulgeschichte in Erinnerung gerufen. Zur DDR-Zeit war die Schule eine Polytechnische Oberschule mit zehn Klassen. In den 90igern gingen die Oberschüler nach Goyatz zur dortigen Oberschule. Heute ist die Lieberoser Bildungseinrichtung als reine Grundschule den Idealen des Reformpädagogen Johann Amos Comenius verpflichtet.