Von Andreas Staindl

Der Ersatzneubau der Kita „Waldhaus“ in Treppendorf macht neugierig. Rappelvoll war das Gebäude während des Tages der offenen Tür am Samstagnachmittag. „Dass so viele Leute kommen, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt der Kita-Leiter Alexander Mrose. „Es ist schön zu wissen, dass sich die Bürger für unsere Einrichtung interessieren.“

Nicht nur Eltern mit Kindern kamen, auch Großeltern und andere Leute schauten vorbei. „Das Haus ist sehr schön geworden“, sagt Annerose Schneider, „wenn auch längst nicht so familiär wie das alte Gebäude in der Nachbarschaft.“ Klar, das bisherige Domizil der Kita „Waldhaus“ war ein Gebäude in Form eines Einfamilienhauses. Es ging beschaulich zu, jeder hatte jeden fast überall im Blick. Familienatmosphäre halt.

Jetzt ist die Kindertagesstätte eine Einrichtung mit viel Platz, heller und freundlicher Gestaltung, funktionellen Räumen und modernster Technik. „Die Kita gefällt mir sehr gut“, sagt Antonia Lanto. „Große Fenster, helle Räume, einfach klasse. Ich bin überzeugt davon, dass sich Kinder und Erzieher hier sehr wohl fühlen.“ Und noch etwas hat sie begeistert: „Dass die Schränke quasi in den Wänden versteckt sind, finde ich super.“ Antonia Lanto ist selbst Erzieherin, arbeitet in der Spreewaldkita in Lübben. Sie war nicht die einzige Mitarbeiterin einer Kita, die sich das „Waldhaus“ am Samstag anschaute.

Seit August dieses Jahres ist die Einrichtung bezogen. Maximal 60 Kinder haben dort Platz. Bis zur Fertigstellung und dem Einzug sind allerdings einige Jahre vergangen. Den Planungsauftrag gab es bereits 2016. Zwei Jahre danach erfolgte die Grundsteinlegung, ein viertel Jahr später das Richtfest des Ersatzneubaus. Etwa drei Millionen Euro hat der Ersatzneubau im Lübbener Stadtteil gekostet. Knapp die Hälfte davon flossen als Fördermittel über das Leader Programm – einem Projekt zur Entwicklung des ländlichen Raums.

Die finanziellen Mittel sind in Treppendorf offenbar gut angelegt. „Meine Enkel sind total begeistert“, sagt Annerose Schneider. „Sie gehen gern hier her, lernen viel. Die Bedingungen sind aber auch super. Sportraum und Kinderküche etwa gab es im alten Objekt nicht“, erzählt die Lübbenerin. „Auch, dass es jetzt separate Toiletten für jede Gruppe gibt, ist klasse.“ Und die kommt die moderne Gestaltung bei den Gästen an, etwa die schrägen Wände? „Finde ich gar nicht schlecht“, sagt Antonia Lanto. Und Lübbens zuständige Fachbereichsleiterin Petra Streiber ergänzt: „Man muss auch mal Neues wagen.“

Der Ersatzneubau der Kita „Waldhaus“ ist das modernste Gebäude der Stadt Lübben, wie der Klimaschutzmanager Matthias Städter kürzlich während der Wandel-Tour (die RUNDSCHAU berichtete) sagte. Das Niedrigenergie-Gebäude erfülle schon den Standard, der für kommunale Gebäude erst 2050 erreicht werden soll. Das kommt offenbar an, wird honoriert. „Besucher sind von der Technik im Haus, aber auch von der Gestaltung der Räume begeistert“, sagt Alexander Mrose. „Die unterschiedlichen Bereiche bieten uns viel mehr Möglichkeiten. Sie werden den Kindern eine tolle Entwicklung ermöglichen.“

Noch ist vieles neu für Kinder, Eltern und Erzieher. Doch Wege und Abläufe werden mit der Zeit immer vertrauter. „Es spielt sich so langsam ein“, sagt der Kita-Leiter, „auch wenn das eine oder andere noch nicht optimal läuft. Doch das sind Kleinigkeiten. Wir fühlen uns sehr wohl in unserem neuen Haus.“ Welche Möglichkeiten es dort gibt, das haben die Besucher am Samstagnachmittag erfahren. Sie konnten sich über die pädagogische Arbeit informieren und die einzelnen Räume kennenlernen.

Die Angebote wurden rege genutzt. „Komm Mama, hier geht’s zum Sportraum“, rief eines der Mädchen und zog heftig an Mutters Arm. Andere Kinder hatten ihre Eltern längst dorthin „entführt“. In anderen Räumen wurde gebastelt, experimentiert und in verschiedene Lernangebote reingeschnuppert. Das neue Kita-Haus entdecken und begreifen, das macht hungrig. Kulinarische Leckereien gab es reichlich. Die Kita „Waldhaus“ hat mit der Freiwilligen Feuerwehr zudem einen interessanten Nachbarn, der den Tag der offenen Tür mitgestaltete, auch den abschließenden Lampionumzug begleitete.