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| 02:50 Uhr

Lübbener Verkehrs-Debatte kreiselt um neue Ideen

Der Lübbenauer Erwin Lieke (2.v.re.) hat seine Ideen zur Entspannung der Verkehrssituation in Lübben vorgestellt.
Der Lübbenauer Erwin Lieke (2.v.re.) hat seine Ideen zur Entspannung der Verkehrssituation in Lübben vorgestellt. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Seit Jahren wird über eine Ortsumfahrung in Lübben diskutiert. Eine Realisierung ist nicht in Sicht. Jetzt gibt es einen alternativen Vorschlag. Bahnunterführung und Kreisverkehre sollen den innerstädtischen Verkehr in Lübben neu ordnen und erleichtern. Andreas Staindl/asd1

Die Idee stammt von Erwin Lieke - einem Bauingenieur in Rente aus Lübbenau.

Allerdings haben sich am Sonnabend nur wenige Bürger für die Vorschläge von Erwin Lieke interessiert. Und doch dürften seine Ideen eine neue Diskussion anschieben. Der Lübbenauer geht davon aus, dass seine Variante mindestens 50 Prozent billiger wird als die geplante Ortsumfahrung, eher sogar noch weit mehr Geld eingespart würde. Für etwa 23 Millionen Euro lässt sich der innerstädtische Verkehr in Lübben entspannen, wie Lieke sagt. Auf 52,5 Millionen Euro würden derzeit die Kosten für eine Ortsumfahrung geschätzt. "Diese", sagt Thomas Liebsch von der Bürgerinitiative in Treppendorf, "löst aber unsere innerstädtischen Probleme nicht."

Das Gros der Fahrzeugführer fahre gezielt in die Kreisstadt, etwa zur Arbeit, zu Behörden, zum Arzt oder Einkauf. Erwin Lieke will den Verkehr flüssiger machen. Sein Vorschlag: Eine Straßenunterführung unter den Bahngleisen auf der B 87 in Richtung Luckau. "Das ist technisch möglich", sagt der Fachmann. Die Ziegelstraße und die Bahnhofstraße würde er mit Kreisverkehren anbinden. Mit ähnlichen Vorschlägen hatte Lieke in Lübbenau die Debatte um den Umbau der Bahnübergänge in der Stadt forciert.

Um einen reibungslosen innerstädtischen Verkehr zu gewährleisten, schlägt der Lübbenauer weitere Kreisverkehre vor: Frankfurter Straße/Lieberoser Straße, Gubener Straße/An der Kupka, Logenstraße/Puschkinstraße, Luckauer Straße/Puschkinstraße und Logenstraße/Bahnhofstraße. Mindestens 30 Millionen Euro könnten Erwin Lieke zufolge gegenüber der Ortsumfahrung gespart werden.

Jürgen Müller vom Bund der Steuerzahler in Brandenburg hält den Vorschlag des Lübbenauers "durchaus für geeignet, den innerstädtischen Verkehr in Lübben in Griff zu bekommen". Auch er geht davon aus, dass die Ortsumfahrung "kaum Erleichterung bringt". Zudem befürchtet Müller, dass die Ortsumfahrung erheblich teurer als die bisher geschätzten 52,5 Millionen Euro würde.

Jürgen Lüth von der Bürgerinitiative Pro Umgehungsstraße will dennoch an der Ortsumfahrung festhalten. "Das Gros unserer Bürger will diese Lösung." Er befürchtet: "Wenn es uns nicht gelingt, uns für eine Variante zu entscheiden, ist das Projekt Umgehungsstraße tot. Wir brauchen Geschlossenheit in Lübben, um überhaupt eine Chance zu haben." Seiner Ansicht nach würde der innerstädtische Straßenausbau Lübben nicht entlasten. Lüth erkennt allerdings an, "dass sich ein Nicht-Lübbener mit unserer Verkehrssituation beschäftigt". Thomas Kaiser vom Verein "wir-von-hier" in Lübben sieht die Gefahr, "dass wir noch ewig auf die Umgehungsstraße warten und auf unseren innerstädtischen Straßen nichts mehr passiert". Deshalb müsse sofort gehandelt, müssten Chancen für einen innerstädtischen Ausbau ergriffen werden. Thomas Liebsch sieht die Verkehrssituation in Lübben als einen "dynamischen Prozess". Er wünscht sich, dass die Stadtverordneten ihren Beschluss pro Ortsumfahrung von 2008 überdenken und sich mit den Vorschlägen von Lieke auseinandersetzen: "Es gibt Alternativen, und die sollten wir öffentlich diskutieren."