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Lübbener Verein verlässt Tourismusverband

Bye bye, Tourismusverband: Der Lübbener Verein hat zum Jahresende gekündigt.
Bye bye, Tourismusverband: Der Lübbener Verein hat zum Jahresende gekündigt. FOTO: D. Ziemer
Lübben. Der Tourismusverein Lübben verlässt den Tourismusverband Spreewald zum Ende des Jahres. Vorsitzende Sylvia Lehmann hat die Kündigung auf Rundschau-Nachfrage bestätigt. Hauptgrund sind aus ihrer Sicht steigende Kosten bei gleichbleibendem Angebot. Ingvil Schirling / jg

"Richtig ist: Wir haben fristgemäß und ordentlich gekündigt und sind damit noch Mitglied bis Ende 2014", sagt Sylvia Lehmann. Die Vorsitzende des Tourismusvereins Lübben/Spreewald und Umgebung informiert auch über die Gründe: "Was wir erleben ist, dass die Angebote immer teurer werden. Wollen wir bei einer Messe separate Aufsteller für Lübben, müssen wir die auch extra bereitstellen. Wenn wir dort jemanden haben wollen, der uns repräsentiert, müssen wir die Person zusätzlich bezahlen."

Sie fährt fort: "So viel Geld hat man nicht. Und dazu kommt, dass sich das Qualitätsangebot demgegenüber nicht erhöht hat."

So wie die Glücksburg herangehe, kritisiert Sylvia Lehmann weiter, "werden sich kleine Leistungsträger die Akquise und Werbung finanziell nicht mehr leisten können." Der Lübbener Tourismusverein orientiere sich aktuell in Richtung der Nachbarorte. "Wir sitzen regelmäßig mit den Tourismusvereinen in Burg und Lübbenau zusammen", so die Lübbener Vereinsvorsitzende weiter. "Wir könnten uns durchaus vorstellen, in punkto Werbung gemeinsam etwas zu machen."

Annette Ernst, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Spreewald, konnte dazu konkret noch nichts sagen. Sie befand sich in dieser Woche im Urlaub.

Die Kündigung des Lübbener Vereins stößt in der Spreewaldstadt allerdings nicht überall auf Einverständnis. "Gibt es Signale, dass Burg und Lübben, die uns schmählich verlassen haben, wieder zurückkehren, um die Region gemeinsam zu vermarkten, wie sich das gehört?", wollte beispielsweise Martin Wille wissen. Die Frage stellte der SPD-Abgeordnete im Kreisausschuss an die Dahme-Spreewald-Verwaltung.

LDS-Wirtschaftsdezernent Wolfgang Starke (SPD) ist optimistisch, "dass wir die ausgetretenen Tourismusvereine bald wieder im Tourismusverband Spreewald begrüßen dürfen". Für die Tourismusvereine Lübben und Burg sei die Übernahme des Geschäftsbesorgers GLC Glücksburg Anlass gewesen, auszutreten und die weitere Arbeit zunächst kritisch zu beobachten. "Wir sind mit dieser bisher recht zufrieden", schätzte Starke ein. Er sei daher optimistisch, dass die beiden Vereine zurückkehren würden.

Außerdem seien aus Lübben die Stadt selbst und die TKS nach wie vor Mitglied im Tourismusverband Spreewald. "Als Region sind wir ja weiterhin vertreten", ist sich Sylvia Lehmann in diesem Punkt mit ihm einig.

Starke hatte im Zusammenhang mit der Nachfrage von Martin Wille von der jüngsten Mitgliederversammlung des Tourismusverbands Spreewald berichtet. Neuer und alter Vorsitzender ist Landrat Harald Altekrüger (Spree-Neiße). Seine Stellvertreter sind Wolfgang Starke und der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel (CDU). Im Verband, so Starke, "begleiten uns seit einigen Jahren finanzielle Probleme. Es geht immer alles gerade so", schätzte er ein, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Nun hoffe man, "gute Ideen zu finden, durch die wir auch gutes Geld herbekommen".

Zum Thema:
Der Tourismusverband Spreewald will nach den Worten seiner Geschäftsführerin Annette Ernst mit möglichst allen Leistungsträgern im Reisegebiet zusammenarbeiten. So sei zwar der Burger Tourismusverein ausgetreten, die gemeinsame Arbeit mit Anbietern wie Hafenmeister Dirk Meier oder dem Hotelier Olaf Schöpe funktioniere jedoch. Annette Ernst will anregen, auch Luckau in den Verband zu holen. "Je mehr wir sind, desto stärker sind wir." jg