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| 01:28 Uhr

Lübbener Tafel muss ihr Domizil verlassen

Kinderrestaurant und Möbelkammer sowie die Tafel müssen aus dem Gebäude an der Wettiner Straße ausziehen.
Kinderrestaurant und Möbelkammer sowie die Tafel müssen aus dem Gebäude an der Wettiner Straße ausziehen. FOTO: Tilo Winkler
Lübben.. Die Lübbener Ausgabestelle der Luckauer Tafel sowie Möbel- und Kleiderkammer und das Kinderrestaurat an der Wettiner Straße müssen demnächst ihr Domizil verlassen. Der eingeschossige Flachbau soll abgerissen werden und einem Parkplatz weichen. Tilo Winkler


Das Gebäude gehört seit kurzem der Lübbener Wohnungsbaugesellschaft (LWG). „An dieser Stelle sollen Parkplätze entstehen“ , erklärt LWG-Geschäftsführer Hartmut Kohlmann. Dies sei Teil des Auftrags der Stadt an die kommunale Gesellschaft, „das Gebiet zu entwickeln“ . Außerdem sei das Gebäude inzwischen „fast eine baufällige Hütte“ und entwickle sich zu einer Gefahr, so Kohlmann. Es müsse daher dringend etwas passieren.

Noch keine Kündigung
Den Mietern sei allerdings noch nicht gekündigt worden, sagt Hartmut Kohlmann. „Ich warte auf ein tragfähiges Konzept, wie umgezogen werden kann.“
Einer der Mieter ist das Albert-Schweitzer-Familienwerk Brandenburg, das die Tafel betreibt und bislang an der Wettiner Straße immer donnerstags Lebensmittel an Bedürftige abgibt. Dass die Tafel ihren angestammten Platz verlassen muss, ist Bereichsleiterin Brigitte Huth bekannt. Bei der Suche nach einer Alternative in Lübben „verlassen wir uns auf die Stadt“ , erklärt sie. „Wir stehen mit dem Bürgermeister in Verbindung.“ Eine Alternative sei jedoch noch nicht gefunden worden. „Es gibt ein paar Bedingungen, die berücksichtigt werden müssen“ , sagt Brigitte Huth. Der Standort der Tafel sollte nicht direkt an einer viel befahrenen Straße liegen, um die Gäste zu schützen. Die Räume müssten zudem bestimmten Hygiene-Vorschriften genügen. „Außerdem muss der Mietpreis im Rahmen unserer Möglichkeiten sein“ , so die Bereichsleiterin. Sie habe sich bereits einige Objekte angeschaut, aber letztendlich alle verwerfen müssen. Brigitte Huth gibt sich aber optimistisch: „Ich bin ein positiv denkender Mensch. Ich mache mir noch nicht so viele Gedanken.“
Auch bei der Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht (Gefas), die Träger der Möbel- und Kleiderkammer sowie des Kinderrestaurants ist, hat die Suche nach einer neuen Unterkunft begonnen. „Bisher gibt es eine mündliche Information, dass uns gekündigt werden soll“ , erklärt Gefas-Regionalleiterin Martina Schneider. Für Möbel- und Kleiderkammer seien ein Ausweichstandort im Blick, „nur für das Kinderres taurant noch nicht“ , ergänzt Martina Schneider.
Das Gebäude an der Wettiner Straße war nach Angaben von LWG-Chef Kohlmann ursprünglich als Baustellenunterkunft errichtet worden, als zu DDR-Zeiten die benachbarten Wohnhäuser entstanden. Später wurde es als „Dienstleistungskomplex“ bezeichnet, in dem sich unter anderem die Sekundärrohstoffannahme befand.

Baubetriebshof wird erweitert
Das Haus gehörte bis vor kurzem der Stadt. Rathaus-Sprecherin Hannelore Tarnow zufolge tauschte Lübben das kommunale Grundstück gegen ein LWG-Grundstück an der Puschkinstraße in unmittelbarer Nähe zum Baubetriebshof ein. „Der Baubetriebshof soll erweitert werden“ , erklärt Hannelore Tarnow. Geplant seien der Neubau einer Werkstatt und eines Verwaltungsgebäudes. „Die gegenwärtig als Verwaltung genutzten Räume sind in einem alten Fachwerkgebäude und befinden sich in einem desolaten Zustand.“ So entspreche zum Beispiel die Raumhöhe von 2,30 Metern nicht den gesetzlichen Anforderungen. „Bis zum Jahr 2010 sollen in die Erweiterung rund 590 000 Euro investiert werden“ , ergänzt Hannelore Tarnow. Davon seien im diesjährigen Haushalt bereits 200 000 Euro verankert.