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Lübbener Stadtentwässerung geht Leitungserneuerung an

Zwischen der Lieberoser Straße und dem Kiefernweg wurden neue Trink- und in diesem Zuge auch Abwasserleitungen verlegt.
Zwischen der Lieberoser Straße und dem Kiefernweg wurden neue Trink- und in diesem Zuge auch Abwasserleitungen verlegt. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Kaum ist das große und knifflige Projekt Kläranlagensanierung in Lübben abgeschlossen, schon geht die Stadtentwässerung (SEL) als Eigenbetrieb ans nächste umfangreiche Vorhaben. Auf den Tischen der Stadtverordneten liegen - aktuell zur Vorberatung in den Fachgremien - die 15 Seiten des Wirtschaftsplans für das kommende Jahr. Ingvil Schirling

Daraus wird deutlich: "An der Kläranlage sind die großen Arbeiten durch", sagt SEL-Chef Bert Dörre. Für die kommenden Jahre stehen eher Fortführungen und Instandhaltungsarbeiten an. Das Hauptaugenmerk liegt nunmehr auf der Erneuerung der Schmutzwasserhauptdruckleitung. Sie sei "auf der Grundlage der Sanierungsanordnung des Landkreises Dahme-Spreewald" in den Jahren 2017 bis 2021 zu errichten, geht aus dem Wirtschaftsplan hervor. Der Neubau ist eine Kernmaßnahme des Abwasserbeseitigungskonzepts, das von den Stadtverordneten Ende 2016 beschlossen wurde. Die Leitung muss komplett erneuert werden. Sie erstreckt sich von der Brauhausgasse, wo das Schmutzwasser aus allen Ecken Lübbens zusammengeführt wird, bis zur Kläranlage, wohin es weitergepumpt wird. Für einen ersten Abschnitt laufen die Arbeiten bereits. Diese Baustelle war an der Lieberoser Straße lange sichtbar und führte über den Sommer teilweise zu halbseitigen Verkehrseinschränkungen. Nun hat sie sich weiter zurückgezogen. Weil die Stadt- und Überlandwerke dort ohnehin eine neue Trinkwasserleitung verlegen mussten, ergriff Bert Dörre von der SEL die günstige Gelegenheit und ließ einen ersten Teil der Freigefälle-Leitung für das Schmutzwasser gleich mit in die Erde bringen. Sie führt über das Pumpwerk an der Lieberoser Straße zum Kiefernweg.

So wie hier will die SEL auch für die weiteren Abschnitte der Leitung günstige Gelegenheiten nutzen, wenn ohnehin gebaut wird, und daher die eigene Planung mit anderen Vorhaben eng abstimmen. Die großen finanziellen Posten für das kommende Jahr sind Kanalarbeiten an der Postbautenstraße für 640 000 Euro und eine Bypassleitung für die Hauptdruckleitung mit 500 000 Euro. Für den Abschnitt am Ernst-Von-Houwald-Damm sind 300 000 Euro eingeplant. In Summe schlägt allein die Sanierung des Kanalnetzes mit fast zwei Millionen Euro zu Buche.

160 000 Euro sollen in Pumpwerke investiert werden, konkret je zur Hälfte in das am Lubolzer Scheunenweg und ein weiteres an der Lübbener/Lubolzer Straße. Jeweils rund 50 000 Euro fließen einerseits ins Klärwerk, andererseits in die Betriebsausstattung der SEL, vor allem in Kleintechnik.

Finanziert wird all das aus den Gebühren für das Schmutzwasser, die bei 4,70 Euro je Kubikmeter liegen, sowie - vorausgesetzt, die Stadtverordneten stimmen zu - einer Kreditaufnahme. 200 000 Euro stehen dafür in Rede. Bereits für 2017 genehmigt ist ein Kredit in Höhe von 700 000 Euro, der wegen der steigenden Baukosten möglicherweise in Anspruch genommen werden muss. Damit ergäben sich 900 000 Euro als Gesamtkreditaufnahme für 2018. Diskutiert wird das heute Abend im Finanzausschuss (17 Uhr, Raum 207 des Rathauses). Geplant ist weiterhin eine Beratung im Hauptausschuss. Entscheiden müssen die Stadtverordneten.

Zum Thema:
Die Stadt Lübben hat nach kontroverser Diskussion vor einigen Jahren auf eine reine Gebührenfinanzierung der Schmutzwasserentsorgung umgestellt. Die früher geleisteten Beiträge wurden - bis auf wenige Einzelfälle, wo noch Erben gesucht werden - alle zurückgezahlt, informiert Bert Dörre, Werkleiter der Stadtentwässerung Lübben.