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| 13:43 Uhr

Wohltäter für den Darm
Die Spreewälder Vitamin-Bombe

Die Spiel-und Trachtengruppe aus Briesensee zeigt, wie Spreewälder Sauerkraut nach alter Tradition hergestellt wird.
Die Spiel-und Trachtengruppe aus Briesensee zeigt, wie Spreewälder Sauerkraut nach alter Tradition hergestellt wird. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Die Lübbener schwören auf das nach traditioneller Art mit den Füßen gestampfte Sauerkraut. Von Andreas Staindl

Sauerkraut ist gesund. Es enthält Vitamine, ist voller lebenswichtiger und hochwirksamer Mikroorganismen, die einen Großteil des menschlichen Immunsystems bilden und den Organismus vor Krankheiten schützen. Und doch wird dieses Lebensmittel längst nicht mehr so häufig verzehrt. Das Kraut mit seinem säuerlichen Geschmack hat es schwer gegen die künstliche Konkurrenz der Lebensmittelindustrie.

Früher haben die Menschen Sauerkraut vor allem im Winter gegessen, um fit und gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Gertrud Heider schwört noch immer darauf, sie kennt den positiven Effekt. „Ich esse gern und viel Sauerkraut, denn es enthält Vitamine und schmeckt auch noch lecker.“ Die 80-Jährige bricht eine Lanze für das saure Kraut – wenn es denn wie früher nach traditioneller Art hergestellt wird, wenn aus Weißkohl nach mehreren Wochen der Gärung ein leckeres und vor allem gesundes Lebensmittel wird.

Mit ihrer Spiel-und Trachtengruppe der Domowina in Briesensee (Lieberose/Oberspreewald) bewahrt sie diesen Brauch. „Wir haben uns der Pflege und dem Erhalt alter Traditionen verschrieben“, sagt Gertrud Heider, die den Verein leitet. „Das Herstellen von Sauerkraut auf altbewährte Art gehört dazu.“ Sie und ihre Mitstreiter des Vereins begeistern damit immer wieder aufs Neue. Und sie machen neugierig, klären auf, geben Tipps. „Viele Leute wollen das Rezept, um Sauerkraut selbst herstellen zu können“, erzählt die Vereinschefin. Man kann den Frauen und Männern der Gruppe aber auch einfach auf die Finger und über die Schultern schauen, wenn sie aus Weißkohl bekömmliches Sauerkraut machen.

Die Männer schneiden den Kohl, hobeln ihn anschließend in kleine Stücke. Der zerkleinerte Weißkohl kommt in ein großes Holzfass. Salz und Kümmel drauf, und schon kann das Stampfen beginnen. „Wir nehmen immer Meersalz, allerdings ohne Jod“, erzählt Gertrud Heider. Das Kraut wird tatsächlich mit den Füßen gestampft – so wie es ohnehin früher üblich war, sehr zur Verwunderung der Zuschauer. Im Handumdrehen wird aus dem Kohl jedoch kein Sauerkraut. Die Masse muss erst drei Wochen lang im Holzfass gären. Das fertige Kraut ist dann sehr begehrt wie die Vorsitzende der Spiel- und Trachtengruppe sagt. „Es schmeckt viel besser als das industriell gefertigte Sauerkraut. Und gesünder ist es ganz bestimmt auch noch.“

Sie selbst ist der beste Beweis. Auch mit 80 Jahren steckt sie noch voller Elan, sprüht sie vor Ideen. Und sie will auch weiterhin eine Lanze für das Sauerkraut brechen. Während des Spreewaldfestes im September dieses Jahrs in Lübben möchte sie wieder dabei sein: „Ohne uns findet das Fest doch sonst gar nicht statt“, sagt sie scherzhaft. Ein Hingucker für die Besucher ist das Herstellen von Sauerkraut auf jeden Fall. Wo sonst wird für die Gesundheit mit den Füßen gestampft?