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Lübbener „Plauderstübchen“ nullt zum ersten Mal

Lübben.. Vor zehn Jahren am 22. März öffnete das „Plauderstübchen“ in der Logenstraße seine Türen. Als Begegnungsstätte konzipiert, machte das „Plauderstübchen“ seinem Namen bald alle Ehre.

Es wurde zum Treffpunkt für behinderte Menschen, für Sozialschwache und Arbeitslose, für Diabetiker, den Blinden- und Sehschwachenverband, den Verein Horizonte, diverse Selbsthilfegruppen und viele andere Menschen. Hier konnten sie sich ihre alltäglichen kleinen und großen Sorgen von der Seele reden.
„Das familiäre Verhältnis im „Plauderstübchen“ macht es den Menschen leichter, über Sorgen und Nöte zu reden“ , sagt Peter Stuth, Geschäftsführer der Behindertenarbeitsgemeinschaft Lausitz (Bal). Im Plauderstübchen gehe es nicht darum, „etwas zu verkaufen“ . vielmehr soll es ein Ort der Kommunikation sein, ein Ort, an dem die Besucher „ihr Herz ausschütten“ können. Hier stünden sie keinem Beamten gegenüber, für den sie nur eine Nummer, ein Fall sind. Im Plauderstübchen existierten Hemmschwellen, wie man sie oft bei einem Gang durch die Ämter verspüre, nicht. „Wir halten eben auch einmal unsere Schulter zum Ausheulen hin“ , erklärt Katrin Sattler, Psychologin bei der Bal, den Unterschied. Sie freue sich, dass das „Plauderstübchen“ in den zehn Jahren seines Bestehens zu einer „wirklichen Begegnungsstätte“ geworden sei.
Dabei begann es im Jahr 1993, als die Bal das Projekt übernahm, alles andere als optimal. Das „Plauderstübchen“ fungierte als Arbeitslosenzentrum, als lose Begegnungsstätte. Rollstuhlfahrer hatten keine Möglichkeit, in das Objekt zu gelangen - Treppen machten ihnen dies unmöglich. „Im November, Dezember begannen wir mit dem Umbau des Gebäudes“ , erzählt Peter Stuth. Es wurde eine Rampe errichtet, über die Rollstuhlfahrer in das „Plauderstübchen“ gelangen, die Sanitäranlagen wurden umgebaut, die Tische in der Begegnungsstätte „unterfahrbar“ gestaltet.
Heute ist das „Plauderstübchen“ nicht nur bei den Lübbenern sehr beliebt. „680 Reisegruppen sind im Verlauf der zehn Jahre bei uns gewesen, darunter waren 1852 Rollstuhlfahrer“ , sagt Peter Stuth. Diese Reisegruppen, die meist Tagestouren in den Spreewald unternähmen, würden von den Mitarbeitern teilweise mitbetreut. „Dazu gehört auch füttern, beruhigen, windeln“ , so Karin Sattler. Die gute Betreuung im Lübbener „Plauderstübchen“ hat sich herumgesprochen. „Einige kommen immer wieder zu uns“ , sagt Peter Stuth. Ein Grund mehr noch, das zehnjährige Bestehen zu feiern. (cn)