Von Andreas Staindl

Hartmannsdorf wird von zwei Frauen geführt. Sylvia Greiser und Carolin Penk bilden den Ortsbeirat seit den Kommunalwahlen im Mai dieses Jahres. Erste Spuren haben beide schon hinterlassen. Und das mithilfe des Nachwuchses. Der hat nämlich kürzlich das Buswartehäuschen im alten Dorfkern gestrichen.

Die in die Jahre gekommene Farbe runtergeschmirgelt, die neue mit Pinsel aufgetragen. Keine leichte Arbeit für die Mädchen und Jungen, doch sie hat sich gelohnt. Zur Belohnung gab es leckere Würstchen vom Grill. Und Lob vom Ortsbeirat sowie den helfenden Müttern, die später auch das zweite Buswartehäuschen im rund 600 Seelen-Ortsteil gestrichen haben.

Die Frauen haben damit ein optisches Zeichen gesetzt. „Wir würden gern noch ein buntes Motiv auf einer der Wände des Häuschens im Dorfkern auftragen“, erzählt Sylvia Greiser. „Es wäre schön, wenn wir das auch realisieren könnten.“ Nicht das einzige Vorhaben, das der Ortsbeirat im Blick hat. „Im Wiesengrund fehlt weiterhin eine Straßenbeleuchtung“, sagt Carolin Penk. „Und unser Friedhof soll eine Urnenwand erhalten. Ein Standort ist gefunden, die Realisierung im nächsten Jahr geplant.“ Neue Bänke sind schon aufgestellt auf dem Friedhof.

Es sind kleine Dinge, die dem Ortsbeirat am Herzen liegen. Doch sie helfen, den Ortsteil der Stadt Lübben noch liebens- und lebenswerter zu machen. „Wir nehmen die Wünsche der Bürger auf und versuchen, diese umzusetzen“, sagt Sylvia Greiser. Einer davon ist der Wunsch nach Tempo 30 auf der Hartmannsdorfer Landstraße, am Dorfanger und in Schauna. „Das sind die einzigen Straßen in unserem Ortsteil, in denen noch 50 km/h erlaubt sind“, erzählt Carolin Penk. „Doch gerade dort wird oft viel schneller gefahren. Das ist für die Anwohner wegen des alten Pflasters eine Lärmbelästigung, vor allem aber ist es sehr gefährlich. Wir haben viele Kinder im Dorf. Zudem nimmt der Radtourismus hier immer mehr zu.“ Eine Verkehrszählung inklusive Geschwindigkeitsmessung habe schon stattgefunden, doch ohne zufriedenstellendes Ergebnis. „Die Messung erfolgte zwischen neun und elf Uhr“, erzählt Sylvia Greiser, „also nicht während der Zeiten, an denen besonders viele Fahrzeuge raus- und reinfahren.“ 49 Kraftfahrzeuge seien während der zwei Stunden registriert worden, drei davon fuhren bis zu zehn km/h schneller als erlaubt. „Repräsentativ war das nicht“, sagt Carolin Penk, „zumal man die Messanlage schon von Weitem gesehen hat“. Deshalb werde es vorerst keine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30km/h geben. „Wir bleiben aber dran“, versichern die beiden Kommunalpolitikerinnen.

Ein weiterer Wunsch der Bürger werde dafür demnächst umgesetzt. Beide Buswartehäuschen erhalten Sitzgelegenheiten. Geplant ist zudem ein Frühjahrsputz. Der soll im nächsten Jahr rund um das Dorfgemeinschaftshaus stattfinden – inklusive des Streichens der Halterung für Gießkannen und andere Utensilien auf dem Friedhof. „Und wir wünschen uns weitere Schautafeln, um noch mehr Bürger über Aktivitäten in Hartmannsdorf zu informieren“, sagt Sylvia Greiser. „Die Tafeln könnten auch von Vereinen genutzt werden.“ Der Ortsbeirat ist ohnehin an einer engen Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Dorf interessiert: „Mit dem Kultur- und Sportverein beispielsweise arbeiten wir schon sehr gut zusammen.“