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| 19:15 Uhr

Brandenburger Lehrerpreis
Lübbener Lehrerin ausgezeichnet

Britta Klauck, Lehrerin an der Lübbener Liuba-Grundschule, ist mit dem Brandenburger Lehrerpreis ausgezeichnet worden. Er würdigt die Leistung zahlloser engagierter Pädagogen im Land.
Britta Klauck, Lehrerin an der Lübbener Liuba-Grundschule, ist mit dem Brandenburger Lehrerpreis ausgezeichnet worden. Er würdigt die Leistung zahlloser engagierter Pädagogen im Land. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Britta Klauck erhält Brandenburger Lehrerpreis. Leistung engagierter Pädagogen gewürdigt.

Die 50-jährige Lübbener Grundschullehrerin Britta Klauck ist am Donnerstagabend mit dem Brandenburger Lehrerpreis ausgezeichnet worden. Sie war eine von drei nominierten Lehrerinnen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald und ist eine von insgesamt 18 Preisträgern landesweit.

„Lehrerinnen und Lehrer leisten tagtäglich hervorragende Arbeit. Sie fördern Kinder und Jugendliche im gemeinsamen Unterricht, vermitteln ihnen Wissen, demokratische Werte, globales Denken und den Umgang mit der digitalen Welt“, heißt es zum Brandenburgischen Lehrerpreis. Das Engagement guter Pädagogik soll damit gewürdigt werden.

„Ich seh’ mich ja nur so als kleines Rädchen, und ich kenne so viele andere, die genauso arbeiten und das genauso verdient hätten“, ordnet Britta Klauck selbst ein. Die gebürtige Lübbenauerin studierte 1984 bis -88 „Lehrer für untere Klassen“ am damaligen Institut für Lehrerbildung in Cottbus. „Ganz ehrlich: Einen Plan B hatte ich nicht. Wenn die mich nicht genommen hätten, weiß ich nicht, was ich gemacht hätte.“

Eine Lehrerin aus Überzeugung also. Nach erster Tätigkeit am Hort der 2. Lübbener Grundschule startete sie 1990 dort als Lehrerin durch, kehrte nach kurzen Zwischenstopps in Lieberose oder tageweise an der damaligen Landesklinik immer wieder dorthin zurück. „Darüber bin ich auch sehr froh.“

Doch was ist heutzutage gute Pädagogik? „Längst nicht nur das Unterrichten“, sagt Britta Klauck, sondern „das ganze Ringsrum“. Damit nimmt sie Bezug auf den Umgang mit den Kindern, die Gespräche mit den Eltern. Was darin erfolgreich macht? „Ich bin halt selber Mutter“, sagt Britta Klauck. Daher könne sie sich meist sehr leicht hineinversetzen in die Gefühle des Kindes. „Neulich zum Beispiel stürzte ein Junge mit dem Fahrrad auf dem Weg in die Schule. Er musste sich einfach erstmal ausweinen, und die Mutter kam auch – aber das haben wir dann ganz schnell wieder hingekriegt.“

Und es gebe auch Kinder, „die schon vor der Schule Dinge erleben, die nicht so schön sind“, sagt sie offen. „Manche spreche ich an, manche lasse ich von alleine auf mich zu kommen. Manche mögen auch einfach lieber in Ruhe gelassen werden.“ Es geht um Erfahrung, Intuition, Fingerspitzengefühl und gesunden Menschenverstand – auch in Stresssituationen.

Vorgeschlagen wurde Britta Klauck von den Kindern und Eltern ihrer Klasse, der 4a. Begründung: Sie gehe einfühlsam auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen ein, differenziere den Unterricht und fördere und stärke die sozialen Fähigkeiten der Kinder. Teamgeist und freundschaftliches Miteinander stünden dabei im Vordergrund. Durch fächerübergreifenden und projektbezogenen Unterricht schaffe sie es immer wieder, dass ihre Schülerinnen und Schüler begeistert am Unterricht teilnehmen und gern zur Schule gehen.

Britta Klauck hat die Klasse seit der Einschulung und wird sie dieses Jahr abgeben. Sie liebt die Arbeit mit den Kindern, vor allem auch im ersten Schuljahr, wenn die Abc-Schützen aus ihrer Sicht sehr viel in kurzer Zeit lernen und große Entwicklungssprünge machen.

„Lesen, Schreiben, Rechnen – das sind riesengroße Schritte“, sagt sie. „Das liegt mir besonders am Herzen.“

In den vier Jahren lernt man sich gegenseitig gut kennen, „auch die Kinder mich“, sagt sie schmunzelnd. Vier Kinder mit besonderem Förderbedarf sowie ein syrisches Flüchtlingskind, das anfangs kein Wort Deutsch sprach, sind in ihrer Klasse. Der syrische Mitschüler sei sehr anerkannt, auch dank Britta Klaucks verständnis- und achtungsvoller Gespräche mit seinen Eltern, so die Begründung weiter.

Gemeinsam blicken die Klassenkameraden auf viele Projekttage zurück, eine Theaterfahrt, eine Lesenacht und eine Schuljahresabschlussparty – schöne Höhepunkte, die den Zusammenhalt der Kinder fördern. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern gehört ebenfalls dazu.

Britta Klauck ist es fast ein wenig unangenehm, dass sie ganz persönlich dafür nun ausgezeichnet wird. „Mir fallen auf Anhieb ein Dutzend Namen ein, die das genauso verdient hätten.“ Deshalb ist der Preis ja auch dazu da, das Engagement von Lehrern insgesamt zu würdigen und sie zu motivieren, weiterhin für die Kinder ihr Bestes zu geben. Auch wenn das manchmal alles andere als leicht ist.