(red/kr) Am Sonntag ist es wieder so weit. Am bundesweiten Tag der Architektur können Interessierte hinter die Kulissen so mancher imposanter Gebäude schauen. Brandenburgweit sind 31 Gebäude und Freianlagen zur Besichtigung geöffnet. „Öffentliche Bauwerke, Plätze und Parks werden immer wichtiger für uns alle, denn sie sind die Orte, an denen echte soziale Netzwerke begründet werden. Deshalb verdienen diese Orte, die unserem Gemeinwohl dienen, besondere Aufmerksamkeit“, sagt Kammerpräsident Christian Keller, der als Architekt ein Büro in Cottbus betreibt. „Neben gelungenen Wohn- und Geschäftshäusern sind deshalb in diesem Jahr Außen-
anlagen, Schulen, Gemeindehäuser, Feuerwehrgebäude und andere Bauten der Gemeinschaft zu sehen, die vielen Menschen nützen. Durch ihre architektonische Qualität haben sie Vorbildcharakter, fördern das Zusammenleben und tragen zur Identifikation der Bürger mit ihrem Wohnort bei.“

Auch in der Spreewaldregion führen Architekten durch Bauwerke, die in letzter Zeit fertiggestellt wurden. So steht das vor knapp einem Jahr eingeweihte Schlossumfeld in Lübben an diesem Tag abermals im Mittelpunkt: Das Architekturbüro Nagler & Dieck wird vor Ort sein und um 13, 15 und 17 Uhr Führungen durch das Ensemble anbieten.

Das Schlossumfeld bilde einen wichtigen Trittstein auf die südlich der Altstadt gelegene Schlossinsel, heißt es in der Ankündigung der Architektenkammer. „Im von der Spree geprägten Landschaftsraum gelegen, nimmt es direkten Bezug zur Altstadt und wurde deshalb als Schlosshof urban gestaltet“, erläutern die Architekten. Sitzmöglichkeiten gliedern den Vorbereich des Schlossturms, während die Fläche des in den 1930er-Jahren abgerissenen Ostflügels mit Bäumen in riesigen roten Blumentöpfen zwischengenutzt wird. Das Lübbener Schlossumfeld wurde mit Städtebaufördermitteln in Höhe von rund  830 000 Euro (Bund, Land, Stadt) gestaltet.

Dass auch private Bauherren die Gemeinschaft im Blick haben, zeigt das Beispiel des sorgfältig wiederhergestellten Kaiserbahnhofs in Halbe, der künftig Raum für Ausstellungen, Konzerte und die örtlichen Vereine gibt.

Die Integrations-Kita in Lübbenau ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie aus alten Plattenbauten Neues entstehen kann. Auch das ehemalige Gasthaus in Raddusch, das lange Zeit im Dörnröschen-Schlaf lag, erstrahlt wieder in neuem Glanz.