Von Andreas Staindl

  Musikalische Höhepunkte stehen am kommenden Wochenende in Lübben und Luckau bevor. Das Orchester „grenzenlos“ startet mit drei Neujahrskonzerten in das neue Jahr.

„Sie sind unsere wichtigsten Konzerte“, sagt die Lübbenerin Maret Kurrar, Vorsitzende des Vereins „Musik und Leben“ in Luckau, dem Trägerverein des Orchesters. „Wir bereiten uns ein Jahr lang darauf vor.“

Fast 50 Leute spielen mit. Sie kommen nicht nur aus Lübben und Luckau sondern auch aus zahlreichen Orten der Region. Das Orchester verbindet Generationen. Der jüngste Musiker ist sieben Jahre alt, der älteste 72, sagt die Vereinschefin. Auch Familien sind dabei, Mütter mit Kindern.

„Es ist schön, mit Mutti gemeinsam zu musizieren“, sagt Konrad Kossatz (14) aus Goyatz (Lieberose-Oberspreewald). „Ich finde es toll, dass sie im Orchester mitspielt und wir ein gemeinsames Hobby haben.“ Für Annett Kossatz ist das selbstverständlich. „Musik war schon immer fester Bestandteil unserer Familie.“ Ihr Vater hat Blasmusik gemacht. Als er im vergangenen Jahr gestorben ist, hat sie seine Tuba übernommen. Seit einem halben Jahr spielt Annett Kossatz dieses Instrument, nimmt Unterricht. Sie wird die Tuba auch während der diesjährigen Neujahrskonzerte spielen. Im vergangenen Jahr war sie mit ihrem Akkordeon dabei. Ihr Sohn Konrad spielt Schlagzeug. „Es macht mir großen Spaß, im Orchester zu musizieren. Zudem ist es ein sinnvoller Zeitvertreib.“

Mehrmals im Monat wird in Lübben oder Luckau geprobt. Lisa Kurrar und ihr Mann Jurij Strebnk haben die weiteste Anreise. Die jungen Eltern wohnen in Görlitz im Freistaat Sachsen. Warum sie die lange Fahrt von rund 300 Kilometer hin und zurück auf sich nehmen? „Weil unser Orchester eine tolle Gemeinschaft ist und wir hier viele Freunde haben“, sagt Lisa Kurrar. „Das möchte ich nicht missen.“ Sie stammt aus Lübben, spielt von Beginn an im Orchester „grenzenlos“ – inzwischen seit etwa 13 Jahren. „Das Orchester hat mich also immer begleitet. So etwas gibt man nicht einfach auf.“ Dass sie mit ihrem Mann musizieren kann, findet sie „sehr schön. Ein gemeinsames Hobby ist doch toll.“

Lisa Kurrar hat ihn während eines freiwilligen sozialen Jahrs in seiner Heimat in Slowenien kennen und lieben gelernt. Sie musiziert auf der Klarinette, sitzt wie ihre Mutter Maret zudem im Vorstand des Trägervereins. Ihr Mann Jurij spielt Akkordeon und Keyboard, seine Schwiegermutter Saxofon.

Es ist ein wirklich grenzenloses Orchester, denn auch Musiker aus dem polnischen Partnerverein in Wschowa spielen die Neujahrskonzerte mit.

Jana Greschow und ihr Sohn John (14) aus Lamsfeld (Lieberose-Oberspreewald) sind ebenfalls dabei. „Wir freuen uns riesig darauf.“ Für Mutter Jana ist es das dritte Neujahrskonzert. Sie hat erst spät ein Instrument spielen gelernt. „Es war anfangs nicht leicht“, erzählt sie, „ich habe keinen Ton aus der Klarinette herausbekommen. Doch Holger Miertsch hat nicht locker gelassen, mich immer wieder motiviert.“

Der Chef der Musikschule Miertsch leitet das Orchester „grenzenlos“. Die Neujahrskonzerte sind auch für ihn außergewöhnliche Veranstaltungen. „HerzSchmerz“ ist das diesjährige Motto. Präsentiert werden Titel, in denen Liebe und Kummer eine Rolle spielen. Die „Herz-Schmerz-Polka“ ist ebenso zu hören wie „Frauenherz“ von Josef Strauß und Musik aus verschiedenen Filmen.

„Filmmusiken sind schwer“, sagt John Greschow. „Dafür muss man lange und fleißig üben.“ Dass die meisten der gespielten Titel etwas älter sind, stört ihn nicht: „Das ist schon in Ordnung.“ Der 14-Jährige spielt Trompete – „mein Wunschinstrument“. Mit dem Saxofon hatte er in der ersten Klasse begonnen. „Ich war sehr stolz, als ich ihn das erste Mal spielen gehört habe“, sagt Jana Greschow.

Zahlreiche Mütter sind über ihre Kinder in das Orchester gekommen. „Sie waren früher Fahrdienst, spielen jetzt selbst mit“, erzählt Maret Kurrar. „So wird unser Orchester immer größer.“ Neben Holger Miertsch dirigiert auch Johanna Weihrauch die Musikerinnen und Musiker während der Proben. Die Elftklässlerin Marlene van den Hengel aus Lübben, die selbst im Orchester spielt, wird die Neujahrskonzerte moderieren.

Das erste Konzert findet am 12.Januar ab 15 Uhr in der Aula des Paul-Gerhardt-Gymnasiums in Lübben statt. Am 13.Januar folgen zwei Neujahrskonzerte auf dem Schlossberg in Luckau. Das Konzert um 11 Uhr ist ausverkauft, für die Veranstaltung um 15 Uhr gibt es noch Karten. Auch für das Konzert in Lübben sind noch Plätze frei.

Eintrittskarten können bei www.verein-musik-und-leben.de bestellt oder vor Ort gekauft werden.