Kaninchen sind beliebte Tiere. Es gibt kleine und große Rassen, auch welche mit langen und kurzen Haaren. Ein Selbstläufer ist das jedoch nicht. Züchter sorgen dafür, dass möglichst viele Kaninchenrassen erhalten bleiben. „Wenn wir das nicht mehr tun, sieht es schlecht aus“, sagt Ausstellungsleiter Frank Pavlik. „Wir Züchter sorgen dafür, dass es auch sehr alte Rassen noch immer gibt.“ Einige davon waren während der Kreisschau des Rassekaninchenzuchtverein D 217 Lübben/Steinkirchen am Wochenende in Biebersdorf (Märkische Heide) zu sehen.

Rund 200 Tiere wurden ausgestellt. „Das sind etwa so viele wie während vergangener Kreisschauen“, sagt Frank Pavlik. Der Ausstellungsleiter aus Hartmannsdorf ist froh darüber, denn „die Mitglieder in unserem Verein und benachbarten Zuchtvereinen haben inzwischen ein hohes Alter erreicht. Viele sind längst Rentner. Wenn sich junge Leute für die Kaninchenzucht interessieren, dann fast immer, weil schon deren Vater oder Opa Kaninchen züchten.“

Veränderte Bedingungen

Der erfahrene Züchter sieht natürlich schon, dass sich die Bedingungen allein für das Halten von Kaninchen verändert haben: „Viele Leute habe einfach nicht mehr den Platz, die Zeit oft schon gar nicht mehr.“ Rassekaninchenzucht ist kein Hobby so für nebenbei.

„Du bist täglich damit beschäftigt, musst ständig nach den Tieren schauen“, sagt Manfred Kalz. Der Lübbener muss es wissen. Er züchtet seit Jahrzehnten Rassekaninchen- und das mit Erfolg. Zahlreiche Auszeichnungen hat er inzwischen erhalten. Seine Tiere gehören regelmäßig zu den besten einer Kreisschau. Sie können sich landes- und bundesweit sehen lassen. Sie wurden mit der höchstmöglichen Ehrung dekoriert. Manfred Kalz gewann einen der beiden Landesverbandsehrenpreise und zudem den Kreisverbandsehrenpreis. Seine Kleinwidder und Zwergwidder überzeugten die Preisrichter.

Zahlreiche Preise verliehen

Der zweite Landesverbandsehrenpreis ging an Matthias Dalick aus Neu Zauche für seine Castor Rex – eine kurzhaarige Kaninchenrasse. Sonderpreise erhielten Joachim Paulick aus Kaden (Stadt Luckau) sowie Detlef Tirpitz und Siegfried Grohmann aus Lübben.

Zudem gab es Preise für die besten Nachwuchsaussteller. „Diese Auszeichnungen sind uns besonders wichtig, denn sie sollen die jungen Leute motivieren, an der Zucht dranzubleiben“, sagt Frank Pavlik. Der junge Max Schneemilch gewann den Jugendpreis für den besten Rammler, sein Bruder Marius den Jugendpreis für die beste Häsin. Beide Nachwuchszüchter stammen aus Klausdorf (Teltow-Fläming).

Aussteller aus der Region in und um Lübben haben am Wochenende in Biebersdorf ausgestellt. „Ich bin froh und dankbar, dass wir hier im Landgasthof ausstellen dürfen“, sagt Frank Pavlik. Die Gäste bekamen hochwertige Rassekaninchen zu sehen, auch seltene Rassen und Farbenschläge. Kleine Widder blau-weiß etwa, gelbe Riesen, auch havannafarbene Kaninchen sind schwierig zu züchten und bundesweit selten, weiß Pavlik.

Spreewälder bei Landes- und Bundesschau

Er und andere Züchter der Region werden ihre Tiere demnächst während der Landes- und der Bundesschau präsentieren. „Traditionell schneiden wir auch dort gut ab“, sagt Manfred Kalz. „Unsere Züchter verfügen einfach über sehr viel Erfahrung und das richtige Händchen.“ Sicherlich auch deshalb sind die Kreisschauen immer auch für Züchter aus anderen Regionen interessant. „Wir haben diesmal Zuchttiere auch nach Sachsen etwa verkauft“, erzählt Frank Pavlik. Für ihn sind Schauen aber auch deshalb wichtig, „um dem Nachwuchs zu zeigen, dass man Nahrungsmittel nicht um die halbe Welt transportieren muss, sondern sich auch regional ernähren kann“.