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| 10:00 Uhr

Lübben will Teil des sorbischen Siedlungsgebietes werden

Marga Morgenstern aus Lübben zeigt ein privates Foto, auf dem sie als kleines Kind mit ihrer Familie zu sehen ist. Die 80 Jahre alte Sorbin wünscht sich, dass die sorbische Kultur in der Kreisstadt des Landkreises Dahme-Spreewald sichtbarer wird.
Marga Morgenstern aus Lübben zeigt ein privates Foto, auf dem sie als kleines Kind mit ihrer Familie zu sehen ist. Die 80 Jahre alte Sorbin wünscht sich, dass die sorbische Kultur in der Kreisstadt des Landkreises Dahme-Spreewald sichtbarer wird. FOTO: dpa
Lübben. Das sorbische Siedlungsgebiet in Brandenburg könnte demnächst größer werden: Die Kreisstadt Lübben im Spreewald will sich beim Land um die Aufnahme in das Gebiet bewerben. Am Donnerstag stimmten die Stadtverordneten mehrheitlich dafür, wie die Stadt mitteilte. dpa

Es habe elf Ja- und vier Gegen-Stimmen gegeben. Damit ist der Weg frei für den Antrag.

Das sorbische Siedlungsgebiet ist im brandenburgischen Sorben-/Wendengesetz festgeschrieben. Bislang gehören 28 Städte, Gemeinden und Gemeindeteile in Südbrandenburg dazu. In den Orten wird besonderen Wert darauf gelegt, dass die sorbische Sprache und Kultur mit all ihren Bräuchen erhalten und gefördert werden. In Behörden gilt Zweisprachigkeit.

Das Volk mit slawischen Wurzeln siedelt seit ungefähr 1500 Jahren im heutigen Osten Deutschlands. Die Sorben, die sich in Brandenburg auch Wenden nennen, sind eine nationale Minderheit. Geschätzt leben in der Mark 20 000 Sorben, in Sachsen sollen es doppelt so viele sein.

Bislang ging beim Land eine Bewerbung der Gemeinde Wiesengrund (Spree-Neiße) ein, wie das Kulturministerium mitteilte. Orte können bis Ende Mai 2016 Anträge stellen.