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| 02:50 Uhr

Lübben: Verwaltung bekommt in diesem Jahr mehr Personal

Lübben. Ohne Gegenstimmen und mit nur einer Enthaltung haben Lübbens Stadtverordnete am Donnerstagabend den Haushalt für das Jahr 2017 beschlossen und damit Planungssicherheit für das laufende Jahr geschaffen. Vorausgegangen war ein langes Ringen. Ingvil Schirling

Drei Lesungen brauchte es bis zum Beschluss, wobei sich zwischenzeitlich große Veränderungen ergaben.

Gestartet war die Haushaltsplanung, daran erinnerte Bürgermeister Lars Kolan (SPD), mit einem großen Loch im Umfang von einer halben Million Euro. Erhöhte Schlüsselzuweisungen und ein dicker Zuschuss vom stadteigenen Energieversorger SÜW schlossen diese Lücke. Nominell weist die Planung nun sogar ein Plus in Höhe von 6600 Euro auf bei einem Gesamtumfang von starken 28 Millionen Euro. 7,2 Millionen Euro sollen in Bauvorhaben investiert werden, gab Kolan einen Überblick. Davon kommen rund 4,8 Millionen Euro aus Fördermitteln und investiven Schlüsselzuweisungen. Zu den Investitionen gehört beispielsweise ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr Neuendorf und einiges mehr.

Das anfänglich tiefe Haushaltsloch war aber gar nicht das große Problem, sondern die Personalsituation. Lars Kolan zeigte sich dankbar, dass der Haushaltsplan unter anderem die Besetzung von folgenden vier Stellen ermöglicht, wenn auch zum Teil befristet:

Demnach wird sich ein Bauingenieur zwei Jahre lang um den Ausbau des Ernst-von-Houwald-Dammes mit den zwei Querungsinseln kümmern können. Ein Sachbearbeiter im Bereich Liegenschaften soll die langen Wartezeiten für künftige Eigenheim-Besitzer und Investoren deutlich verkürzen. Eine dritte Stelle ist für die Finanzbuchhaltung vorgesehen, so dass die Buchungen ab 2012 vorgenommen und die Jahresabschlüsse vorbereitet werden können. Schließlich ist im Haushalt der Eigenanteil in Höhe von 25 Prozent für die Stelle eines Citymanagers verankert, der zu 75 Prozent aus dem Fördertopf "Aktive Stadtzentren" finanziert wird.

Die Stelle eines künftigen Hauptamtsleiters hingegen ist mit einem Sperrvermerk versehen, bis die weitere Struktur klarer ist. Genau hier hakten mehrere Stadtverordnete mit deutlich mahnenden Worten ein. Es geht um die Stellenbemessung und -bewertung, mit der untersucht werden soll, ob jeder Verwaltungsmitarbeiter das macht, was seine Aufgabe ist (nicht mehr und nicht weniger), er oder sie dafür über eine angemessene Zeit verfügt und in der Konsequenz entsprechend bezahlt wird. Durch diesen - teils schwierigen - Prozess ist in den vergangenen zwei Jahren die Amtsverwaltung Unterspreewald gegangen und engagierte dafür ein externes Büro. Luckau will nun nachziehen. Unterm Strich soll die Stellenbewertung für Planungssicherheit und Effizienz, aber auch für mehr Gerechtigkeit unter den Mitarbeitern sorgen.

Diesen Prozess hatte die Stadtverwaltung schon 2016 angehen wollen, zunächst allerdings intern. Doch aufgrund der längeren Erkrankung einer Mitarbeiterin kam dies nicht zustande.

Nun soll doch ein externes Büro beauftragt werden, informiert die Verwaltung auf LR-Nachfrage. Die Stellenbewertung solle 2017 nachgeholt und "für die Haushaltsdiskussion 2018 eine hervorragende Basis bieten", versprach Kolan.

"Wir werden Sie beim Wort nehmen", entgegnete Sven Richter (Die Linke). Sein Fraktionskollege Reinhard Krüger machte in seinem Beitrag ebenso Druck. CDU/Grüne-Vorsitzender Jens Richter versuchte den Ausgleich: "Ich glaube, dass wir das Wort des Bürgermeisters haben." Er forderte mehr Anstrengung bei der Wiederbesetzung von Stellen wie beispielsweise bei der Stadtplanung, wo Monate verstrichen seien.

Bei aller Kritik gab es keine Gegenstimmen zum Haushalt, so dass nun mit der Umsetzung losgelegt werden kann.