Von Andreas Staindl

Züchter der Region präsentieren Tiere, die sie monatelang liebevoll gehegt, gepflegt und nach festgelegten Merkmalen gezüchtet haben – die Kreisrassegeflügelschau des Kreisverbands der Rassegeflügelzüchter Luckau-Lübben ist eine der wichtigsten Schauen im Spreewald. Am Wochenende fand die 54. Auflage statt. 60 Aussteller mit knapp 530 Tieren beteiligten sich.

Dass diesmal rund hundert Zuchttiere weniger als bei früheren Kreisschauen präsentiert wurden, hängt mit den Nachwehen der Vogelgrippe, aber auch mit dem Kälteeinbruch zu Beginn dieses Jahrs zusammen wie der Kreisvorsitzende Eberhard Nakonzer sagt. Vor allem Groß-und Wassergeflügel sowie große Hühnerrassen waren betroffen. Doch die Tiere, die den Preisrichtern vorgestellt wurden, seien „von hoher Qualität“. 14 Mal wurde die höchste Bewertung „v“ (vorzüglich), 26 Mal „hv“ (hervorragend) und 357 Mal „sehr gut“ vergeben. Weniger als acht Prozent der Tiere haben nicht mindestens ein „gut“ erreicht.

Sylvia Lehmann (SPD) würdigte „die tollen Leistungen der Züchter“. Die Landtags-und Kreistagsabgeordnete bot zudem Unterstützung an: „Ich denke schon, dass wir eine Lösung finden.“ Zuvor hatte Eberhard Nakonzer beklagt, dass „etwa Sportvereine mehr beachtet und unterstützt werden, unsere ehrenamtliche Arbeit jedoch öffentlich wenig wahrgenommen wird“. Und dass die einzelnen Zuchtvereine kaum noch Ortsschauen durchführen können, weil keine geeigneten Räume zur Verfügung stehen. „Ich wünsche mir mehr Unterstützung der jeweiligen Kommune.“

Doch auch die Rassezuchtvereine des Kreisverbands sind gefordert. Nur 13 der 127 Mitglieder sind Jugendliche; drei der jungen Züchter haben am Wochenende ausgestellt. Eberhard Nakonzer kennt die Hürden für den Nachwuchs: „Wer züchtet, der verpflichtet sich, Tiere 365 Tage im Jahr zu versorgen.“ Maximilian Müller aus Altgolßen (Unterspreewald) stellt sich dieser Herausforderung. Der 15-Jährige züchtet Zwerghühner und wagt sich jetzt auch an die Taubenzucht: „Ich finde es faszinierend, Tauben aufwachsen zu sehen.“ Auch Bruder Niels (10) ist vom Züchtervirus befallen; er züchtet Hühner. Was ihn an der Zucht reizt? „Ich kann bei Schauen zeigen, wie gut ich gezüchtet habe.“ Mike Müller unterstützt seine beiden Söhne. Und nicht nur das. Er engagierte sich auch diesmal als stellvertretender Ausstellungsleiter der Kreisrassegeflügelschau.

„Ohne die vielen freiwilligen Helfer wäre die Schau nicht möglich“, sagt Eberhard Nakonzer. Er schloss die Agrargenossenschaft „Unterspreewald“ eG in Dürrenhofe (Märkische Heide) in seinen Dank mit ein, die für die Kreisschau seit Jahren etwa Futter bereitstellt. „Von der Zusammenarbeit profitieren beide Seiten“, so Geschäftsführer Uwe Schieban. Brandenburgs Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Die Linke) freute sich während der Eröffnung der Ausstellung, „wieder hier zu sein“. Er kündigte mehr Spielraum für die Züchter bezüglich der Stallpflicht bei Vogelgrippe an. Derzeit gebe es allerdings keinen Vorfall in Brandenburg.

Der Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke (Grüne) würdigte die Züchter als „Helfer zum Erhalt alter Rassen“. Er sagte aber auch: „Für mich als Grünen ist es immer zwiespältig, Tiere in Käfigen zu sehen“. Der Schönwalder forderte die Züchter auf, „uns einzuladen und zu fordern. Politiker sind nie so aufmerksam wie vor Wahlen.“