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| 18:39 Uhr

Wer plant künftig Veranstaltungen
Nächster Schritt zur anderen TKS

 Die Lübbener Kahnnächte ziehen jedes Jahr viele Besucher an. Seit mehr als 20 Jahren gehören sie zum Programm der TKS.
Die Lübbener Kahnnächte ziehen jedes Jahr viele Besucher an. Seit mehr als 20 Jahren gehören sie zum Programm der TKS. FOTO: Jegasoft Media / Mario Bartkowiak/ syhm@gmx.de
Lübben. Ausschreibung der Aufgaben kommt. Frist für Mitarbeiterinnen bis Ende 2020 verlängert. Von Katrin Kunipatz

Die Verunsicherung bei den Mitarbeitern der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben GmbH (TKS) ist groß. „Wir fühlen uns zum Abschuss freigegeben und ohne Perspektive“, formuliert Ruth Riehn im Verlauf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Im Namen der zehn TKS-Mitarbeiter benennt sie die Sorgen, die ihnen der vorbereitete Beschluss zur Ausschreibung der TKS-Dienstleistungen macht. Die eigenen Arbeitsplätze, aber auch die touristische Entwicklung der Stadt sieht Riehn in Gefahr, wenn Ortsfremde mit den Aufgaben betraut werden. „Einem kommunalen Unternehmen wird die Grundlage entzogen“, sagt Riehn.

Er könne die Sorgen der TKS-Mitarbeiter nachvollziehen, so Peter Schneider (Die Stadtfraktion). Aber in seinen Augen müsse sich Lübben im Bereich Tourismus und Marketing neu aufstellen. „Seit über 15 Jahren versuchen wir, eine Lösung zu finden“, pflichtet ihm Reinhard Krüger (Linke) bei. Schneider verweist auf das Interessenbekundungsverfahren, an dem sich auch ortsansässige Firmen beteiligt haben. Deshalb sehe er nicht, dass unbedingt fremde Bewerber zum Zuge kommen müssen. „Wir werden die Mitarbeiter nicht aus den Augen verlieren“, verspricht Krüger.

Fast bis zum Ende der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Kommunalwahl müssen sich die anwesenden TKS-Mitarbeiterinnen und Geschäftsführerin Marit Dietrich gedulden, bevor der Beschluss beraten wird. Wie von Schneider angekündigt und von Benjamin Kaiser (CDU) schließlich beantragt, soll es der TKS selbst möglich sein, am Ausschreibungsverfahren teilzunehmen. In der bisherigen Vorlage war dies ausgeschlossen.

Frank Selbitz (Pro Lübben) sieht noch ein anderes Problem: Wenn sich der Tourismusverein Lübben nicht beteiligen dürfe, ob dies auch auf die Vereinsmitglieder zuträfe, wollte er wissen. Lokal geprägter Tourismus sei ohne lokale Akteure nicht möglich, so Selbitz. Bürgermeister Lars Kolan (SPD) macht deutlich, dass man den Verein ausschließen wolle, damit dieser im Verfahren weiterhin konsultiert werden könne. Mitglieder dürfen sich aber um die Aufgabenfelder der TKS bewerben. Bei Gesprächen mit dem Vorstand müssten Befangenheit und private Interessen entsprechend berücksichtigt werden. Eine Notiz, die auf Wunsch Selbitz im Protokoll notiert wird.

Ziemlich eindeutig fiel die Abstimmung aus. Bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen stimmt die Mehrheit der Stadtverordneten der Ausschreibung der TKS-Dienstleistungen zu. Damit findet ein lange diskutiertes Thema noch in der abgelaufenen Wahlperiode seinen Abschluss. Die Stadtverwaltung ist nun beauftragt, bis August gemeinsam mit der dwif-Consulting den Ausschreibungstext zu erarbeiten. Über den ebenfalls im August die Stadtverordneten abstimmen sollen. Grundlage für die nach Einschätzung der Stadtverwaltung nötige europaweite Ausschreibung ist das Interessenbekundungsverfahren. Im Rahmen dessen hatte die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr nach Interessenten gesucht, die alle oder eine der Aufgabe der TKS übernehmen wollen. In der Rede stehen die Veranstaltungsorganisation, die Touristformation und das Marketing sowie der Betrieb der drei Kahnfährhäfen und der Gebäude auf der Schlossinsel. Sieben verschiedene Angebote seien damals eingegangen.

Ein Stück weit aufatmen können die TKS-Mitarbeiter nach dem Beschluss. Die Existenz der TKS ist bis Ende 2020 sicher. Im gleichen Zeitraum werden die Pachtverträge für die Häfen verlängert. Geschäftsführerin Marit Dietrich begrüßt, dass die TKS nun nicht mehr grundsätzlich von der Ausschreibung ausgeschlossen werde. „Wir beabsichtigen zu prüfen, ob und inwieweit eine Teilnahme erfolgt“, sagt sie.

Doch es bleiben auch Unsicherheiten. Allein der Zeitplan ist eng. Vorausgesetzt der Ausschreibungstext wird im August beschlossen, soll er in den Monaten September bis Dezember veröffentlicht werden. Voraussichtlich im März 2020 könnte die Stadtverordneten die Aufgaben an die Bewerber vergeben. Termin für den Neustart ist der 1. Januar 2021.