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| 14:11 Uhr

Sorbisch für Mitarbeiter
Lübben: Sprachenfreundliche Kommune als Ziel

Lübben. Die Kreisstadt bewirbt sich beim Wettbewerb als sprachenfreundliche Kommune. Die Preise werden am 13. April verliehen. In Lübben.

Dahme-Spreewalds Kreisstadt will „Sprachenfreundliche Kommune – Serbska rěc jo žywa“ werden. Gemeinsam den mit Bildungs- und Kultureinrichtungen hat sich die Stadt Lübben beim dritten Landeswettbewerb beworben. Und: Die Preisverleihung findet am 13. April in Lübben statt. „Schon allein der letzte Punkt ist für die Kreisstadt Grund genug, einen eigenen Wettbewerbsbeitrag einzureichen, obwohl die Stadt erst seit 2016 offiziell zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben / Wenden gehört“, erläutert die Stadtsprecherin Dörte Ziemer.

Der Antrag auf Aufnahme in das angestammte Siedlungsgebiet wurde vor gut zwei Jahren in der Stadtverordnetenversammlung nach intensiven Diskussionen befürwortet. „Das damit verbundene offizielle Bekenntnis der Stadt zu ihren sorbischen/wendischen Wurzeln ist seither Auftrag und Verpflichtung, sich aktiv um die Pflege des kulturellen und sprachlichen Erbes und des Brauchtums zu bemühen“, erklärt Dörte Ziemer. Der Wettbewerbsbeitrag unter dem Titel „Pó puśu… – Auf dem Weg…“ stellt den Weg, den die Stadt seither, aber auch schon zuvor gegangen ist, dar.

Dazu werden Projekte verschiedener Einrichtungen und Vereine, darunter der Kita „Spreewald“ und des Spreewald-Frauenchores, werden dargestellt. Darüber hinaus zählen auch der Sorbisch-Kurs für Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie das Engagement Einzelner wie der Trachtenträgerin Marga Morgenstern, der Gästeführerin Gisela Christl oder der Künstlerin Karen Ascher zählen dazu. „Wir als Künstler beschäftigen uns mit der sorbischen Sprache, weil sie lebendiger Teil der Geschichte ist und bleiben sollte, weil unübersetzbare Gefühle und Bezeichnungen der regionalen Kultur damit verbunden sind“, so Karen Ascher im Wettbewerbsbeitrag.

„Die niedersorbische/wendische Sprache gehört zu unseren Wurzeln“, hat Bürgermeister Lars Kolan (SPD) erst kürzlich vor den Stadtverordneten gesagt. In der Februar-Sitzung hatte er die Bewerbung der Stadt für den Wettbewerb begründet. Das Stadtoberhaupt verwies auf die Einschätzung des Rates für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag Brandenburg, wonach die Sprache „für viele emotionale Heimat und alltägliches Kommunikationsmittel“ sei. Die Sprache unterscheide sich damit nicht von den anderen über 6000 Sprachen auf der Welt und bedürfe besonderer Förderung und Pflege.