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Solarfläche in Bürgerhand soll geschaffen werden
Lübben saniert alte Deponie

Der Blick von oben auf das Sanierungsgebiet "Deponie Langer Rücken" in Lübben: Von 1920 bis 1978 ist auf dem Gelände Hausmüll abgelagert und nach der Schließung mit Boden abgedeckt worden.
Der Blick von oben auf das Sanierungsgebiet "Deponie Langer Rücken" in Lübben: Von 1920 bis 1978 ist auf dem Gelände Hausmüll abgelagert und nach der Schließung mit Boden abgedeckt worden. FOTO: BrandenburgViewer
Lübben. Im Dezember soll in der Lübbener Stadtverordnetenversammlung ein Beschluss gefasst werden, welches Unternehmen die Sanierung der "Deponie Langer Rücken" ausführen wird. Dann könnte ab Januar 2018 mit der Realisierung begonnen werden – das ist das Ziel der Verwaltung. Ingrid Hoberg

Wie weit die Vorarbeiten vorangegangen sind, darüber informiert Klimaschutzmanager Dr. Matthias Städter.

Wie in einer Badewanne liegen die Abfälle in der ehemaligen Tongrube, abgedeckt von Boden. Wenn die Fläche wie vorgeschlagen, für die Errichtung einer Solaranlage genutzt werden soll, dann muss ein geordneter Abschluss geschaffen werden. In Vorbereitung der Planung hat es Abstimmungen mit verschiedenen Behörden gegeben, so der Klimaschutzmanager. Auch private Grundstückseigentümer sind einzubeziehen, da sich nicht die ganze Fläche in städtischem Eigentum befindet.

Eine mineralische Abdeckung entspricht der Richtlinie zur Sicherung und zum geordneten Abschluss von Abfalldeponien mit geringem Gefährdungspotenzial, stellt Matthias Städter in seiner Untersuchung dar und verweist auf die Einschätzung des Landesumweltamtes.

Wie die vorbereitende Untersuchung ergeben habe, muss der vorhandene Ost-Nord-Graben in Ordnung gebracht und abgedichtet werden. Ein Süd-West-Graben muss neu angelegt werden, um Niederschlagswasser auch bei Stark regen und Schneeschmelze ableiten zu können. Die Bewirtschaftung und Pflege der Gräben sei Aufgabe des Wasser- und Bodenverbandes, so Dr. Städter.

Auch Belange der Forstwirtschaft sind zu berücksichtigen. "Für rund 1,6 Hektar Wald sind Ersatzpflanzungen erforderlich", sagt Matthias Städter. "Die Umsetzung ist bis 2023 geplant, der Pflanzplan liegt vor. Die Aufforstung ist in der Tongrube Treppendorf vorgesehen." Für die Pflege der Anlage auf dem Langen Rücken werde es einen fünfjährigen Pflegevertrag geben. Bauamtsleiter Frank Neumann geht davon aus, dass die Solaransiedlung als Bürgeranlage umgesetzt wird. "Die Pflegekosten bleiben bei der Stadt", sagt er.

Betrachtet wurde in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde auch der Artenschutz. "Die Zaun- und die Waldeidechse sowie die Waldameise sind relevante Arten", stellt Matthias Städter fest. Es soll ein Ersatzhabitat von 0,5 Hektar geschaffen werden. Die Populationen werden abgefangen und per Hand umgesiedelt. Dazu werden bereits Angebote eingeholt.

Wie der Klimaschutzmanager betont, hat es als Vergabeverfahren für die Deponiesanierung einen wettbewerblichen Dialog gegeben, an dem sich acht überwiegend lokale Unternehmen beteiligt haben, drei seinen als Bewerber verblieben. Nach der ersten Dialogrunde im August 2016 ist nun die zweite Runde im Oktober vorgesehen, um die geplante Terminkette einhalten zu können.

Zum Thema:
Der Zwischenbericht "Sicherung und Rekultivierung der Deponie Langer Rücken" von Dr. Matthias Städter, Klimaschutzmanager der Stadt Lübben ist auf der Internetseite www.luebben-rathaus.de unter Sitzungsdienst zu finden. Seit April 2016 ist die Position eines Klimaschutzmanagers in Lübben besetzt, um die im Klimaschutzkonzept festgelegten Ziele konsequent zu verfolgen. Mehr als 40 Einzelmaßnahmen, gegliedert in fünf Themenschwerpunkte, gehören dazu. Der Ausbau der Elektro-Mobilität, ein effizientes Energiemanagement und der Aufbau eines Controllingsystems gehören dazu. Lübbener, die aktiv an der Gestaltung des Klimaschutzes mitwirken wollen, können sich an Dr. Matthias Städter wenden unter Telefon 03546 792213 oder per E-Mail: klimaschutz@luebben.de.