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| 15:25 Uhr

Nach dem Brand
Neues Dach entsteht nach alter Idee

 Das beim Brand zerstörte Obergeschoss ist abgerissen.
Das beim Brand zerstörte Obergeschoss ist abgerissen. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Ein Vierteljahr nach dem Großbrand im Bürogebäude der Lübbener Holzbaufirma beginnt der Wiederaufbau. Von Katrin Kunipatz

Bei der Lübbener Holzbaufirma Heinrich-Hörning beginnt in dieser Woche der Wiederaufbau des Bürogebäudes. Ein Vierteljahr ist seit dem verheerenden Brand vergangen. Wie Geschäftsführer Jörg Dahlke erklärt, habe ein technischer Defekt das Feuer am 10. April ausgelöst. Lichterloh brannte das zweistöckige Gebäude gegenüber dem Lübbener Bahnhof. Bis in die Nachtstunden löschten Feuerwehren aus Lübben und Umgebung, unterstützt durch Kameraden aus Luckau, die Flammen.

Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden und einen großen Teil der Firmenunterlagen konnten Jörg Dahlke und seine Mitarbeiter am nächsten Tag retten. Zwar sei einiges durchnässt vom Löschwasser wahrscheinlich für immer verloren, aber die aktuellen Projekte und die Computer haben keinen Schaden genommen. Schon am Tag nach dem Brand standen als Ersatz für die zerstörten Büroräume zwei Container auf dem Hof, in denen seitdem Geschäftsführer, Buchhaltung und die beiden Meister ihre Schreibtische und Telefone haben. Die Produktionshallen waren nicht vom Brand betroffen und so lief und läuft der Betrieb auf den Baustellen wie gewohnt weiter.

 In den Rohbau zurückversetzt ist das Erdgeschoss. (Bild links) In dieser Woche wurden die Reste des Obergeschosses abgerissen. Der Wiederaufbau beginnt, sobald die Baugenehmigung vorliegt.
In den Rohbau zurückversetzt ist das Erdgeschoss. (Bild links) In dieser Woche wurden die Reste des Obergeschosses abgerissen. Der Wiederaufbau beginnt, sobald die Baugenehmigung vorliegt. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
 In den Rohbau zurückversetzt ist das Erdgeschoss. (Bild links) In dieser Woche wurden die Reste des Obergeschosses abgerissen. Der Wiederaufbau beginnt, sobald die Baugenehmigung vorliegt.
In den Rohbau zurückversetzt ist das Erdgeschoss. (Bild links) In dieser Woche wurden die Reste des Obergeschosses abgerissen. Der Wiederaufbau beginnt, sobald die Baugenehmigung vorliegt. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Die Brandruine erhielt ein provisorisches Dach. Da in den Tagen nach dem Feuer unklar war, wie viel vom Gebäude zu retten ist, wurde zumindest weiteres Wasser von den Mauern ferngehalten. Gutachter befanden schließlich, dass das Erdgeschoss stehen bleiben kann. Eine Brandsanierungsfirma entsorgte im Juni sämtliche Brandreste und verunreinigtes Material. Die Räume im Erdgeschoss wurden in den Rohbaustatus versetzt. Fußböden, Wandverkleidung und auch die Fliesen in den gerade renovierten Toiletten mussten weichen. Das Mauerwerk ist dank der heißen Juniwochen und der Trocknungsgeräte schon fast wieder trocken. Nur noch drei Wochen sollen die Geräte stehen bleiben.

Die Überreste des Obergeschosses wurden in dieser Woche abgerissen. Mit seinen eigenen Mitarbeitern errichtet Jörg Dahlke nun ein Notdach, damit der Aufbau im Erdgeschoss ungestört beginnen kann. Erfreut ist der Geschäftsführer über die gute Zusammenarbeit mit der Versicherung: „Sie tritt ein und unterstützt uns beim Wiederaufbau.“ Nun fehlt noch die Baugenehmigung. Der Antrag sei bereits eingereicht. Dahlke hofft, dass sich die zugesagte Unterstützung durch die Ämter in einer kurzen Bearbeitungszeit niederschlägt.

Das Obergeschoss wird von der Hoch- und Holzbaufirma Heinrich-Hörning in Holzständerbauweise errichtet und mit Holz verkleidet. Bei der Form orientiert sich Dahlke an einem Entwurf von 1973. Sein Schwiegervater Günter Hörning, dem die Firma heute noch gehört, hatte in den 70er Jahren das Obergeschoss aufgestockt. Warum statt des Pultdachs ein Satteldach entstand, kann auch Hörnings Tochter Bettina Dahlke nicht beantworten. Angenehm sei jedoch, dass mit dem Wiederaufbau das Pultdach kommt und das Haus genau die Form annehmen werde, wie sie damals geplant wurde. Vor allem für ihren 84-jährigen Vater habe das Gebäude einen großen Erinnerungswert, weshalb es wichtig sei, so viel wie möglich zu erhalten, erklärt Bettina Dahlke.

Läuft alles nach Plan, könnte schon Ende September das Obergeschoss wieder sichtbar sein. „Unser Ziel ist es, noch vor Weihnachten einzuziehen“, sagt Geschäftsführer Dahlke. Positiver Nebeneffekt des Wiederaufbaus: Auf dem Dach findet eine Fotovoltaikanlage Platz und statt der Feststoffheizung wird eine moderne Gasheizung eingebaut.

 Das beim Brand zerstörte Obergeschoss ist abgerissen.
Das beim Brand zerstörte Obergeschoss ist abgerissen. FOTO: LR / Katrin Kunipatz