ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:44 Uhr

Drei Jahrzehnte, 30 Millionen Euro
Wie Fördermillionen Lübben verändert haben

 So sieht der Lübbener Marktplatz heute aus – ein Blick aus dem Kirchturm auf den Gebäudekomplex, der heute die Ansicht der City mitprägt. Ganz an der Spitze blickt man von hinten auf Wohn- und Geschäftshäuser, die dort stehen, wo einst das Kaufhaus in seinem Flachbau war.
So sieht der Lübbener Marktplatz heute aus – ein Blick aus dem Kirchturm auf den Gebäudekomplex, der heute die Ansicht der City mitprägt. Ganz an der Spitze blickt man von hinten auf Wohn- und Geschäftshäuser, die dort stehen, wo einst das Kaufhaus in seinem Flachbau war. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. In Lübben wurden Millionen aus Förderprogrammen eingesetzt, um die Stadt zu sanieren und das Umfeld lebenswerter zu machen. Aber es bleiben noch Baustellen. Doch einige Programm für den Stadtumbau laufen noch. Von Ingvil Schirling

Es war einmal ein NKD. Ein gigantischer Parkplatz als Markt. Und eine Kirche ohne Turm. Wer kann sich das heute noch vorstellen? Wer Lübben so kennt, hat auf jeden Fall etwas Lebenserfahrung.

Drei Jahrzehnte, vier Fördermittelprogramme und 30 Millionen Euro später sieht das Stadtzentrum etwas anders aus. Viel ist nicht mehr zu tun – und Zeit, andere Ecken der Stadt zu sanieren.

Um die neu gewählten Abgeordneten im Bauausschuss mit diesen Hintergründen und der Stadtentwicklung Lübbens vertraut zu machen – und auch, weil turnusmäßig Bilanz gezogen werden muss –, gab Bettina Brandt vom Sanierungsträger DSK gemeinsam mit Stadtplanerin Karin Jacobsen kürzlich einen Überblick darüber, was seit 1991 aus welchen Fördertöpfen entstanden ist.

Sanierungsgebiet Lübben-Altstadt

Der erste große Coup der Lübbener Stadtverwaltung, von Beginn der 1990er-Jahre bis 2015 unter Leitung von Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU), war das „Sanierungsgebiet Lübben-Altstadt“.

So richtig „alt“ war sie seit 1945 nicht mehr, als die Stadt in den letzten Kriegstagen fast komplett in Trümmern versank. Das Gebiet vom Houwald- bis zum Mühlendamm, hinter dem Kleinen Hain und der Spreewald-Schule vorbei zum westlichen Spreeufer, einschließlich der Breiten Straße bis zum Haintor mit Baumgasse und Sternstraße, schließlich übers Warmbad wieder in den Houwald-Damm einschwenkend, wurde 1993 förmlich festgelegt und besteht im Prinzip bis heute.

21 Millionen Euro flossen aus diesem Topf in die Spreewaldstadt. Die Marktplatzumgestaltung wurde daraus bezahlt, die Kirche saniert, der NKD-Flachbau abgerissen, die Neubauten geplant, die Breite Straße im Stil eines Boulevards saniert. Soweit die kleine Auswahl aus den vielen Projekten. 2017 gab es eine Anerkennung im Rahmen des Brandenburgischen Baukulturpreises für das vom Cottbuser Büro Nagler&Dieck konzipierte Projekt Stadt.Raum.Spree.

Und es ist noch nicht zu Ende. Wenn das Wohn- und Geschäftshaus der Spreewaldbank am Brückenplatz fertiggestellt ist, soll noch der Brauhausplatz gestaltet werden.

Lübbener Schlossumfeld neu gestaltet

Der zweite große Coup war die Aufnahme in das Programm „Aktive Stadtzentren“ 2012, über das – prominentestes Projekt – das Schlossumfeld neu gestaltet wurde. Dafür und mehrere andere Vorhaben flossen 3,9 Millionen Euro.

Vier Jahre später kam das Folgeprogramm „Aktive Stadtzentren II“. Es läuft noch bis 2026, drei Millionen Euro sind bewilligt, zehn Millionen Euro beantragt. Und damit folgen nun in der Mehrzahl Projekte, deren Umsetzung in der Zukunft liegt.

Die nächsten Schritte für die geplante Mobilitätsachse zwischen Bahnhof und Zentrum, die Fußgängern den Weg durch den Hain einfacher und schöner machen soll, stehen in diesem Rahmen an. Im Blick ist dabei auch die Spielbergstraße, die ab 2022 einen neuen Gehweg bekommen soll, die Sanierung der Gubener Straße und der Umbau des Mühlendamms.

Förderprogramm für den Stadtumbau in Lübben-Nord

Jüngster Coup ist das Förderprogramm für den Stadtumbau in Lübben-Nord, das bis 2028 laufen soll. Zehn Millionen Euro sind beantragt, eine gute Million Euro ist bewilligt. Nachdem in der Innenstadt viel geschehen ist, wird dieses Großprojekt auf einem 54 Hektar umfassenden Gebiet wohl besonders sehnlich erwartet.

Zu den handfesten Maßnahmen aus diesem Topf gehören die energetische Sanierung des Hauses 2 der Kita Gute Laune mitsamt neuer Außenanlagen und der neue Geh- und Radweg an der B 115 von der Hartmannsdorfer Straße bis zur Einmündung zum Drogeriemarkt mitsamt Regenwassersammelkanal.

Wer weiß, was nach 2028 sein wird. Dass der Geh- und Radweg an der Bundesstraße 115 mehr als drei Jahrzehnte lang überwiegend Sand und Platte war, ist dann vielleicht schon Legende.